Tote Ratte hängt am Bauzaun

Schockbild an der Bauruine

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Den Nachbarn der Ruine in der Kerngemeinde in Grävenwiesbach reicht es. Die Ratten tummeln sich dort und eine wurde nun von Unbekannten tot an den Zaun getackert. Doch der Verwaltung sind die Hände gebunden.

Wie lange müssen die Anwohner der Frankfurter Straße noch mit dem Schandfleck des ehemaligen Enigma-Lokal-Gebäudes leben?

Dass es ihnen stinkt und das Ungeziefer dort fröhlich sein Unwesen treibt, zeigte nun jüngst eine ekelerregende Tat. Unbekannte hatten eine tote Ratte für die Öffentlichkeit gut sichtbar, an den Bauzaun getackert. Mit dem Hinweis: „Hier wohnen wir.“

Die Ruine in der Kerngemeinde ist schon lange in der Diskussion. Nach einem Brand im Jahr 2008 war das Haus nur noch ein wertloser Haufen. Es sah wüst aus. Lebensgefahr drohte dem, der sich dort aufhielt. Die Nachbarn hatten Angst um die Kinder, die sich dieser Gefahr nicht bewusst waren.

Im Laufe der Zeit verfiel das Gebäude immer mehr und wurde zum Schandfleck der Kerngemeinde- und zum Schrecken für die direkten Nachbarn. Als eines Tages Balken herunterfielen und das Haus einzustürzen drohte, wurde der Protest der Grävenwiesbacher richtig laut. Das Kreisbauamt schritt ein und riss die Mauern nieder. Aus Sicherheitsgründen. Der Abriss erfolgte als „Ersatzvornahme“. Das bedeutete, dass sich der Kreis gezwungen sah, einzugreifen und die anfallenden Kosten dem Eigentümer in Rechnung stellte. Mehr war aber auch nicht drin.

Besitzer stellt sich stur

Bürgermeister Roland Seel (CDU) erklärte immer wieder: „Uns sind die Hände gebunden.“ Das Grundstück befinde sich in Privatbesitz, der Eigentümer fordere horrende Summen, für den Kauf.

Mehrmals schon habe Seel ihm den Kauf für einen Euro angeboten, aber immer wieder eine Absage bekommen. Dabei würde die Gemeinde, sollte sie Eigentümer werden, die Entsorgung übernehmen. „Da fallen rund 40 000 Euro an, um die Steine und alles, was da rumliegt, zu beseitigen“, sagte Seel. Die Forderung der Bürger, das gesamte Areal mit einer Plane zu überdecken, sei nicht zu realisieren. Folglich bleibt’s für alle erst einmal wie es ist.

Der Besitzer stellt auf stur. „Wir sind mit der Stadt Rüsselsheim in Kontakt“, berichtete Seel jüngst dem Ortsbeirat, um die bestehenden Forderungen einzutreiben. Dort soll der Eigentümer wohnen.

Hoffnung gibt’s demnächst, wenn der Ortsbeirat unter Ausschluss der Öffentlichkeit das Dilemma ansieht.

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