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Die U 12 der SG Westerfeld trainiert für den Aufstieg in die die Gruppenliga. Sie holten sich 2017 den Pokalsieg.

SG Westerfeld

Sportgemeinschaft ist letzte Bastion des Frauen- und Mädchenfußballs im Usinger Land

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Von wegen Fußball ist Männersache. Bei der SG Westerfeld blüht der Mädchenfußball auf. Von zwölf Spielerinnen ist der Kader seit 2007 auf über 70 in vier Mannschaften angewachsen. Weil der Nachwuchs auch Ausdauer beweist, wechseln die älteren Fußballerinnen in die Frauenmannschaften der FSG Usinger Land.

Pferdeschwänze wippen. Flink und elegant dribbeln die Mädchen mit dem Ball über den Rasen. Sie können aber auch ihre Schnelligkeit einsetzen und einen burschikosen Durchmarsch machen. Platzierte Flanken in Richtung Tor sind auch kein Problem. Letzte Hürde ist die Torfrau, die beherzt eingreift. So sieht Mädchenfußball aus. Und es sieht gut aus, wie sie da auf dem Rasen in Westerfeld zaubern.

Am schönsten sind das Lachen und die Freude in den Gesichtern über einen gelungenen Spielzug und wenn der Ball dann endlich im Tor landet. Dann hat sich die Quälerei zweimal in der Woche gelohnt. Denn bei der Hitze in diesem Sommer ist das Training wahrlich kein Zuckerschlecken. Aber die Mädchen sind alles andere als zimperlich. Sie wissen ohne Ausdauer und Schweißperlen ist guter Fußball nicht möglich.

Ausdauer beweist auch ihr Verein, die SG Westerfeld. „Wir sind ja sozusagen die letzte Bastion des Frauen- und Mädchenfußballs im Hintertaunus“, sagt Vorsitzender Kai Hartherz, der mit Vanessa Tächl die U 16 trainiert, nicht ohne Stolz. Er beziffert die Zahl der Spielerinnen inklusive der 31 Fußballerinnen in den beiden Frauenmannschaften der FSG Usinger Land auf derzeit 104. Die Tendenz ist steigend. Allein in diesem Jahr gab es etliche Neuzugänge.

Und was macht der Verein, damit er so viel Zulauf hat? Der stellvertretende Vorsitzende Hubert Tächl erläutert seine Strategie: „Bad Homburg hat den Mädchenfußball dicht gemacht und da habe ich halt hinterhertelefoniert.“ Aber die SG Westerfeld ruht sich auch darauf nicht aus. Ein wichtiger Ansatz ist die Kooperation mit der Grundschule in der Wiesenau. Das erst einmal auf drei Jahre angelegte „Schulprojekt Mädchenfußball“ werde vom staatlichen Schulamt gefördert. Nach dem Tod von Burkard Mück, dem Motor des Westerfelder Mädchenfußballs hat nach einjähriger Pause Gerhard Müller das Training mit rund 20 Grundschülerinnen übernommen. „Wir wollen versuchen für die nächste Saison aus dem Schulprojekt eine U 8 Mannschaft anzumelden.“

Das wäre dann zusätzlich zu den U 10-, U 12-, U 14- und U 16-Teams die fünfte Mädchenmannschaft der SG Westerfeld. Die Westerfelder haben 2017, weil Mönstadt und die Usinger TSG nicht mehr genug Spielerinnen für die Jugendspielgemeinschaft hatten, als Verein die Federführung im Mädchenfußball übernommen. Vom Nachwuchs bleiben viele ehrgeizig dabei und wechseln dann in die FSG Usinger Land. Der ersten Frauenmannschaft unter Trainer Harald Torsiello fehlten in der Gruppenliga auf dem fünften Platz gerade mal drei Punkte zum Relegationsplatz.

Auf Erfolgskurs sind auch die U 12 Mädels, die von Daniel Hambach und Gregor Borowski trainiert werden. Sie holten sich 2017 den Pokalsieg und haben das Potenzial in der aktuellen Saison den Sprung in die Gruppenliga schaffen. „Das ist nicht zwingend, es kommt auf den Zusammenhalt an“, meint Hambach, der sich zusammen mit den Mädchen über neue Trikots freut, die die Mainova AG spendiert hat. Dass zur Trikotübergabe von Franciso Rodriguez, dem Leiter Mainova-Kommunalmanagement, auch der ehemalige Eintracht Frankfurt- und Nationalspieler Manfred Binz und Neu-Anspachs Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) gekommen sind, ist für die Mädels ein weiterer Ansporn.

„Nach vielen Jahren wurden mal wieder eine Mädchenmannschaft ausgelost die neue Trikots bekommt“, freut sich SG-Jugendleiterin Anna Schäfer. Weil es nicht so viele Mädchenmannschaften gibt und damit die Jüngsten nicht so weit fahren müssen, spielten sie anfangs in den Gruppen mit den Jungenmannschaften. „Wenn sie älter sind, macht das keinen Sinn mehr, denn Mädchen spielen anders Fußball“, sagt sie.

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