Gemeindevertretung Schmitten

Stärkste Fraktion bleibt die FWG

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Dass die neue offene Wählergemeinschaft (b-now) die politische Landschaft verändern würde, war allen Gruppierungen vorher klar. Dass es so deutlich würde, war doch eine Überraschung und über die Gründe wurde spekuliert. Spannend wird, was sich jetzt aus dem Votum der Bürger entwickelt.

Die Enttäuschung in den Gesichtern der Vertreter aus allen etablierten Gruppierungen war am Wahlabend nicht zu übersehen. Je mehr Bezirke ausgezählt waren, desto klarer wurde die starke Position der b-now, die offensichtlich allen Mitbewerbern Stimmen abgenommen hatte – besonders viele aber letztlich den Grünen, die von der neuen Umweltpartei sprachen. Grünen-Chefin Ilona Fritsch Strauß stellte aber fest, dass die b-now nicht über den Tellerrand hinausschaue.

Ein Ergebnis von 15 Prozent oder mehr hatte sich b-now Spitzenkandidat Christian Schreiter gewünscht. Für ihn und seine Mitstreiter sei einfach wichtig, sagen zu können: „Wir sind da“. Nach Auszählung der Einzelstimmen ist die b-now, wie von Vertretern der FWG und CDU vermutet, noch von 21,32 Prozent auf 16,7 Prozent zurückgefallen. Ein Grund zum Feiern sahen die neuen Gemeindevertreter aber allemal, vor allem weil sie offensichtlich von den meisten unterschätzt worden seien. Jetzt stellen sie fünf Gemeindevertreter.

Die b-now dürfe sich trotzdem nicht als Wahlsieger fühlen, machte Thomas Willroth (FWG) deren Kandidaten im Rathaus unmissverständlich klar und sagte: „Stärkste Fraktion ist und bleibt die FWG.“ Die Freien Wähler erreichten zum Schluss 29 Prozent und damit bis auf einen Prozentpunkt beinahe wieder ihr Ergebnis vom letzten Mal – und vor allem noch genauso viele, nämlich neun Sitze.

Für die CDU, die schon bei der letzten Wahl gehörig Federn gelassen hatte und nach Auszählung der reinen Listenstimmen um sieben Prozent abgestürzt war, sah es dann nach Auszählung aller Stimmen auch nicht mehr ganz so dramatisch aus. Sie bleibt mit jetzt 22,6 Prozent und sieben Sitzen zweitstärkste Fraktion. CDU-Vorsitzender Martin Weber und CDU-Kandidatin Julia Krügers gingen davon aus, dass das bundespolitische Thema Asyl voll auf Schmitten durchgeschlagen sei.

Die Grünen standen nach der Listenauszählung noch ganz gut da, holten aber mit ihrer fast komplett neuen Mannschaft wenig Einzelstimme, fielen um sechs Prozent auf 10,3 Prozent zurück und büßten im Vergleich zur vergangenen Wahl zwei von bisher 5 Sitzen ein. Den Fukushima-Effekt herausgerechnet, haben sie aber im Vergleich zu 2006 ihre Stammwählerschaft sogar erhöht.

Hoffte UBB-Chef Bodo Maxeiner am Sonntagabend noch auf mindestens ebenso viele Stimmen und Sitze wie 2011, müssen die unabhängigen Bürger nach einem Stimmenverlust von 1,9 Prozent künftig mit nur noch drei statt bisher vier Gemeindevertretern auskommen. Ein Verlust von zwei Prozentpunkten auf nur 5,2 Prozent ließ die von Roland Wilfing angeführte SPD-Fraktion von drei auf zwei Sitze schrumpfen. Die FDP mit ihren Vorsitzenden Dr. Uwe Ewerdwalbesloh konnte sich wie bei der vergangenen Wahl nicht mehr als zwei Sitze sichern und verlor weitere 1,8 Prozent der Stimmen.

Interessant werde jetzt, wie sich Mehrheiten bilden, meinte Annett Fomin-Fischer von der b-now, und Ralph Bibo sagte: „Das schauen wir uns in aller Ruhe an.“ Für die beiden größten Schmittener Gruppierungen, FWG und CDU, könnte es für eine gemeinsame Mehrheit reichen, so sie denn zusammenfinden wollten. Ihre inhaltlichen Positionen lagen nie weit auseinander und persönliche Animositäten könnten inzwischen in den Hintergrund gerückt sein. „Ich sage noch gar nichts“, meinte FWG-Spitzenkandidat Volker Lehwalder am Sonntagabend.

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