Schmittener Kirchendach

Nur für Schwindelfreie!

  • vonEvelyn Kreutz
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Um herauszufinden, ob das Schmittener Kirchendach undicht ist, war gestern Vormittag der Verkehr in der Dorfweiler Straße beeinträchtigt. Viele Anwohner haben das Spektakel beobachtet.

Mittwochvormittag floss der Verkehr nicht ganz so zügig durch Schmitten, weil die Straße direkt an der Kirche nur einseitig befahrbar war. Ein Hubsteiger stand direkt im Kreuzungsbereich der Landesstraße 3004 (Dorfweiler Straße) und der Landesstraße 3025 (Schillerstraße). Mit dem gelangten drei Männer in luftiger Höhe zum Schieferdach der katholischen Kirche St. Karl Borromäus, um es eingehend unter die Lupe zu nehmen.

Ob das Dach, das schon in der Vergangenheit regelmäßig repariert wurde, renovierungsbedürftig ist, und wenn ja, in welchem Umfang, das sollte jetzt ein Gutachter herausfinden. Damit hat Engelhardt Hofmann vom Schmittener Architekturbüro „Hofmann & Partner freie Architekten“ den Diplom-Ingenieur Thomas Heinrich beauftragt. Der überprüfte zusammen mit Thomas Reuter und Michael Meurer vom Dachdeckerbetrieb Reuter aus Selters den Schieferbelag und die Holzschalung, auf dem dieser befestigt ist. Außerdem sahen sich die Fachleute genau die Turmspitzen an. „Wir machen eine gründliche Inspektion, um erst einmal den Bestand genau zu beurteilen“, so Hofmann.

Irgendwann in den 30er oder 40er Jahren sei das Dach wohl zum ersten und einzigen Mal renoviert worden, vermutet der Architekt. Wie auf der Infotafel neben dem Eingang zu lesen ist, wurde das Gotteshaus erst 1893 im neugotischen Stil erbaut, mit Schieferbruchsteinen, die direkt am Bauplatz aus dem Felsen geschlagen worden waren. „Im Dachraum haben die Arbeiter nicht genau datierte Notizen von einer umfangreichen Dachrenovierung gefunden“, berichtet Hofmann. Die Aufschrift „Heil Hitler“ auf den Papieren lasse auf die 30er Jahre schließen, denn es sei eher unwahrscheinlich, dass während des Krieges solche Arbeiten durchgeführt wurden.

Generell seien in den vergangenen Jahren ab und zu kleinere Reparaturen nötig gewesen. „Es fällt immer mal eine Schieferschindel runter, die ersetzt werden muss“, sagt der Architekt. In diesem Zusammenhang müsse auch eine der kleinen, zur Zierde angebrachten Turmspitzen irgendwann vorher abgenommen worden sein, meinte Reuter.

Die zweite Zinkspitze haben die Dachdecker jetzt schon während der Inspektion aus Sicherheitsgründen entfernt und durch eine provisorische Abdeckung ersetzt. Der Gutachter müsse nun prüfen, ob die bisherige Zinkkonstruktion für das Türmchen wieder instandgesetzt werden könne oder komplett ersetzt werden müsse, so Hofmann.

Ob in Kürze eine größere Dachrenovierung ansteht oder kleinere Einzelreparaturen ausreichen, das müsse das Gutachten zeigen, so der Architekt weiter. Über das Ergebnis der Inspektion will er dann informieren. Sollte eine größere Investition erforderlich sein, müsse in jedem Fall eine Ausschreibung durchgeführt werden. Für die Erhaltung der Schmittener Pfarrkirche seien die Pfarrei St. Franziskus und Klara – Usinger Land und das Bistum zuständig, die sich dann über die Kostenübernahme verständigen müssten.

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