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Mit solchen Aktionen wie dem Wassertunnel der Jugendfeuerwehr Wehrheim 2017 sind Jugendliche zu begeistern. Viele von ihnen sind sogar in mehreren Vereinen aktiv. Archivfoto: Mai

Wehrheimer Vereine

So sollen Bürger auf Vereine aufmerksam gemacht werden

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Auch wenn die Zeiten sich verändert haben: Was in den 1980er Jahren noch funktioniert hat, heute jedoch nicht mehr geht, Vereine haben immer noch einen guten Stand im Apfeldorf. Damit auch neu Zugezogene von den Angeboten erfahren, könnten Kommune und Vereine ein Wochenende organisieren, an dem sich alle präsentieren.

Feuerwehrleute begeistern sich für ihr Hobby. Und das fängt nicht erst in der Riege der Aktiven oder gar bei der Alters- und Ehrenabteilung an. Schon die ganz Kleinen, die Bambinis, entwickeln eine Leidenschaft für die Feuerwehr, die oft ein Leben lang anhält. Da sind sich Kim Kupka und Sebastian Schmidt-Focke einig. Beide sind mit der Feuerwehr groß geworden, und engagieren sich heute ganz selbstverständlich selbst für den Nachwuchs, denn: „Ohne den geht es nicht“, das wissen beide.

Wenn man die eigene Begeisterung vorlebe, übertrage sie sich fast von selbst auf junge Leute und werde von ihnen weitergelebt. Und noch eines kommt hinzu, ist Kupka, der seit 22 Jahren in verschiedenen Ortsverbänden Jugendarbeit macht und heute als Jugendwart der Gemeinde die Arbeit der vier Ortsteilwehren koordiniert, sicher: „Wir in Wehrheim sind alle sehr gut ausgebildet.“ Einige haben die seit Januar erforderliche Jugendleitercard schon in der Tasche.

Auch andere Vereine scheinen – allen Unkenrufen zum Trotz – für junge Leute weiterhin interessant zu sein. Das stellte der zuständige Amtsleiter Jürgen Schneider fest. Seiner Hochrechnung nach sollte es im Apfeldorf mehr als 1600 Vereinsmitgliedschaften von Kindern und Jugendlichen geben.

Viele junge Wehrheimer seien in mehreren Organisationen gleichzeitig angemeldet, und die scheinen im Aufwind zu sein. Denn selten gab es bei einem Treffen der Jugendleiter, zu dem die Gemeinde und Jugendpfleger Gunther Gräfe regelmäßig zum Jahresbeginn einladen, so viele positive Rückmeldungen.

Fast alle Gruppen, vom Sportverein über Feuerwehr, Reiter, Fliegergruppe bis zu den Naturschutzverbänden haben Angebote für den Nachwuchs. Hinzu kommen die Kirchen und die Jugendzentren. Mario Dore von der Fliegergruppe Hochtaunus berichtete, bei einem bundesweiten Treffen der Modellflieger seien die Wehrheimer als Verein mit dem meisten Nachwuchs herausgestochen. Wie die Feuerwehrleute, strahlt auch Dore, wenn er von „seinen Jungs“ spricht, denn: „Mir macht die Arbeit selbst richtig Spaß.“ Zu beobachten, wie sie sich entwickeln und eine immer größere Begeisterung und Fähigkeiten entwickeln.

Dennoch: Die Zeiten haben sich geändert, auch das wurde beim Treffen klar. „Die Angebote müssen stimmen“, betonen die Feuerwehrleute und bedienen sich auch der Programme, die übergeordnete Stellen ausgearbeitet haben.

Junge Leute – und ihre Eltern – möchten etwas geboten bekommen, sehen Angebote der Kommune und von Vereinen als „Dienstleistung, die abgerufen werden kann“. Das hat Tanja Kaspar, die als Teamerin das Obernhainer Jugendzentrum betreut, festgestellt.

Selbstverwaltete Jugendzentren seien nicht mehr gefragt. „Was in den 80er Jahren funktionierte, geht heute nicht mehr.“ Kasper, die für die FDP im Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Kultur sitzt, kann die jungen Leute aber auch verstehen.

Nach neun Stunden Unterricht sei die Energie, sich im Juz-Vorstand zu engagieren gering. „Jugendliche möchten einfach nur chillen und abhängen.“ Eltern seien froh, wenn sie sich nicht im eigenen Wohnzimmer, sondern im Juz treffen. Und damit Eltern und der Nachwuchs auch wissen, welche Angebote es für sie im Apfeldorf gibt, schlug Ingo Unger von der Handballspielgemeinschaft Wehrheim/Obernhain ein Wochenende vor, an dem – möglicherweise rund um Bürgerhaus und Sporthalle – Vereine ihre Angebote für alle Altersgruppen vorstellen könnten.

Das hörte Erste Beigeordnete Susanne Odenweller (CDU) gerne. Es habe vor einigen Jahren eine ähnliche Veranstaltung – allerdings ausschließlich mit Angeboten für den Nachwuchs – gegeben, die sei gut angekommen. „Warum sollten wir das nicht wiederholen?“, fragte Odenweller . Allerdings sei ein solches Vorhaben nur mit ausreichend Unterstützung der Vereine zu stemmen, machte Jürgen Schneider klar.

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