Familie Rouwen aus Darmstadt genießt den gemeinsamen Sonntagsausflug in den Hessenpark. Die beiden jüngsten Töchter probieren eine Übung am Trimm-Dich-Parcours aus.
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Familie Rouwen aus Darmstadt genießt den gemeinsamen Sonntagsausflug in den Hessenpark. Die beiden jüngsten Töchter probieren eine Übung am Trimm-Dich-Parcours aus.

Fit im Usinger Land - 50 Jahre Trimm-Dich-Pfade

Start einer ganz besonderen Fitnessbewegung

  • vonMatthias Pieren
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Heute sind die reinen Trimm-Dich-Pfade kaum noch zu finden, aber ein Original-Parcours ist im Hessenpark aufgebaut.

Wanderungen im Wald, eine Laufrunde übers Feld und Spaziergänge in Parks haben die Einschränkungen der zurückliegenden zwei Monate in Folge der Corona-Pandemie etwas abgemildert und erträglicher gemacht - auch wenn sie nur zu zweit möglich waren.

Keine Frage: Die gebotenen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen haben alle Bürger innerlich aufgewühlt und viel von ihnen abverlangt. Umso größer ist nun die Erleichterung über die Lockerungen in vielen alltäglichen Bereichen. Familie Rouwen aus Mühltal bei Darmstadt hat am Sonntag mal wieder einen richtigen Familienausflug gemacht.

Im Freilichtmuseum Hessenpark hat Simon Rouwen seinen Töchtern am dortigen 2017 eingeweihten Trimm-Dich-Pfad gezeigt, wie er früher als Kind gerne draußen auf dem Trimm-Dich-Pfad im Wald Sportübungen gemacht hat. Dass Bewegung an der frischen Luft die allgemeine Fitness, das körperliche und geistige Wohlbefinden steigert, ist nun wirklich nichts Neues.

Auf Waldpfaden Sport treiben

Vor nunmehr genau 50 Jahren startete der ehemalige Deutsche Sportbund (DSB) die Trimm-Dich-Kampagne und ließ in Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen Freizeit-Sportanlagen auf Waldpfaden oder in Parks anlegen. Überall in Deutschland wurden seinerzeit die ersten Trimm-dich-Pfade eröffnet.

"Fitness drückt das Vermögen aus, im Alltag leistungsfähig zu sein und Belastungen eher standzuhalten", teilt dazu Pia Preuß vom Freilichtmuseum Hessenpark mit. "Die Trimm-Dich-Kampagne zielte darauf ab, den Breitensport zu fördern und die mangelnde Bewegung der Deutschen im Alltag auszugleichen."

Anhand von originalen Bauvorlagen des Deutschen Sportbunds wurde ein Rundweg mit zehn Gerätestationen aus Robinienholz gebaut. Insgesamt laden im Hessenpark 14 Übungen zum Ausprobieren und Mitmachen ein. Die entsprechenden Anleitungen wurden zusammen mit dem Institut für Sportwissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt erarbeitet.

Zeitgeist der 70er Jahre

"Das Freilichtmuseum hat mit der Installation erstmals die sozial-gesellschaftlichen Entwicklungen und den Zeitgeist der 70er Jahre aufgegriffen. Ziel des Aufrufs der Trimm-Dich-Bewegung war es, Sport für alle möglich zu machen - unabhängig von Alter, Geschlecht und Fitnessstand."

Im Hochtaunuskreis gibt es neben dem im Hessenpark, heute lediglich noch einen Parcours im Bad Homburger Hardtwald sowie einen in Friedrichsdorf (Dillinger Straße), die dem ursprünglichen Konzept entsprechen. In der Kurstadt und in Oberursel (Rushmoor-Park) wurden jedoch weitere öffentliche Fitness-Anlagen eröffnet, die einem geänderten Konzept folgen: Fitness-Geräte aus Stahl wurden konzentriert an einem Standort installiert.

"Erste politische Beschlüsse zum Thema Outdoor-Fitness für Erwachsene wurden 2010 gefasst", teilt dazu Marc Kolbe, Pressesprecher der Stadt Bad Homburg, mit. Seither wurde der Fitnessparcours "An den Satteläckern" in zwei Bauabschnitten und die Calisthenics Fitness-Anlage Hofheimer Straße/Oberste Gärten" eingeweiht.

"Das Konzept und die Planung erfolgte in Abstimmung mit dem Jugendbeirat", so Kolbe. "Die Fitnessgeräte am Bolzplatz Braumannswiesen wurden im Zuge der Sanierung des Bolzplatzes ergänzt und mit dem Kunstrasenplatz 2017 eingeweiht. Zuletzt wurde eine kleine Fitnessstation am Hühnerstein in Zusammenarbeit mit einer Landschaftsarchitektin geplant, die in den kommenden Wochen fertiggestellt sein wird."

Dieser Platz gehört zum Gesamtkonzept für die öffentlichen Grünflächen am Hühnerstein. Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs pflegen, unterhalten und kontrollieren alle Fitness-Stätten der Kurstadt regelmäßig. Wie andere Spiel- und Bolzplätze übernehmen externe Sachverständige die sicherheitstechnische Kontrolle einmal pro Jahr.

Matthias Pieren

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