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Die vom Verein etablierte Musikschule Wehrheim verfügt über Lehrer für nahezu alle Instrumente. Sie präsentierten sich bei der Jubiläumsmatinee.

Wehrheims ältester Verein hat allen Grund zu feiern

Ein Stück lebendige Ortsgeschichte

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In der Sängervereinigung haben Wehrheimer seit 175 Jahren gesungen, das Dorfleben bereichert und Akzente gesetzt. Honoratioren lobten das bei der Matinee, gefeiert wird das ganze Jahr über.

Kerstin Mony ist stolz, im Jubiläumsjahr Vorsitzende der Sängervereinigung zu sein. Darauf, nicht nur die „Asche zu verwalten“, sondern positiv in die Zukunft zu blicken. Das hatten in 175 Jahren sieben Generationen vor ihr getan.

Dass sie ihrem Hobby nicht nur in den eigenen vier Wänden oder im Stau auf der Saalburg nachkommen könne, sei die zweite positive Komponente des Singens. „Im Chor kommt zum eigenen Erlebnis das Miteinander.“ Den Spaß, den man selbst habe, anderen zu vermitteln, sei die dritte Stufe des Singens. Mony ist sicher, dass die Sängervereinigung mit Cantus Wirena und der Musikschule zukunftsfähig aufgestellt ist. Sie spannte den Bogen aber noch weiter: „Es sagt viel über eine Gesellschaft aus, welchen Stellenwert Musik hat.“ Wenn viele Menschen „Herz und Hirn zum Kulturtempel machen“, könne die Politik nicht anders, als die Mittel zur Verfügung zu stellen.

Landrat Ulrich Krebs (CDU) betonte, dass dem Kreis die Förderung des Chorgesangs ein Anliegen sei. Es gebe zwar keine Elbphilharmonie, aber die Mensa der Limesschule sei ein hervorragender Ort, um Kultur zu präsentieren. Er könne sich gut vorstellen, dass in Wehrheim bereits im Mittelalter gesungen wurde, aber sieben Generationen in 175 Jahren seien auch nicht schlecht. Er sei sicher, dass im Taunus auch in sieben Generationen noch gesungen werde. Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) – ganz Charmeur – lobte die Attraktivität der Sängerinnen, aber auch den Mann, der den Chor groß gemacht hat: Dirigent Mark Opeskin. Die Sängervereinigung habe sich für Projekte geöffnet und Interesse geweckt. „Damit, einen Zettel in den Briefkasten zu werfen, erreicht man niemanden, man muss die Leute ansprechen.“ Sowohl wörtlich als auch mit zeitgemäßen Angeboten.

Sommer betonte, er werde sich als engagierter Sänger persönlich dafür einsetzen, dass Chöre nicht aussterben. In diese Kerbe schlug auch Parlamentschef Frank Hammen (CDU). Er bedauerte, dass der Chorgesang in den Medien nicht mehr so wahrgenommen werde. „Musik ist ein hohes Gut, das es zu fördern gilt.“

Sie verbinde und könne Stimmungslagen hervorragend ausdrücken. Ob große Ereignisse von Freude oder Trauer – bei beiden werde gesungen. Die Sängervereinigung habe Weitblick bewiesen und werde das sicher auch zukünftig tun. Doch zunächst soll gefeiert werden. Am Sonntag, 12. März, singt Cantus Wirena beim Partnerschaftssonntag in der evangelischen Kirche die Missa Luba. Beim Kulturabend mit der Landjugend am Sonntag, 6. Mai, gibt’s Volkslieder samt Tänzen, am Freitag, 25. August, findet ein Choraoke-Abend im Schwimmbad statt. Höhepunkt ist die Aufführung der Deutschen Messe von Brahms am Sonntag, 26. November, in Usingen.

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