Musikfestival „Allegro!“

Im Sommer heißt es: Gut Holz!

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Schalmeienklänge sollen im Frühsommer das Usinger Land verzaubern. Die Instrumentengruppe der Holzbläser bildet den Schwerpunkt der dritten Auflage des Festivals „Allegro!“ von Kreis und Stadt Usingen.

Das Hauptthema nie aus den Augen verlieren. Es stattdessen immer wieder variieren, neu interpretieren und dadurch Spannung erzeugen. Was für die Komposition klassischer Werke gilt, kann auch für deren Präsentation nicht verkehrt sein. So will sich auch das Musikfestival „Allegro!“, in diesem Jahr zum dritten Mal präsentieren – in bewährter Form, aber mit zahlreichen Neuerungen.

Diesmal stehen nach Tasten- und Streichinstrumenten die Holzbläser im Mittelpunkt. Und diese Gruppe ist vielfältig. Sie reicht von den Flöten über die Oboe und das Fagott bis hin zur Klarinette. Aber auch die metallenen Hörner und Saxophone finden sich hier wieder – das Mundstück ist für Gattung entscheidend. Und so versprechen sich die künstlerischen Leiter, Friederike Richter-Wedell (Usingen) und Karl-Werner Joerg aus Friedrichsdorf, eine große und facettenreiche Klangbreite. „Anders als bei den Streichinstrumenten, wo Violine, Bratsche, Cello und Kontrabass eine Klanggruppe bilden und ähnlich klingen, unterscheiden sich die Holzbläser vollkommen voneinander“, betonte Joerg.

Dass das erneut ausgeweitete Programm (lesen Sie dazu den unten stehenden Artikel) so früh bekanntgegeben wurde, har einen guten Grund: Statt im Spätsommer wird es in diesem Jahr schon vom 26. Juni bis 5. Juli kulturellen Hochgenuss geben. Grund sind die späten Schulferien in Hessen, wie die Organisatoren gestern im Landratsamt mitteilten.

Usingen bleibt mit sechs von jetzt zehn Konzerten (2011 sieben, 2013 neun Aufführungen) Haupt-Aufführungsort. Grävenwiesbach und Hasselbach sind weiter mit von der Partie – und es gibt mit Schmitten (Burg Oberreifenberg) und Neu-Anspach (evangelische Kirche Anspach) zwei neue Konzertorte. Letzteres darf man getrost als kleine Überraschung werten, hatte sich Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) zu Beginn der Planungen vor vier Jahren mit Blick auf die klammen Kassen in der Stadt noch gegen eine Teilnahme ausgesprochen. Die Finanzen haben sich zwar nicht verbessert, aber es gab Unterstützung aus der Bürgerschaft, wie Friederike Richter-Wedell betonte. „Es hat sich ein Unterstützerkreis firmiert, und es wurden Sponsoren gefunden, so dass wir die Aufführung in Neu-Anspach ermöglichen konnten.“ Davon sei dann auch der Bürgermeister überzeugt gewesen. Landrat Ulrich Krebs erinnerte daran, dass die Kommunen je keine originären Haushaltsmittel für das Festival einsetzen müssten, wenn sie das nicht wollten – oder keine hätten.

Die Ruine Oberreifenberg hingegen ist für das angedachte Horn-Konzert ein beispielloser Aufführungsort. „Die Besucher können es sich auf Bierbänken und auf der Wiese bequem machen, der Burgverein sorgt für das leibliche Wohl“, schwärmte Joerg. Ohnehin habe man es den Vereinen und Gemeinden wieder angeboten, die Verpflegung in Eigenregie zu übernehmen, damit sie ihre Kassen aufbessern können.

Wehrheim pausiert dieses Jahr. Das große Open-Air-Konzert habe sich der sponsernde Rotary-Club auf der neu gestalteten Terrasse am Usinger Schlosspark gewünscht, auch habe es für Wehrheim in diesem Jahr keine Mittel gegeben. „Das heißt nicht, dass Wehrheim zweite Wahl wäre. Ich bin mir sicher, 2017 ist der Ort wieder dabei“, betonte Krebs.

Künstlerisch gibt es 2015 auf jeden Fall zwei Konstanten: die eine ist der Stilmix. Von klassischen Werken bis zur Musik der Moderne, von üblichen Arrangements bis hin zu seltenen Kombinationen wie den Naturhornbläsern oder dem Fagott-Ensemble sind wahrlich viele Facetten der Musik zu hören. Die zweite Konstante ist die Qualität der aufführenden Künstler, die Joerg und Richter-Wedell herausstellten. Mehrere Teilnehmer konnten sogar den „Echo“ gewinnen, fast jeder wurde für sein Schaffen schon ausgezeichnet.

Usingens Rathauschef Steffen Wernard (CDU) bilanzierte für die Buchfinkenstadt, dass es 2011 richtig gewesen sei, das Risiko einzugehen, die Veranstaltung zu planen. „Jetzt haben wir die Chance, das Konzept langfristig zu sichern. Für die nächste Auflage steht schon Geld im Haushalt.“ Usingen (Wernard: „Wir haben das gewisse Flair“) habe jedoch auch viel in die Aufführungsorte investiert, etwa in das Freigelände im Schlosspark oder den Neubau der CWS-Mensa. Besonders freue ihn, dass es gelungen sei, den Abschluss des Festivals parallel zum Stadtfest am 5. Juli zu feiern. Auch dass die Kirche in Merzhausen mit ins Programm aufgenommen worden ist, sei eine schöne Entwicklung. „Parken können die Besucher an der Rauschpennhalle, das ist dann nur ein kurzer Fußweg“, fügte er hinzu.

Letztlich, so betonten Krebs, Wernard und die künstlerischen Leiter unisono, sei es mit „Allegro!“ gelungen, „ein Festival im Usinger Land zu etablieren, dessen Strahlkraft nicht nur in den Vordertaunus reiche, sondern Menschen aus der ganzen Region anzieht“.

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