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Betriebserlaubnis erloschen

Das Aus für die Schwimmschule "Plitsch-Platsch"

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Die Erbismühle wird verkauft. An wen ist noch unklar. Zwar soll sie bis 2027 als Flüchtlingsunterkunft weiter betrieben werden. Aber: Der Verkauf bedeutet auch das Aus für die Schwimmschule „Plitsch-Platsch“. Ende März ist Schluss. Zunächst war nur von Brandschutzmängeln die Rede. Offenbar gibt es aber noch andere Probleme, auch nutzungsrechtlicher Art: Die Schwimmschule durfte wohl gar nicht betrieben werden.

Die Erbismühle wird verkauft. Matthias Reineck, der die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Sporthotel im Weiltal gemeinsam mit Eigentümer Marc Schneider betreibt, bestätigte dieser Zeitung vorliegende Informationen, wonach ein Eigentümerwechsel kurz bevorstehen soll. Schneider selbst war nicht erreichbar. Reineck jedoch erklärte, dass die Verkaufsverhandlungen noch nicht abgeschlossen seien.

Der Investor, dessen Namen er nicht nannte, werde den mit dem Hochtaunuskreis geschlossenen, bis 2027 laufenden Beherbergungsvertrag erfüllen. Der Verkauf der Hotelanlage hat also keine Auswirkungen auf die Unterbringung von Flüchtlingen.

Andere Auswirkungen wird es hingegen geben: Die private Schwimmschule „Plitsch-Platsch“ muss weichen. Seit Jahren lernen Kleinkinder im Pool des ehemaligen Sporthotels schwimmen und auch Erwachsene treiben dort physiotherapeutisch begleitet Wassergymnastik. Was bisher nur in sozialen Medien die Runde macht und bei Eltern Unruhe auslöst, hat der Betreiber der Schwimmschule, Christian Schäfer, nun dieser Zeitung bestätigt: Am 31. März ist Schluss.

Schäfer äußerte sich auch zu den Gründen. Es gehe, jedenfalls vordergründig, wohl um eine Tür, die im Brandschutzkonzept der Erbismühle eine zentrale Rolle spielen soll: den Durchgang zwischen dem ehemaligen Hotel und dem Schwimmbad.

Die Tür ist der einzige Fluchtweg bei einem Brand im Poolbereich. Schäfer: „Sie kann zwar geschlossen, darf aber nicht verschlossen sein.“ Der Eigentümer der Erbismühle bestehe aber darauf, dass sie verschlossen bleibt, aus Sorge, dass Asylbewerber unbemerkt durch die Tür in das Schwimmbad gelangen und womöglich ertrinken könnten.

Nach Ansicht von Schäfer könnte eine Lösung gefunden werden: „Es gibt Türen, die nur von einer Seite aus geöffnet werden können.“ Leider weigere sich der Betreiber, eine solche Tür einzubauen.

Allerdings gebe es noch ein weiteres, weit schwierigeres Problem. Über das wollte Schäfer allerdings nicht reden. Von den laufenden Verkaufsverhandlungen will er auf Nachfrage „gehört“ haben. Persönlich sei mit ihm darüber aber nicht gesprochen worden.

Ob auch ein nutzungsrechtliches, beziehungsweise vertragliches Problem dem Weiterbetrieb der Schwimmschule im Wege steht, sei ihm neu. Er könne sich das auch nicht vorstellen und berufe sich auf den mit Marc Schneider bereits Jahre vor der Schließung des Hotels geschlossenen Mietvertrag, von dem er annehme, „dass er in Ordnung ist“.

Gerade das ist er aber nicht, zumindest nicht mehr. Nach dieser Zeitung vorliegenden, vom Hochtaunuskreis inzwischen bestätigten Informationen war der Betrieb des Bades stets an die Hotelnutzung geknüpft. Ist mit der Umnutzung zum Flüchtlingsquartier die Betriebserlaubnis, so sie jemals vorgelegen haben sollte, also erloschen (siehe weiteren Text).

Zum Thema Schließung der Schwimmschule bei Reineck nachgehakt, bestätigt dieser das Problem mit der Tür. Der künftige neue Eigentümer habe wissen lassen, dass er auf gar keinen Fall das Risiko eines Badeunfalls eingehen werde. In vergleichbaren Einrichtungen sei es in der Vergangenheit bereits zu solchen Unglücksfällen gekommen. Selbst ohne die Tür sei die Gefahr nie ganz ausgeschlossen.

Gerade Kinder seien sehr erfinderisch, wenn es darum gehe, ein eigentlich versperrtes Ziel zu erreichen. Dieses Risiko ausschließen zu wollen, sei daher ein plausibler, nachvollziehbarer Gedanke, sagt Reineck.

Dass die Schwimmschule womöglich ohne Koppelung an den Hotelbetrieb gar nicht hätte betrieben werden dürfen, sei ihm indes neu. Bei Abschluss des Beherbungsvertrages mit dem Kreis, bei dem er, Reineck, zugegen gewesen sei, sei die Existenz des Pools und auch die damals schon private Nutzung als Schwimmschule schließlich bekannt gewesen.

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