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Selbst die Messungen am Kleinen Feldberg stimmten: Gerhard Heere vom Tourismus- und Kulturverein hält das amtliche Gutachten in den Händen und freut sich, dass sich Schmitten weiterhin ?Luftkurort? nennen darf.

Geprüft

Schmitten bleibt für weitere zwei Jahre Luftkurort

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Geprüft und für gut befunden: Schmitten darf weiterhin das Prädikat „Luftkurort“ tragen. In zwei Jahren steht aber ein großes Gutachten an.

Gerhard Heere, Geschäftsführer des Tourismus- und Kulturvereins Schmitten (TKV), atmet auf. Das Prädikat „Luftkurort“ muss alle zehn Jahre über ein Luftqualitätsgutachten anhand von Messungen im Kurort erneuert werden. Das steht im Jahr 2020 auf dem Programm. Bereits bestanden hat die Kerngemeinde die kleinere Prüfung, die sogenannte Luftqualitätsbeurteilung. Dabei wurde ermittelt, ob sich lokale Bedingungen geändert haben.

„Ich hätte nicht geglaubt, dass wir so gut abschneiden“, meint Heere. Er war besorgt, dass es durch das steigende Verkehrsaufkommen Minuspunkte geben könnte. Aber das Ergebnis war für ihn mehr als zufriedenstellend.

Die lufthygienischen Anforderungen sind nach der Beurteilung der Abteilung Klima- und Umweltberatung vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach nämlich weiterhin erfüllt. Mit 13,9 Punkten von 18 erreichbaren bleibt Schmitten sogar deutlich unter dem angesetzten Grenzwert: Bei Kurorten mit normalen Anforderungen müsste ab 18 Punkten die periodische Überprüfung anhand regelmäßiger Messungen vorgezogen werden“, erläutert Heere.

die Hintergrundbelastung durch Messungen sind an der Station vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie auf dem Kleinen Feldberg, fünf Kilometer südlich von Schmitten, ermitteln – und so hat es gereicht. Berücksichtigt wurden Kriterien wie Siedlungsdichte, topografische Lage und Belüftung, Heizungsemissionen, Verkehrsbelastung, Verkehrslenkung, regionale Hintergrundbelastung und gewerbliche Nutzung.

Mit Spannung hatte Heere die Messungen am Kleinen Feldberg erwartet. „Wenn da die Messwerte nicht gestimmt hätten, hätten wir das weitere Prozedere abgebrochen“, gab er zu.

Grundsätzlich sei er aber guten Mutes gewesen, weil sich ja auf Schmittener Seite außer der Verkehrsbelastung nicht wirklich viel verändert habe, was Einfluss auf die Luftqualität hätte haben können. Das gleiche gelte für die nähere Umgebung. „Wir hatten in Schmitten schon immer besonders gute Luft“, stellt er fest.

Die klassischen Sommerfrischler, die richtig Urlaub in Schmitten machen, gebe es so zwar nicht mehr, bedauerte Heere. „Aber anerkannt gute Luftqualität spielt uns auch bei Wanderern und Radfahrern, eigentlich allen Tagesgästen, in die Karten“, freut sich der TKV-Geschäftsführer. Er ist sich sicher, dass Tourismus und Gastronomie von diesem Prädikat auch in Zukunft profitieren werden.

Schmitten hatte immer mehr als nur gute Luft, erinnert Heere an die Anfänge. Der praktische Arzt Doktor Wieger kam 1883 nach Schmitten und setzte sich dafür ein, Schmitten für Touristen attraktiv zu machen. Er hatte nicht nur die klimatische Eignung erkannt. Wieger gründete auch den Schmittener Kurverein und hielt Gemeinde und Bevölkerung immer wieder dazu an, das Ortsbild zu verschönern.

Zu den prominentesten Gästen, die die Vorzüge von Schmitten zu schätzen wussten, gehörten 1910 Kaiser Wilhelm und die russische Zarenfamilie. Nach der Auflösung des Kurvereins im Jahr 1928, ging die Kurverwaltung dann auf die Gemeinde über.

Heute unterstützt der Tourismus- und Kulturverein die Gemeinde bei dieser Aufgabe. Richtigen Kurbetrieb gibt es in Schmitten nicht mehr. Doch auch Freizeitsportler und Ausflügler schätzen Orte, an denen man sich erholen kann. Und dafür ist Schmitten durchaus geeignet. Wanderern dürfte es sogar lieber sein, dass der Wiegerfelsen, der 463 Meter hoch über dem Ort thront, nicht so überlaufen ist. Von dem Felsvorsprung, den man über den Weg links von der Schmittener Kirche den Berg hinauf erreicht, hat man einen herrlichen Blick über Schmitten.

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