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Marcus Kinkel spricht im Gemeindeblatt offen über seine Krankheit.

Nach Erkrankung

Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel will im Amt bleiben

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Für den 8. Januar hat Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel die Rückkehr in sein Amt angekündigt. In der aktuellen Ausgabe der „Schmittener Nachrichten“ wendet er sich an die Bürger. Dabei geht er offen mit seiner Erkrankung um.

„Aufgrund eines depressiven Erschöpfungszustandes musste ich mich für einige Zeit aus meinem Beruf und meinem Leben herausnehmen“, schreibt Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) ganz offen. In seinem Grußwort an die Schmittener Bürger nimmt er kein Blatt vor den Mund. Nach philosophisch anmutenden Betrachtungen über die Zeit, den Lauf und den Sinn des Lebens nimmt er sich nicht aus von der Gruppe von Menschen, die 2017 Schicksals- und Rückschläge erlitten haben. „Negative Erlebnisse gehören zum Leben, und die Kunst ist es, auch aus solchen Ereignissen für sein weiteres Leben die notwendigen und richtigen Lehren zu ziehen“, resümiert er und gibt zu: „Ich spreche in diesem Zusammenhang aus eigener Erfahrung.“ Dank professioneller Hilfe und der Änderung einiger Lebensgewohnheiten verlaufe sein Regenerationsprozess sehr gut.

„Ich bin mir natürlich bewusst, dass eine solche Erkrankung nicht in ein paar Wochen geheilt werden kann und ich weiter hart an mir und meiner Lebenseinstellung arbeiten muss, um dauerhaft wieder ein glückliches Leben führen zu können“, bekennt Kinkel. Und dann kommt er zu einem Thema, das bestimmt viele interessiert: „Natürlich habe ich mich in den vergangenen Wochen auch mit der Frage beschäftigt, ob ich mein Amt als Bürgermeister unserer Gemeinde entsprechend seiner Anforderungen noch weiter ausüben kann, ohne gesundheitlich darunter zu sehr zu leiden.“ Ob die Gemeinde und ihre Entwicklung darunter leiden scheint für ihn erst einmal zweitrangig.

Er sei 14 Jahre lang gerne und mit Herzblut Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewesen, so Kinkel. Daher sei dies eine der schwierigsten Entscheidungen in seinem bisherigen Leben. Das Ergebnis: „Ich habe mich letztendlich dazu entschlossen, weiter als Ihr gewählter Bürgermeister zu arbeiten.“ Trotz der mit diesem Amt verbundenen „schwierigen und negativen Begleitumstände sowie persönlichen Lebenseinschränkungen“ habe ihn die Arbeit zu sehr erfüllt und ihm zu viel Freude bereitet, als dass er jetzt einfach aufhören könne.

„Ich bin optimistisch und zuversichtlich, dass ich meine Gesundheit und Lebenszufriedenheit in Einklang mit dem Beruf und dem Amt als Bürgermeister bringen werde.“ In einer Zeit, in der andere Menschen und ihr Tun oft in einer nicht mehr zu akzeptierenden Weise öffentlich beleidigt und gedemütigt werden, gelte sein Dank allen, die sich für Schmitten ehrenamtlich engagieren und das auch hoffentlich weiter tun werden. Den Kollegen im Rathaus dankte er besonders. Sie seien oft Hohn und Spott ausgesetzt, wenn Anliegen nicht erfüllt werden. „Das menschliche Glück findet sich oftmals in kleinen und auf den ersten Blick unscheinbaren Dingen. Ich wünsche uns allen, dass wir es im richtigen Moment erkennen.“

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