Mit Schüler Julius durch die Zeit

  • schließen

„Flautando Köln“ zog mit „Julius der Flötenspieler“ auch die Kinder in seinen Bann. Wenn es spannend und lustig gemacht ist, kann auch eine Lehrstunde in Sachen Musik interessant sen.

„Ich glaube, die musikalische Reise wird so spannend sein, dass ihr die ganze Hitze vergessen werdet“, meinte Friederike Richter-Wedell, Mitorganisatorin des Allegro Musikfestes am Samstagnachmittag im Mensa-Anbau der Christian-Wirth-Schule. Und wirklich, die Mädchen und Jungen und sogar Eltern und Großeltern staunten nicht schlecht über die lustigen Gesellen, die so unterschiedlich große Flöten mitgebracht hatten.

Gerade mal so groß wie ein Stift war das kleinste Holzblasinstrument. Und das größte Teil mussten gleich mehrere Leute schleppen. Es sah aus und hörte sich an wie die Pfeife einer Kirchen-Orgel. Da spitzten die Kinder nur so die Ohren, was die vier Musikerinnen, die in verschiedene Rollen schlüpften, alles darauf spielen konnten.

So ganz nebenbei machte „Flautando“, so hieß das Quartett, eine Reise durch die Welt der Musik.

Julius war die liebenswerte Hauptfigur, die im Bus eingeschlafen war und in Usingen landet. Dabei wollte er doch eigentlich zu seiner Flötenstunde. Wie er dahin kommen könnte, das wussten die Kinder, die immer wieder ins Geschehen auf der Bühne einbezogen wurden, nicht.

Die bunt gekleideten Spielleute noch viel weniger, denn die kamen aus dem Mittelalter. Die „komischen Typen“ zeigten stattdessen, welche Blockflöten es gibt und spielten darauf auch noch wunderschöne Musik. Die gefiel nicht nur Julius, der sogar im Quartett mit blies, sondern offensichtlich auch den kleinen Besuchern.

Weiter ging die Zeitreise: Im Barock traf Julius Herrn Bach. Der kannte den Weg zur Bushaltestelle natürlich auch nicht. Aber der Mann mit der merkwürdigen Perücke hatte wirklich starke Musik kompostiert oder komponiert oder wie auch immer man das nennt. Die Kinder erfuhren, dass es nicht darauf ankommt, wer am schnellsten spielen kann und sogar, was eine Fuge ist, nämlich eine Art musikalischer Wettstreit. „Da fangen alle Musiker nacheinander an, einer spielt etwas vor und die anderen folgen ihm.“

Viel älter und aus einem ganz anderen Land stammte der japanische Mönch, so ein Klosterbruder mit Kapuze. Die Musik, die er spielte, klang auch ganz anders. „Werdet ruhig und lauscht“, empfahl der sonst so quirlige Julius, der inzwischen seine Flötenstunde fast verpasst, dafür aber jede Menge gelernt hatte. Mit der Eisenbahn, die die Flötistinnen musikalisch umschrieben, kam Julius dann doch noch zum Ziel. Die letzten Minuten bei seiner Flötenlehrerin waren noch einmal richtig spannend. Mit den Freunden aus dem Mittelalter imitierte er Vogelstimmen und die jungen Zuschauer durften raten, um welche es sich handelt.

Ein schrilles „Priiiiiiiima“ der Lehrerin signalisierte, wenn die Antwort richtig war. Die Kinder hatten offensichtlich jede Menge Spaß und die Veranstalter hoffen, dass sie neugierig geworden sind. Die Blockflöte bleibt das typische Einsteigerinstrument, aber selbst den Mädchen und Jungen dürfte klar geworden sein: Wer viel übt, kann darauf zu einem wahren Meister werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare