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Birgit Wieland-Fermor (links) und Marius Vogelsberg (rechts) wurden von Axel Bangert (2.v.l.), Ute Hellen (Mitte) und Uwe Riehl für langjährige aktive Mitgliedschaft geehrt.

DRK

Stadt soll bei der Finanzierung von neuer Unterkunft helfen

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Die DRK-Ortsgruppe ist nach Turbulenzen auf einem guten Weg. Große Sorge bereitet die Frage, wo es künftig einen Platz für die Bereitschaft, für die Kleiderkammer und für „Aufgetischt“ geben kann. Unter Umständen droht eine unangenehme Lösung.

Viel Lob für die Usinger DRK-Bereitschaft gab es in der Jahreshauptversammlung vom Rotkreuzbeauftragten Uwe Riehl, der sagte: „Ihr seid eine solide uns kompetente Gruppe mit einem guten Zusammenhalt.“ Mit seiner Feststellung, dass für die Usinger Ortsgruppe ein Fahrzeug für den Katastrophenschutzeinsatz bereitsteht, für das es aber noch keinen Unterstand gibt, liefert Riehl dem DRK-Kreisgeschäftsführer Axel Bangert eine Steilvorlage.

Überall außer in Bad Homburg gebe es Probleme, Immobilien für die Unterkünfte der Bereitschaftsdienste zu finden. „Es geht immer ums Geld“, sagte Bangert und ergänzte: „Wir haben die Bürgermeister bisher sehr in Ruhe gelassen, das wird so nicht weiter gehen.“

Damit spielte er auf die seit Jahren rückläufige Mitgliederentwicklung des DRK an. Auch in Usingen sieht Bangert noch Chancen, die Zahl der aktuell 655 Fördermitglieder zu erhöhen, wenn ab der kommenden eine Werbeaktion an den Haustüren startet.

„Wenn Wehrheim uns bei der Finanzierung einer neuen Unterkunft unterstützt, muss Usingen das auch können“, forderte Bangert. Denn in absehbarer Zeit soll das DRK den Stützpunkt im alten Forsthaus verlassen und die Container von „Aufgetischt“ und Kleiderkammer müssen auch verschwinden. Vorschläge für einen neuen Standort gebe es nicht. „Wenn es keine Lösung gibt, müssen wir das Usinger DRK mit Wehrheim oder Neu-Anspach zusammenlegen“, drohte Bangert an.

Bangert ärgert sich, dass die Stadt Usingen Stellplätze für Altkleidercontainer an andere Unternehmen vergibt, weil sie dafür mehr zahlen. „Doch Herr Wernard vergisst, dass die weder eine Kleiderkammer unterhalten, noch Bedürftige mit Lebensmitteln versorgen oder sich um Flüchtlinge kümmern“, so der Geschäftsführer. Er gönne den Feuerwehren, dass sie von den Kommunen so unterstützt werden. Dass das DRK so gar nichts kriegt, sei nicht in Ordnung.

Was die Verknüpfung mit den 70 Aktiven angeht, schaute die Vorsitzende positiv in die Zukunft. Vor allem liefen die Sanitätsdienste nicht mehr auf Zuruf und über Telefonate. Dienste für Veranstaltungen würden über die Homepage beantragt. Über ein Verfahren zur Risikobewertung bei Großveranstaltungen werde ermittelt, wie viele Einsatzkräfte nötig sind und danach ein Kostenvoranschlag für den Veranstalter erstellt.

Manche hielten die Preise für die Sanitätsdienste zu hoch. „Dass die Anforderungen höher geworden sind, liegt nicht an uns“, machte Hellen deutlich. Sie hofft auf mehr Verständnis. Wie Bereitschaftsleiter Rolf Schmitt berichtete, hat die Ortsgruppe in die Ausstattung der Fahrzeuge mit medizinischen Geräten investiert. Die 16 Einsatzkräfte der Bereitschaft haben 2017 und im laufenden Jahr bis jetzt 2406 Helferstunden geleistet für Sanitäts- und andere Dienste, Ausbildungen, Blutspenden und Einsätze. Bei der aktuellen Waldbrandgefahr ist es derzeit wichtig, gekühlte Getränke für die Feuerwehrkameraden bei Einsätzen vorzuhalten und zu deren medizinischen Betreuung zur Verfügung zu stehen. Ein starkes Team sind die zwölf Frauen der Kleiderkammer. Eine davon ist Birgit Wieland-Fermor, die für zehn Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt wurde. Während in der Kleiderkammer jeder ohne Berechtigungsschein einkaufen kann, müssen die rund 200 Kunden bei „Aufgetischt“ und die 100 auf der Warteliste eine Bescheinigung vom Kreis vorlegen. Im Aufbau befindet sich das Jugendrotkreuz in Usingen. Die Versammlung bestätigte Felix Pirastu als künftigen Jugendgruppenleiter. Er eifert Marius Vogelsberg nach, der für fünf Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde.

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