Spontane Idee bringt 1600 Euro

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Wer anderen Gutes tut, muss doch selbst auch ein guter Mensch sein. Birgit und Christoph Gasch hatten jedenfalls nur die Hilfe für andere im Sinn, als ihnen die Idee mit den Weihnachts-Wunder-Päckchen in den Sinn kam. Jetzt wurde der Erlös der Aktion gespendet.

Als Birgit und Christoph Gasch von dem Projekt des Vereins „Wir helfen“ hörten, das sich an Geschwisterkinder von krebskranken Kindern wendet, wollte das Brombacher Ehepaar helfen. Sie suchten Sponsoren, verpackten all die Dinge, die ihnen gespendet wurden, als Geschenke und nannten sie „Weihnachts-Wunder-Päckchen“. Die boten sie während des Mauloffer Weihnachtsmarktes zum Kauf an.

Den Erlös und weitere erhaltene Geldspenden übergaben sie dieser Tage im Landgasthof „Zur Frischen Quelle“ an das Projekt Geschwisterhilfe, das vom Frankfurter Kinderbüro koordiniert wird. Dr. Klaus Siegler, Leiter des Psychosozialen Dienstes im Zentrum der Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt, und Thomas Ziegler, stellvertretender Leiter des Kinderbüros Frankfurt, konnten 1600 Euro entgegennehmen.

Dass da die Freude groß war, versteht sich von selbst. Dieses Geld sei eine segensreiche Hilfe für die ganze Familie, genau wie das gesamte Hilfsprojekt, unterstrich Dr. Klaus Siegler. „Die Diagnose Krebs schlägt wohl bei jedem wie eine Bombe ein“, sagte er. Das verändere das Leben der gesamten Familie. Meist müssten die Mütter von todkranken Kindern ihren Job aufgeben, um ganz für das kranke Kind da sein zu können.

„Und was ist dann mit den Geschwisterkindern?“, fragten sich nicht nur die beiden Fachmänner. Genau an dem Punkt wollten sie ansetzen und die riesigen Probleme solcher Familien auffangen helfen. „Da stellen sich schon die alltäglichen Dinge als Hürden mitten in den Weg“, erklärte Thomas Ziegler. Denn alleine das Parkticket im Universitätsklinikum Frankfurt koste 18 Euro täglich.

Der Förderverein unterstützt aber nicht nur finanziell, sondern packt auch praktisch zu. Beispielsweise bei Anträgen für die Pflegestufe oder für den Behindertenausweis.

Bei alledem bleiben die gesunden Geschwister oftmals auf der Strecke. Denn natürlich drehe sich alles erst mal nur um das kranke Kind. Doch auch bei den Geschwistern spielten Ängste eine große Rolle, erklärten Siegler und Ziegler. „Die Geschwister spüren nur zu genau, wenn die Eltern verzweifelt sind“, erklärten beide.

Als dreifacher Vater setzt sich Thomas Ziegler für Kinder aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet ein. Auch Dr. Klaus Siegler kennt das Leid von Familien aus 30-jähriger hautnaher Erfahrung. Mit diesem Wissen hatten sich die beiden Männer kennengelernt. Das Ergebnis ist eine tiefe Freundschaft, die anderen hilft. Innerhalb der Geschwisterhilfe ist inzwischen ein Dokumentarfilm entstanden. Eine Ferienfreizeit mit elf Kindern im Alter von neun bis 14 Jahren wurde in Niederbayern angeboten.

Wer mehr über die Geschwisterhilfe wissen möchte, kann sich an das Kinderbüro Frankfurt wenden. Thomas Ziegler gibt dort unter der Telefonnummer (0 69) 21 23 12 85 Auskunft. Auch im Internet sind Infos unter zu finden.

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