Start frei für Heisterbachstraße

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Es geht voran mit der Heisterbachstraße, der Unterbringung von Flüchtlingen und den Baugebieten. Anders sieht das bei der Windkraft aus.

Die gute Nachricht erreichte das Rathaus am Jahresende: Die Archäologen haben die Baustelle zwischen Westerfeld und Hausen-Arnsbach verlassen und nichts gefunden, was der Verlängerung der Heisterbachstraße im Wege steht. „Ich bin sehr erleichtert“, sagt Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) angesichts der „denkmal-rechtlichen Freigabe“.

Nachdem die Feldwege-Brücke schon fertiggestellt ist und auch die Arbeiten für das Bauwerk über der Taunusbahn begonnen haben, kann nun im Frühjahr die Straße gebaut werden. „Jetzt schreiben wir die Arbeiten aus.“

Nachdem das letzte große Bauprojekt der Stadt damit in trockenen Tüchern ist, möchte sich der Rathauschef im neuen Jahr einem anderen Thema widmen: Neu-Anspach, von der Raumordnungsbehörde des Bundes einst als Unterzentrum klassifiziert, soll – genauso wie Usingen – Mittelzentrum werden. Seit 1999 kämpfe die Kommune bereits dafür, berichtet Hoffmann und legt einen dicken Ordner vor, in dem der komplette Schriftwechsel zu finden ist.

Nach Ansicht des Verwaltungschefs erfüllt die Stadt alle für ein Mittelzentrum nötigen Aufgaben der Versorgung und der Infrastruktur. Es gibt beispielsweise einen Bahnanschluss, mehrere Sportstätten, ein Kino und ein Schulzentrum. „Und gemeinsam mit Usingen bilden wir ein Versorgungszentrum für den um uns liegenden Raum.“ So kämen 60 Prozent der Schüler, die an die Adolf-Reichwein-Schule gingen, gar nicht aus Neu-Anspach. „Wir haben also eine Schule für alle Kommunen“, stellt Hoffmann fest. Ihm ist auch wichtig, Folgendes klarzustellen: „Wir wollen Usingen nichts wegnehmen, wir wollen nur die gleiche Ausgangsbasis.“

Die Stadt hätte, wäre sie Mittelzentrum, vor allem einen großen finanziellen Vorteil. Mit dem Kommunale Finanzausgleich 2016 bekäme sie für jeden Einwohner 20 Prozent mehr Geld. Bislang gehe Neu-Anspach plus/minus Null raus, dann würde eine halbe Million Euro in ihrem Säckel landen. „Das bestärkt mich“, sagt der Bürgermeister, der genauso wie sein Vorgänger Gerd Hillen (parteilos) schon zig Stellungnahmen an den Regionalverband und das Hessische Wirtschaftsministerium geschrieben hat, aber immer wieder vertröstet wurde. „Jetzt gehen wir mit Hochdruck dran, denn künftig geht es nicht mehr nur um die Ehre, sondern es kostet richtig Geld.“

Einnahmen soll auch der Verkauf von Baugrundstücken bringen. Die Randbebauung in Hausen-Arnsbach (Am Tripp) und die Erschließung des zweiten Bauabschnitts von Westerfeld West stehen in den kommenden Monaten auf der Agenda von Bauamtsleiterin Viola Feldmann, außerdem erneut die Ausschreibung eines Investorenauswahlverfahrens für die Bebauung der Neuen Mitte mit einer barrierefreien Wohnanlage. Nachdem der erste Wettbewerb bekanntlich gescheitert war, gibt es nun, nachdem die Stadt einen neuen Anlauf genommen hat, drei ernstzunehmende Interessenten, berichtet Hoffmann.

Gemeinsam mit Viola Feldmann hat er sich auch auf die Suche nach Unterkünften für Asylbewerber gemacht. 39 Flüchtlinge leben bislang in der Stadt, 140 weitere werden im neuen Jahr erwartet. Zwei Grundstücke, auf denen Container aufgestellt werden sollen, hat Bürgermeister Hoffmann deshalb ins Auge gefasst: die Grünfläche am Festplatz und den zur Hälfte stillgelegten Bolzplatz am Stabelsteiner Weg. „Irgendwo müssen die Menschen ja hin“, sagt der Rathauschef und bezeichnet die Lage wegen der Nähe zum Bahnhof und zu den Geschäften als gut. Er denkt aber auch über den Bau von Wohnungen nach, denn: „Der Großteil von ihnen wird bleiben.“

Die Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH, die zu 30 Prozent der Stadt gehört, hat für die Unterbringung von Asylbewerbern auch das ehemalige Landschulheim in Rod am Berg von der Kirche gekauft. Derzeit wird es umgebaut, in einem halben Jahr soll es bezugsfertig sein. Für zehn Jahre wird es an den Kreis vermietet. „Ein Schritt in die richtige Richtung“, so Hoffmann. „Aber das alles baut sich nicht von selbst, und es kostet Zeit.“

Und das ist auch beim leidigen Thema Windkraft nicht anders. „Wir warten“, sagt der Bürgermeister, der nicht verstehen will, dass das Genehmigungsverfahren immer noch nicht läuft. „In Weilrod drehen sich die Windräder, und zehn Kilometer davon entfernt soll es so schwierig sein.“ Gerade erst hat er eine Nachricht vom Regierungspräsidium (RP) erhalten, in der ihm – wie mehrfach in den zurückliegenden Monaten – mitgeteilt wurde, dass die Antragsunterlagen immer noch nicht vollständig sind. Hoffmann weiß, dass die Bürgerinitiative N.o.W. häufig beim RP vorstellig ist, und das wurde ihm im jüngsten Schreiben auch bestätigt. Darin ist zu lesen, „dass die BI umfangreiche Unterlagen zum Verfahren vorgelegt hat und weiterhin vorlegt“. Und sofern diese „erheblich und nicht bereits bekannt“ seien, müssten sie berücksichtigt werden.

„Es wird wahnsinnig eng“, sagt Hoffmann im Hinblick darauf, dass wegen der Schonfrist für die Tiere nur bis Ende Februar für den Bau der Windräder im Wald gerodet werden darf. „Wenn das nichts wird, wird es auch im Hinblick auf die Zuschüsse immer schwieriger.“

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