Christian Schwuchow und seine Frau Thuy Hang Vu-Schwuchow bieten als internationale Reiseveranstalter nun Wanderwochen im Taunus an. Denn die Pandemie hat das Geschäft einbrechen lassen, und so wurde umgedacht: Taunus statt Thailand.
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Christian Schwuchow und seine Frau Thuy Hang Vu-Schwuchow bieten als internationale Reiseveranstalter nun Wanderwochen im Taunus an. Denn die Pandemie hat das Geschäft einbrechen lassen, und so wurde umgedacht: Taunus statt Thailand.

Neu-Anspacher Reiseveranstalter ändern Pandemie-bedingt ihr Programm

Taunus-Wanderwoche ohne Wolf und Bär

  • VonEvelyn Kreutz
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Internationale Reisen kaum möglich - jetzt geht's in den Taunus

Neu-Anspach. Christian Schwuchow, Inhaber von Geograf Exkursionen in Neu-Anspach, und seine Frau Thuy Hang Vu-Schwuchow bieten individuell geleitete Rund- und Gruppenreisen weltweit an. Seit Corona konnten sie nur eine einzige Reise durchführen. Ob die für September bis Ende des Jahres und fürs nächste Jahr gebuchten Reisen stattfinden, wird die weitere Pandemieentwicklung zeigen. Und so haben die beiden nun einfach "umgeschult" - es geht nicht nach Thailand oder Tunesien - sondern in den Taunus. Genau: Urlaub vor der eigenen Tür und in Deutschland.

Taunuswanderung statt Vietnam

In der reisefreien Zeit haben die beiden Deutschlandreisen ausgearbeitet. An der ersten Wanderwoche durch den Taunus nehmen Stammkunden teil, die eigentlich nach Vietnam wollten.

Weltweit kombinieren die beiden Reiseleiter aus Passion Urlaub, Rundreise und Studienreise zu individuell geführten echten Erlebnisreisen für Gruppen bis zu 16 Personen. "Wir bieten nur Reisen in Länder an, die wir besonders gut kennen und/oder in Länder, mit denen wir verbunden sind und die uns ans Herz gewachsen sind. Manche dieser Länder sind unsere erste Heimat, andere unsere zweite Heimat gewesen oder geworden", so Schwuchow.

Der 52-Jährige hat nach dem Abitur an der Christian-Wirth-Schule Geografie, Zoologie und Botanik studiert und während des Studiums als Schlafwagenschaffner gearbeitet. "Die Botanik ist zur Passion geworden, das Reisen zum Beruf", erzählt er. Nach vielen Jahren Reiseleitung in den verschiedensten Ländern lernte er in Vietnam seine heute 39-jährige Kollegin kennen und lieben. Die beiden entschieden, gemeinsame Sache im Leben zu machen, haben sich 2011 als Reiseveranstalter selbstständig gemacht und eigene einzigartige Reisen entwickelt.

"Kultur, Natur, Land und Leute zu erleben, macht uns selbst Spaß", meint die gebürtige Vietnamesin. In ihrem Heimatland seien die Einheimischen mit Mopeds unterwegs. "Wenn wir in Hanoi ankommen und die Mitreisenden sehen das Gewusel, können sie sich nicht vorstellen, dass sie selbst bald damit einmal kreuz und quer durch die Stadt kurven", verrät Schwuchow. Auch wenn der Reiseveranstalter in der Mongolei und Usbekistan einheimische Reiseleiter unter Vertrag hat, reist das Paar auch immer wieder mal selbst gerne dorthin.

Zahlreiche Absagen

Thailand lernen die Reisenden von einer ganz anderen Seite kennen, und in der einzigartigen Natur geht hier auch dem Botaniker das Herz auf, wenn er die größte Blühpflanze der Welt zeigt. Neben exotischen Reisezielen wie Kenia, Südafrika und Costa Rica sind in Europa auch Rund- und Wanderreisen in Schottland, Italien, auf die Azoren und nach Menorca im Programm.

Gebucht ist schon vieles, aber es könnte wie in den beiden ersten Lockdowns passieren, dass alles wieder abgesagt werden muss und die beiden auf Überbrückungsgeld für den Ausfall bereits gebuchter Reisen angewiesen sind.

Zu seiner Idee mit der Wanderwoche im Taunus meint Schwuchow schmunzelnd: "Ich vergleiche das mit der Wanderwoche in den Abruzzen, nur etwas tiefer gelegen und ohne Wolf und Bär."

Seit den Entdeckungen vor der Haustür in seiner Jugend weiß er, dass der Taunus etwas ganz Besonderes ist und hat. Das wusste auch schon Alexander von Humboldt, für den der Taunus das schönste Mittelgebirge der Welt war.

Und was erleben die Reisenden, die im Landhotel im Hessenpark untergebracht sind und natürlich im Museum eine Führung mitmachen, noch im Taunus? Sie erwandern den Pferdskopf, entdecken den Hintertaunus im Bereich Mauloff, Riedelbach und Finsternthal. Herzberg und Saalburg stehen natürlich auch auf dem Programm. Eine weitere Tour führt vom Meerpfuhl zur Burg Altweilnau. Auf dem Weg von Pfaffenwiesbach in Richtung Winterstein geht die Gruppe gemeinsam auf Pilzsuche. "Auf den Wanderungen erfahren die Teilnehmer viel über die Geografie, Geschichte und Natur dieser einzigartigen Landschaft, die es allemal wert ist, entdeckt zu werden", schwärmt Schwuchow. Beim Picknick und in urigen Gasthöfen kommt die hessische Küche auch nicht zu kurz.

Unabhängig von Corona will Schwuchow die Wanderwoche durch den Taunus künftig zweimal im Jahr anbieten. Evelyn Kreutz

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