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Man sieht ihr das Alter gar nicht an: Die turkmenische Uhu-Dame ist schon 35 Jahre alt.

Uhu-Paar auf dem Falkenhof

Schon 35 Jahre auf dem gefiederten Buckel

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Sind Menschen 34 Jahre lang verheiratet, dürfen sie die Amber-Hochzeit feiern. Doch wie schaut das bei einem gestandenen Vogel-paar aus?

Sie ist knapp 70 Zentimeter groß und wiegt an die drei Kilo. Sie trägt ein zart gemustertes Kleid in graubraunen Tönen. Schminken muss sie sich nicht, sind ihre Augen schon von Natur her groß und überaus attraktiv – so wie überhaupt die ganze Dame.

Die Rede ist von Helena, dem turkmenischen Uhuweibchen, das auf dem Falkenhof auf dem Feldberg lebt. Seit 35 Jahren schon. „Als ich in der Falknerei meine Ausbildung zur Falknerin machte, lebte der Vogel schon dort“, erinnert sich Ursula Zieten heute.

Nicht nur Helena, die damals übrigens noch gar keinen Namen hatte, sondern auch ihr Partner. Die beiden turkmenischen Uhus waren als Pärchen auf den Falkenhof gekommen und gehören seitdem zu den Stammbewohnern.

Im Gegensatz zu anderen Vögeln, die Uschi Zieten und Falkenhof-Eigentümer Burkhard Dinger dort oben betreuen, zählte das Uhupärchen nicht zu den Schauvögeln, die zu irgendwelchen Vorführungen herangezogen werden. „Die sind scheu“, beschreibt die Falknerin das gefiederte Paar. Sie lebten lieber zurückgezogen in ihrer Voliere, hielten sich vorzugsweise von Menschen fern und kümmerten sich am liebsten um ihre eigenen Angelegenheiten: das Brutgeschäft.

„Wir haben fast jedes Jahr ein bis drei Junge von ihnen bekommen“, erzählt Zieten stolz. Aufs Alter hochgerechnet – Uhus sind mit ein bis zwei Jahren geschlechtsreif – waren das zwischen dreißig bis nahezu hundert Nachkommen. Um so viele Jungen aufziehen zu können, muss die Vogelmutter mindestens die doppelte bis dreifache Zahl an Eiern gelegt haben, denn längst nicht alle werden vollständig ausgebrütet.

Liebevoll beschreibt Uschi Zieten den Ablauf des Brutgeschäfts, das rund 35 Tage dauert. „Nur das Weibchen brütet“, erzählt sie. Der Vogelvater schaffe derweil Futter heran. Die Falkner haben schon ein paar lustige Fütterungsaktionen bei dem Uhupärchen beobachten können. Ebenso amüsant klingt die Beschreibung der Jungen, wenn sie ihre ersten Schritte ausprobieren. Die starten nämlich im Rückwärtsgang, bevor sie mit stabilerem Tritt erste Erkundungen aufnehmen.

Das Uhupaar im Falkenhof ist mittlerweile zu alt für die Fortpflanzung. In freier Natur hätte es dieses Alter erst gar nicht erreicht. Allerdings erscheint Helena doch von relativ zäher Machart zu sein, hat sie doch trotz ihres hohen Alters eine böse Krebserkrankung sowie einen entsprechenden operativen Eingriff in diesem Jahr gut überstanden. Jetzt hoffen ihre Betreuer, dass beide Vögel auch noch gut über den bevorstehenden Winter kommen.

Der Falkenhof auf dem Feldberggipfel ist noch bis zum 26. Oktober geöffnet. Besucher können in der Zeit von 10 bis 18 Uhr die Anlage und deren Vögel besichtigen.

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