SPD-Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen

Schnelles Internet – ein Traum

  • schließen

Längst nicht überall im Hochtaunuskreis können Bürger und vor allem Firmen mit schnellem Internet arbeiten. Betroffen sind vornehmlich die kleinen Gemeinden. Wie kann das geändert werden? Das versuchte die SPD-Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen zu klären.

Zum ersten Mal traf sich die SPD-Arbeitsgesellschaft der Selbstständigen, kurz AGS genannt, am Mittwoch in Weilrod, um ein aktuelles Thema zu diskutieren. Auf dem Podium saßen Martin Rudersdorf, der als Beauftragter des Landkreises Limburg-Weilburg „Wegbereiter“ der flächendeckenden Versorgung mit schnellem Breitbandkabelanschluss ist, sowie Weilrods Bürgermeister Axel Bangert (SPD), der sehr an der Schaffung einer leistungsfähigen Infrastruktur und damit am schnellen Internet als Grundversorgung für seine Gemeinde interessiert ist.

Moderiert wurde die Diskussion von Eginhard Heilmann, Geschäftsführender Gesellschafter eines Dienstleistungsunternehmens und für die SPD ehrenamtliches Mitglied des Grävenwiesbacher Gemeindevorstands. „Wir in den kleinen Gemeinden Weilrod, Schmitten und Grävenwiesbach kommen nicht so gut bei der Breitbandvernetzung weg wie vor der Taunushöhe“, bemängelte Heilmann.

Das bestätigte Axel Bangert. „Wir sind am schnellen Internet schon lange dran“, sagte er. Doch leider werde dieses Thema unter der Perspektive der Wirtschaftlichkeit betrachtet und alleine den städtischen Bereichen zugeordnet. „Wir haben das Gefühl, bei den neuen Techniken ein Stück weit abgehängt zu werden“, monierte er die derzeitige Situation, die weder schnelles Internet in den ländlichen Gebieten noch einen normalen Handyempfang zulasse.

Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinde hätten daher Druck auf den Hochtaunuskreis ausgeübt, erläuterte Bangert. Das Ergebnis sei gewesen, dass der Hochtaunuskreis mit Glasfaserkabel ausgebaut worden sei – mit Ausnahme der Gemeinden Schmitten, Weilrod und Grävenwiesbach. Es hätten sich daraufhin in Weilrod andere Anbieter engagiert. Darunter Unitymedia, die das vorhandene Kabelnetz nutze, und Anbieter von Funklösungen. Damit sei ein Großteil Weilrods abgedeckt, so der Rathauschef. Ihm sei aber die Funktionsfähigkeit auf lange Sicht wichtig, betonte Bangert. Sein Traum sei es, Glasfaserkabel bis in die Dörfer und von dort bis in die Häuser zu verlegen. „Wir dürfen nicht mit dem, was wir kriegen, zufrieden sein“, mahnte er an.

Martin Ludersdorf erklärte den Weg, der dem Landkreis Limburg-Weilburg das schnelle Internet gebracht hatte. „Das Internet kommt nicht von alleine“, sagte er. Er habe ein gutes Unternehmen gesucht, das ein gutes Netz baut. Es seien die Gebiete identifiziert worden, in denen bisher kein Unternehmen bereit gewesen war, Netze zu bauen. Seine Forderung an die Firmen sei gewesen, mindestens 15 Jahre lang das Netz zu führen. Der Vertrag sei schließlich mit der Telekom geschlossen worden. Bis Mitte kommenden Jahres werde alles fertiggestellt.

Der Landkreis sei dann um 220 Kilometer Glasfaserkabel reicher und damit einen Riesenschritt nach vorne gebracht worden, betonte Ludersdorf. Heilmann und Ludersdorf sahen in der Glasfaser die Zukunft und sprachen sich eindeutig gegen die Funklösung aus. Das aber brachte die anwesenden Mitarbeiter der Firmen mit Funklösung, Christopher Mandt von Nexiu und Norbert Casellini von PKS Team, auf die Palme. Von da an war die Diskussion lautstark. Die Funkanbieter wollten sich ihre Angebote nicht schlechtreden lassen und verteidigten sich. „Lassen sie den Gemeinden diesen Weg doch wenigstens als Übergangslösung, bis das Glasfaserkabel liegt“, forderte Christopher Mandt schließlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare