SPD mag die Sticherling-Planung nicht

Die SPD will bei der Planung für das Gelände in der Hattsteiner Allee eigene Akzente setzen. Ginge es nach den Sozialdemokraten, dann würden die Pläne der Architekten Sticherling ad acta gelegt.

Von TATJANA SEIBT

Ups, das ging aber schnell, mag sich so mancher Besucher gedacht haben, der zum Bauausschuss kam. In der Tat „hechelten“ die politischen Vertreter durch die elf Punkte umfassende Tagesordnung. Die Ausschussvorsitzende Susanne Weinreich (Grüne) verwies auf die elektronisch einsehbaren Unterlagen, so dass es beim kurzen Themenanriss blieb. Diskussion in der letzten Sitzung des Ausschusses? Fehlanzeige! Positionen wurden lediglich am Abstimmungsverhalten deutlich und da sind fast alle nah beieinander. Aber eben nur fast. Zumindest bei der Planung „südliche Hattsteiner Allee“ wollte die SPD Akzente setzten. Auf ihren Änderungsantrag hin wurden aus zwei Punkten vier gemacht, die zwar inhaltlich nichts verändern, aber doch die Position der Sozialdemokraten unterstrichen. Bekanntlich hat die Stadt die Architekten Sticherling von Westbauplan aus Usingen mit einer Rahmenplanung für die Hattsteiner Allee inklusive der alten Konrad-Lorenz-Schule beauftragt. Die Entwürfe wurden in einer Bürgerversammlung im vergangenen Jahr vorgestellt und die Anregungen der Bürger aufgenommen. Nun soll das Ganze dem Kreis als Flächeninhaber vorgestellt werden. Dass die Anregungen der Bürger und des interfraktionellen Arbeitskreis Innenstadtentwicklung/Demografie zur Kenntnis genommen werden, war für die Ausschussmitglieder klar. Ebenso, dass der Kreis nun die Unterlagen erhält und sich mit der Stadt abstimmen soll. Dabei sollen die städtebaulichen Bewertungen berücksichtigt werden. Uneins zeigte sich die SPD aber darin, dass die Pläne der Architekten weiter verfolgt werden sollen. Wollte Lothar Engländer (SPD) schon dafür stimmen, raunzte ihn die SPD-Ortsvereinschefin mit einem klaren „Nein“ an. Mit „Nein“, wie seine Parteikollegin wollte der aber nicht stimmen und enthielt sich kurzerhand.

In der Vergangenheit hatte sich die SPD schon nicht erfreut über die Pläne der Architekten gezeigt, da sie keinen Sozialwohnungsbau vorsahen. Im Wirtschaftsausschuss hatte Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) darauf hingewiesen, dass zum einen die Arbeit der Architekten beendet sei, zum anderen, dass auch Sozialwohnungen im alten Krankenhaus grundsätzlich möglich seien, die Stadt aber andere Flächen dafür im Sinn hat. Am Ende müsse aber der passende Investor gefunden werden. Hatte sich die SPD im Wirtschaftsausschuss noch enthalten, empfahl der Bauausschuss die Weiterverfolgung der Pläne bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung der SPD.

Ein Sammelsurium unterschiedlicher Höhen und Gebäude finden sich im Bereich Neutorstraße, in dem die Open Mainded AG ein Zentrum für betreutes Wohnen errichten möchte. Betreiben soll’s Cura Sana aus Bad Camberg. Da in dem Bereich weitere Flächen zum Verkauf stehen, hat die Verwaltung einen Bebauungsplan aufgelegt, der das Gebiet von der Neutorstraße bis hin zur Schießmauer in Wohn- und Mischgebiet untergliedert. Damit soll das angestrebte Ziel der Stadt, abgestufte Höhen in der Bebauung und eine Sicherung des grünen Innenbereichs, möglich werden. Die Anregungen zum Plan sollen zur Kenntnis, die Satzung beschlossen werden. So lautete die Empfehlung des Fachausschusses.

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