Neuer Fahrplan sorgt auch in Arnoldshain für Ärger

Stehend im Bus bis nach Usingen

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Was für eine Umstellung. Nicht nur der Fahrplan ist anders, auch die Wege werden jetzt länger. Zumindest die Fußwege der Kinder, die Nachmittags nach einem langen Schultag nach Hause kommen. Denn in Arnoldshain wird dann nur noch die außerhalb liegende Haltestelle Forsthausstraße angefahren.

Die Umstellung des Busfahrplanes am 11. Dezember hat auch eine Umstellung für die Arnoldshainer Schulkinder zur Folge. Eine teils große sogar. Denn gerade morgens, zur wichtigsten Zeit, fährt nur noch ein Bus. Dementsprechend voll ist der Bus und viele Kinder müssen stehen, was bei der langen Fahrt nach Usingen eine Herausforderung darstellt. Zugleich hält der Bus nur noch selten an der Grundschule und in der Taunusstraße.

Gerade Nachmittags müssen die Arnoldshainer Schulkinder an der Bushaltestelle Forsthausstraße aussteigen und dann – je nachdem wo sie wohnen – einen recht langen Fußmarsch in Kauf nehmen. Bepackt mit einem schweren Schulranzen und vielleicht noch Turnbeutel, was eben so im Unterricht gebraucht wird.

Unzumutbar, meinen viele Eltern und eine davon – Iris Kienle – hat sich deswegen an diese Zeitung gewandt. „Nach der Umstellung habe ich am 12. Dezember mit dem Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) Kontakt aufgenommen und um einen Ansprechpartner gebeten“, berichtet Kienle. Sie sollte ihr Anliegen an die zentrale Bearbeitungsstelle schicke, was sie getan hat. Bis heute allerdings hat sie noch keinen Ansprechpartner bekommen, mit dem sie persönlich über die derzeitigen Zustände sprechen kann.

Wie sieht das aus? Die Tochter von Kienle ist zehn Jahre alt und geht in die fünfte Klasse der Christian-Wirth-Schule in Usingen. Morgens fährt statt einem Bus kurz vor und einem kurz nach Sieben Uhr nur noch der Bus um 7.05 Uhr (Linie 80). Der erreicht um 7.32 Uhr den Schlossplatz in Usingen, ohne Umstieg. Alternativ fährt um 7.07 Uhr ein Bus der Linie 80 – allerdings ab der Haltestelle Forsthaus, also praktisch vor den Toren Arnoldshains, ab. Der hat bis dahin schon alle Kinder aus Königstein, Ober- und Niederreifenberg aufgesammelt und ist entsprechend voll. An einen Sitzplatz ist da nicht mehr zu denken.

Der nächste Bus (Linie 86), den die Kinder in Arnoldshain nehmen können, fährt um 7.35 Uhr und kommt eine Stunde später am Schlossplatz an. In Brombach müssen die Schüler umsteigen und gut 20 Minuten auf den Anschluss (Linie 82) warten. Bei Ankunft um 8.36 Uhr reicht es dann gerade noch zur zweiten Stunde, die um 8.45 Uhr beginnt.

Soweit, so schlecht. Mittags sieht es nicht besser aus. Nach sechs Unterrichtsstunden ist um 13 Uhr die Schule zu Ende, zumindest für diejenigen, die keinen Nachmittagsunterricht haben. Um 13.12 Uhr fährt Bus 80 am Schlossplatz Richtung Schmitten ab. In Dorfweil gibt es für die Schüler einen Boxenstopp von gut einer viertel Stunde, bevor es weiter geht. Allerdings nur bis zur Haltestelle Forsthaus. Also wieder außerhalb des Ortes. Innerhalb von Arnoldshain werden keine Haltestellen angefahren.

Bedeutet: Die Kinder kommen von einem langen Schultag mit meist schwer bepackten Ranzen (oder Rucksäcken, Taschen, etc.) endlich an und haben dann noch einen langen Fußmarsch vor sich. Wer nach sieben Stunden nach Hause entlassen wird (13.50 Uhr), hat ganz schlechte Karten. Denn der nächste Bus ab Schlossplatz fährt erst um 15.12 Uhr. Und nach der neunten Stunde (15.30 Uhr) müssen die Schüler noch eine halbe Stunde warten, bis der Bus kommt (16.02 Uhr). Nach knapp eineinhalb Stunden (17.27 Uhr) erreichen sie dann Arnoldshain, können aber immerhin an der Schule aussteigen. Dazwischen liegt eine mehr als halbstündige Wartezeit in Neu-Anspach.

Das soll eine Optimierung sein, fragte sich da Iris Kienle und hat an den VHT geschrieben. Von dort gab es bisher keine Rückmeldung. Auch beim Kreis, gab es gestern hierzu keine Auskünfte.

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