Eiswurf in Weilroder Windpark

Taunus: Angst vor tödlichen Geschossen aus der Luft

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Wie bereits Anfang Januar, warnte gestern die Taunus-Bürgerinitiative „Naturpark ohne Windräder“ (N.o.W.) erneut vor Eiswurf an den Windrädern in Weilrod im Taunus.

Wieder Eis unter den Windrädern: Die Bürgerinitiative N.o.W. (Naturpark ohne Windräder) warnt erneut vor Eiswurf und mahnt Spaziergänger zur Vorsicht. Wie berichtet, hatte bereits Anfang Januar die Abschalt-Automatik, die die Anlagen bei drohender Vereisung der Rotorblätter stoppt, zwar funktioniert. Die Windräder seien jedoch ohne die vorgeschriebene Sichtprüfung durch den Parkbetreuer vom Hersteller Nordex wieder eingeschaltet worden. Das hatte der Betreiber der Anlagen, ABO Wind, der TZ damals bestätigt und gleichzeitig nach Rücksprache mit Nordex erklärt, dass so etwas nicht mehr vorkommen werde.

Gestern teilte N.o.W. der TZ, aber auch dem Regierungspräsidium mit, dass auch vergangenen Sonntag Eisbrocken im Umkreis von 150 bis 200 Meter um die Anlagen 4, 5, 6 und 7 gefunden worden seien – bei ähnlicher Wetterlage, also Temperaturen knapp über null Grad, Nebel und leichtem Schneefall. Die Anlagen seien in Betrieb gewesen, die Rotoren hätten sich „im Nebel laut gedreht“.

Bei der BI fragt man sich deshalb, ob es diesmal überhaupt zu Abschaltungen gekommen ist oder ob die Anlagen entgegen der Zusage des Herstellers doch wieder ohne Sichtprüfung angefahren wurden. Die BI sieht Waldbesucher in großer Gefahr. Offenbar würden die Warnschilder nicht beachtet. Besonders dramatisch sei, dass Eltern ihre Kinder unter den Anlagen mit den Eisbrocken spielen ließen.

Bei ABO Wind war man gestern zunächst ratlos, meldete am Nachmittag aber Erfolg. Projektleiter Steffen Kercher sagte, das Unter-nehmen sei am Morgen vom Regierungspräsidenten über den Eingang des N.o.W.-Schreibens unterrichtet und um Stellungnahme gebeten worden. Daran werde intensiv gearbeitet: „Wir müssen feststellen, ob und wann Anlagen gestoppt und wie sie wieder angefahren wurden.“

Pressesprecher Alexander Koffka erklärte, die gefundenen Eisbrocken könnten von den Anlagen stammen, müssten aber nicht. Dagegen spreche die Verfärbung auf den Fundstücken: „Eis von den Rotorblättern müsste klar oder weiß sein.“ Dennoch nehme man die Sache sehr ernst, so Koffka. Gestern seien deshalb die Geräte, die die Anlagen bei Vereisung stoppen, noch feiner justiert worden: „Sie stoppen bei drohendem Eisansatz noch früher. Kurz nach der Neujustierung gab es bereits Stillstände von Anlagen, die nach erfolgter Sichtprüfung und Abtauen des Eises wieder angefahren wurden.“ Es sei aber nie auszuschließen, dass Eis von stehenden Anlagen herabfällt. An Spaziergänger ergehe daher der dringende Appell, bei Wetterlagen wie momentan Abstand zu den Anlagen zu halten.

Kercher sagte aber auch, dass man das Problem, das es in Riedelbach gebe, so von keinem anderen Windpark kenne. Es gelte, dieses „leidige Thema“ ein für allemal zu klären. Das Unternehmen arbeite mit verschiedenen Herstellern zusammen. Propeller sei zwar grundsätzlich Propeller. Bei der Abschalttechnik gebe es jedoch unterschiedliche Systeme.

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