Spannung vor der Kartoffelernte

  • schließen

Wie erdverbunden die Usinger Landfrauen sind, zeigen sie in diesem Jahr auf der Laurentiuskerb. Sie informieren an ihrem Stand über Kartoffeln und haben verschiedene Sorten gemeinsam angebaut.

Auch in diesem Jahr betreiben die Usinger Landfrauen einen Informationsstand auf der Kerb. In diesem Jahr steht die Kartoffel im Mittelpunkt. Für die Präsentation der tollen Knolle haben sie auf eine Ackerfläche von Miriam Preiß vom Stockheimer Hof sage und schreibe 15 verschiedene alte Sorten angebaut.

Wie viel sie davon ernten können, ist noch unklar. „Wir wissen nicht, was bei der Hitze passiert ist“, berichtete Vorsitzende Christiane Raitor beim ersten Treffen nach der Sommerpause. Irgendwann Ende Mai, oder war es schon Anfang Juni, hatten die fleißigen Bienen das Saatgut in die Erde gebracht. Luitgard Frankenberg hatte in ihrer badischen Heimat ihre Beziehungen bei der Stiftung Kaiserstühler Garten, die sich um die Bewahrung der Kulturpflanzenvielfalt bemüht, spielen lasse und je fünf Knollen von ausgefallen alten Sorten mitgebracht.

Doch erst mal tat sich wenig, weil es zum Keimen viel zu trocken war. „Dass Christiane zwei Mal gegossen hat, war der berühmte Tropfen auf den heißen Stein“, meinte deren Stellvertreterin Brigitte Preiß. Eine Sorte habe gar nicht ausgetrieben, die anderen nur sehr dürftig. Gegraben habe sie noch nicht, weil das Kraut noch voll im Saft stehe. „Aber es heißt, die Kartoffeln seien in diesem Jahr sehr klein“, berichtete sie und ergänzte: „Dafür gibt es riesige Mauselöcher, und das ist gar nicht lustig.“

Am Donnerstag, 3. September, wollen die Landfrauen gemeinsam die Knollen ausbuddeln. Dann wird sich zeigen, ob es genug „Bamberger Hörnchen“, „Naglener Kipfler“, „Rote Emma vom Vogelsberg“, „Rosa Säuling“ oder blaue Hörner für den Infostand an der Kerb gibt. Wenn nicht, werden sie noch alte Kartofflesorten für die Ausstellung am Sonntag und Montag dazukaufen. Zum Probieren backen die Landfrauen außerdem leckere Kartoffelkuchen.

Das Rezept dafür hatte die Vorsitzende ausgesucht und vor dem Treffen zur Probe gebacken und ließ Häppchen davon rundgehen. Genügend Landfrauen, die für die Kerb einen solchen Kuchen backen, waren schnell gefunden, genauso wie Freiwillige zum Waffelbacken und Kaffeekochen und für den Standdienst. Denn unterstützt von Mitgliedern vom Landfrauenverein Eschbach informieren sie über Anbau und gesundheitlichen Wert der gesunden Erdäpfel und verteilen Rezepte.

Ob darüber hinaus noch die eine oder andere Landfrau Kapazitäten frei hat, um wie von den Organisatoren der Kerb vom Amt für den ländlichen Raum vorgeschlagen, verschiedene Kartoffelsalate für die Ehrengäste der Kreistierschau zuzubereiten, blieb zunächst offen. So gern sie ihre hausfraulichen Qualitäten unter Beweis stellen, wird es ihnen an diesem Wochenende etwas viel. Das Erntefest auf der Zeil wurde in diesem Jahr vorverlegt, und dahin sollen auch noch samstagmorgens um 6 Uhr sieben Torten geliefert werden. Das alles natürlich unter der Prämisse, dass die meisten der modernen Landfrauen berufstätig sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare