Von Rüdiger Maas und Friederike Schulze gelotst (von links), treffen die Radfahrer der Radfernfahrt "Deutsche Alleenstraße 2021" in Usingen im Schlosspark ein.
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Von Rüdiger Maas und Friederike Schulze gelotst (von links), treffen die Radfahrer der Radfernfahrt "Deutsche Alleenstraße 2021" in Usingen im Schlosspark ein.

BUND-Radler aus ganz Deutschland machen Pause in Usingen

Strampeln für den Erhalt der Alleen im Land

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Umwelt-Organisation macht mit der Sonderaktion auf das Thema aufmerksam

2300 Kilometer auf dem Fahrrad, das ist nicht ohne. Die Radler, die am 1. Juni zur Radfernfahrt "Deutsche Alleenstraße 2021" in Dangast an der Nordsee aufbrachen, haben sich einiges vorgenommen. Und das alles im Sinne des Naturschutzes.

Es ist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, der zu dieser Fahrt entlang der Deutschen Alleenstraße aufgerufen hat. Am Montag, 21. Juni, endet die lange Tour quer durch Deutschland in Sellin auf Rügen. Sinn und Zweck dieser für die Fahrer oftmals sehr anstrengenden Route ist der Schutz und das Pflanzen von Alleen. Deshalb fährt auch Katharina Dujesiefken, die Expertin für Alleenschutz, ganz vorne mit. Die Radfahrergruppe will auf den Wert von Alleen aufmerksam machen, die sie als Natur- und Kulturerbe sowie als touristische Attraktion bezeichnen. Bereits vor einem Jahr war diese Fahrt geplant, musste jedoch wegen der Pandemie verschoben werden.

Auch Usingen liegt auf ihrer Strecke. Am Montagnachmittag traf die Gruppe in Usingen ein und wurde von einem kleinen Empfangskomitee, ebenfalls per Rad, zum Schlosspark geführt. Um die gesamte Aktion zu unterstreichen, wurde dort nämlich ein Baum gepflanzt. Glücklicherweise hatte Usingens Baumpfleger Wadim Heinrich die Aktion bestens vorbereitet, weswegen die Gruppe zusammen mit Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) lediglich noch ein wenig Erde in das Pflanzloch einbringen musste.

Bäume verschwinden aus dem Straßenbild

"Wir tragen die Botschaft in zehn Bundesländer, das Kulturgut Allee zu erhalten und weitere Bäume zu pflanzen und zu pflegen", erklärte Dujesiefken als Leiterin der Radfernfahrt. Sie erinnerte daran, dass Straßen nicht nur teilen, sondern vor allem verbinden. Doch da liege leider noch vieles im Argen. Denn Alleen und Straßenbäume verschwinden immer mehr aus dem Straßenbild.

Mit einem kunstvoll gedrechselten Etappenstab, der Bürgermeister Steffen Wernard übergeben wurde, unterstrichen sie ihre Forderungen. Behalten durfte er das gute Stück allerdings nicht. Es war lediglich eine symbolische Geste, die am nächsten Haltepunkt wiederholt werde, wie Benjamin Müller von der norddeutschen Radgruppe als Überbringer betonte.

Den Radfahrern, die natürlich ohne Elektroantrieb unterwegs sind, fiel auf, dass es auf der Landstraße vor Usingen keinen Radweg gibt. Katharina Dujesiefken schlug daher vor, einen anzulegen und dabei eine Allee mit einzuplanen. Denn jede in diesem Sinne geplante Maßnahme solle auch das Pflanzen einer Allee beinhalten, betonte sie. Die Mobilitätsbeauftragte im Hochtaunuskreis, Lisa Meier-Ebert, übergab der Gruppe einen Spendenbrief und die Grüße von Landrat Ulrich Krebs (CDU). Wernard verwies auf die Usinger Geschichte als ehemalige Residenzstadt und die Bedeutung des Treffpunkts im Schlosspark als grüner Oase.

Regen und Gischt hatte die Etappe nach Usingen begleitet und damit die Gruppe stellenweise zu Pausen gezwungen. Alle waren also froh, sich ausruhen zu können. Doch am nächsten Tag stand auch ein kleines Programm an. Denn Usingen oder den Hessenpark zu erkunden, das sahen die Radler aus dem Norden nicht als Anstrengung an.

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