Spatzen geben Mal-Tipps

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Gemeinsam Kuchen und Kekse essen und bunte Blumen, rote Herzen und die gelbe Sonne malen: Im Kindergarten Spatzennest blühten die Silbergrau-Senioren sichtlich auf. Und die Vorschulkinder legten ganz schnell ihre Scheu vor den Besucherinnen ab, die ihre Omas oder Uromas hätten sein können.

„Es hält sich hartnäckig das Gerücht, die Omas müssten auf kleinen Stühlen sitzen“, meinte Silbergrau-Vorsitzende Utta Dommes. Sie bedauerte, dass diesmal nur acht Senioren beim Besuch des Kindergartens Spatzennest in Arnoldshain mit dabei waren. Dabei sind die jährlichen, generationenübergreifenden Begegnungen der ältesten und der jüngsten Schmittener immer für alle Beteiligten ein besonderes Erlebnis. Bequeme, erwachsenengerechte Stühle gab es übrigens mehr als genug.

„Es ist jedes Mal anders, denn die Kinder sind so unterschiedlich“, stellte Dommes fest. Sie kann es beurteilen, denn sie hat in 17 Jahren auf diesem Weg viele Mädchen und Jungen kennengelernt.

Schon das gemeinsame Kuchen- Essen dauerte länger sonst. „Wie heißt Du?“, wollten die Senioren von ihren jungen Gastgebern wissen. Die antworteten nicht nur brav, sondern erzählten oft munter drauf los – von allem, was ihnen gerade so einfiel. „Heute sind unsere Vorschulkinder gegenüber den Besuchern, die sie noch nicht kannten, besonders schnell aufgetaut“, bemerkte Erzieherin Monika Biel. Wegen der angeregten Gespräche zwischen den kleinen Spatzen und den erfahrenen Silberlocken fing dann das Programm später an.

Biel und Anerkennungspraktikantin Dorota Schwarzer hatten etwas vorbereitet, was dort, wo Omas und Enkel unter einem Dach wohnen, vielleicht auch zu Hause gemacht wird: Gemeinsam malen. Auf Papier haben viele sicher früher schon gemalt. Aber auf Teller und Tassen? Bevor es losging, mussten erst die Porzellanmalstifte tüchtig geschüttelt werden.

Stolz gaben die malerprobten Kinder den Omas Tipps. „Mal doch ein Auto“, empfahl Kianu seiner Tischnachbarin. Doch der 82-jährigen Maria Wagner war das zu kompliziert. Ein rotes Herz war doch viel einfacher. Im Gegenzug half sie dem Sechsjährigen, der zunächst gar nichts malen, sondern seinen Namen auf die Tasse schreiben wollte. Auf ihren Rat hin, weil es schöner aussieht, wagte er sich noch an ein paar Verzierungen.

Und dann war der gemeinsame Nachmittag schneller zu Ende als alle gedacht haben. Die Kinder wollten ihre Tassen am nächsten Tag noch fertig machen und boten an auch noch den einen oder anderen Teller für die Senioren zu verschönern. Die dürfen gespannt sein, was daraus wird. Denn nach dem Trocknen und Einbrennen holt Dommes die Teller als Erinnerung an diesen Tag ab.

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