Bürgermeister dankt Claudia Müller für ihren Einsatz

Stolz auf solche Bürger

  • schließen

Seit 19 Jahren ist Claudia Müller ehrenamtliche Arbeitsrichterin. Dafür bekam sie jetzt den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Die Schmittenerin Claudia Müller hat den Ehrenbrief des Landes Hessen erhalten. Die 52-jährige Bauunternehmerin wird damit für ihre langjährige Tätigkeit als ehrenamtliche Richterin beim Landesarbeitsgericht in Frankfurt ausgezeichnet.

Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) hat Müller und ihren Ehemann Michael zu einer kleinen Feierstunde bei Kaffee und Plätzchen in sein Dienstzimmer eingeladen. Kinkel, der den Ehrenbrief in Vertretung von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Landrat Ulrich Krebs (beide CDU) überreichte, sagte, jede Kommune könne sich glücklich schätzen, Bürger wie Claudia Müller zu haben. Es sei nicht selbstverständlich, dass Menschen, die mit beiden Beinen im Arbeitsleben stünden und wie Müller ein mittelständisches Unternehmen zu leiten hätten, ehrenamtlich tätig sind und dafür viel Freizeit opfern. Wie wenig das für das Funktionieren einer lebendigen Gesellschaft so wichtige Ehrenamt in der Bevölkerung registriert werde, zeige sich immer wieder dabei, „dass Leute überrascht sind zu hören, dass wir keine Berufsfeuerwehr haben, sondern auf den freiwilligen Brandschutz angewiesen ist“.

Claudia Müller, die gebürtige Offenbacherin ist und dort ihren vor 119 Jahren gegründeten Betrieb in fünfter Generation leitet, war zunächst drei Jahre ehrenamtliche Richterin am Offenbacher Arbeitsgericht, bevor sie ans Landesarbeitsgericht in Frankfurt berufen wurde, was auch schon wieder 16 Jahre her ist. Der „Verband baugewerblicher Unternehmer“ hatte sie empfohlen, weshalb von dort auch Frank Imgrund zur Verleihung des Ehrenbriefs ins Rathaus gekommen war. Claudia Müller sei wegen ihrer Expertise als Unternehmerin und Arbeitgeberin empfohlen worden, sagte Imgrund.

Die Kammern des Landesarbeitsgerichtes sind in der Regel mit drei Richtern besetzt, einem Vorsitzenden und je einem ehrenamtlichen von der Arbeitgeber- beziehungsweise Arbeitnehmerseite. „Viermal im Jahr ist Pflicht, oft ist es aber auch mehr, denn bisweilen müssen Kollegen vertreten werden“, sagte Müller. Natürlich darf sie nicht über konkrete Fälle sprechen, einen besonders skurrilen Fall erzählte sie dann aber doch: Der Fahrer eines Sicherheitsdienstes hatte sich an der Ladung seines Geldtransporters bedient, die Sache flog auf, der Mann bekam die Kündigung. Nicht verwunderlich. Verwunderlich war aber, dass der Mann vors Arbeitsgericht zog, um gegen seine Kündigung zu klagen. Claudia Müller muss noch heute schmunzeln, weiß aber nicht, wie die Sache ausgegangen ist, „wir mussten den Fall zuständigkeitshalber an ein anderes Gericht abgeben“.

In Schmitten fühlen sich Claudia und Michael Müller sehr wohl. Sie sind vor einigen Jahren der guten Luft wegen von Offenbach in den hohen Taunus gezogen und haben es nicht bereut. Wie interessiert Claudia Müller an ihrem neuen Lebensumfeld ist, bewies der Umstand, dass sie meinte, Bürgermeister Marcus Kinkel auf einen Fehler in der neuen Homepage der Gemeinde aufmerksam machen zu müssen. Sie habe dort entdeckt, dass Niederreifenberg Schmittens höchst gelegener Ortsteil ist, noch höher als Oberreifenberg, „wie denn das sein könne . . .“ „Doch, doch“, meinte Kinkel lachend, darauf verweisend, dass es am Feldberg, noch oberhalb von Oberreifenberg, ein großes Stück Niederreifenberger Gemarkung gibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare