Insgesamt neun Schilder werden im Verlauf der Bahnhofsstraße in Usingen von den Bauhofmitarbeitern aufgestellt/montiert. Bestellt sind die Schilder schon, aber noch nicht geliefert.
+
Insgesamt neun Schilder werden im Verlauf der Bahnhofsstraße in Usingen von den Bauhofmitarbeitern aufgestellt/montiert. Bestellt sind die Schilder schon, aber noch nicht geliefert.

Tempo 30 in Usingen

Tempo 30 kommt nun auch in der Usinger Bahnhofstraße

  • Nina Fachinger
    VonNina Fachinger
    schließen

Noch im September sollen die Schilder in der verkehrsreichen Straße in Usingen aufgestellt werden. In der schon bestehenden 30er-Zone in der Innenstadt werden viele Autos geblitzt.

Usingen -Usingen bekommt eine weitere Tempo-30-Zone. In der Bahnhofstraße soll die Geschwindigkeit für Autofahrer auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert werden. Das hat die Stadt Usingen mitgeteilt. Tempo 30 gibt es bereits für die Kreutz-, Zitzer-, Ober- und Untergasse sowie die Wilhelmjstraße. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür haben Straßenverkehrsbehörde und die Regionalen Verkehrsdienste der Polizei geschaffen.

"Die Bahnhofstraße hat als zentrale Verbindungsstraße zu Edeka, Fachmarktzentrum und weiteren Geschäften entlang der Straße und zum Bahnhof, aber auch als Wohnstraße ein hohes Verkehrsaufkommen, aber auch viele Fußgänger sind unterwegs. "Im gesamten Streckenverlauf ist auch abseits der vorhandenen Fußgängerüberwege mit querenden Fußgängern zu rechnen", heißt es in der Begründung der Tempo 30-Zone. Die komplexe Verkehrssituation führe insbesondere an der abknickenden Vorfahrt in Höhe der Straße Am Riedborn zu Verkehrsunfällen, heißt es weiter. "Es sind nicht so viele Unfälle, aber viel Verkehr", so Bürgermeister Steffen Wernard (CDU). 2020 gab es fünf Unfälle an besagter Vorfahrtsstraße, 2019 war es sogar nur einer. "In der Einzelbetrachtung der Unfälle in 2020 ist die Unfallstelle unauffällig", so Ingo Paul, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Westhessen. Ähnlich ist die Situation an der Ausfahrt von der Straße Neuer Marktplatz auf die Bahnhofstraße. Seit der Eröffnung des Fachmarktzentrums 2017 gab es zwölf Unfälle (die auf den Parkplätzen nicht mitgezählt), drei davon im vergangenen Jahr und fünf 2019. "Anzumerken ist, dass bei sechs von insgesamt acht Verkehrsunfällen lediglich die Verkehrszeichen an der Mittelinsel/am Fahrbahnrand bei Rangiervorgängen beschädigt wurden. Nur zwei Verkehrsunfälle waren klassische Vorfahrtunfälle. Somit ist diese Unfallstelle als unauffällig zu bewerten", so Paul.

Zwischen 105 und 300 Euro pro Schild

Voraussichtlich in drei Wochen werden die neun neuen Schilder geliefert und dann sofort eingerichtet, sagt Wernard. Pro Schild zahle die Stadt rund 300 Euro, vorausgesetzt, dass sie auch noch eine passende Stange stellen muss. Wird das Verkehrsschild von Mitarbeitern des Bauhofs an ein vorhandene Stange montiert, zahlt die Stadt lediglich die 105 Euro pro Schild.

"Durch die Einrichtung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 Kilometer pro Stunde im gesamten Streckenverlauf der Bahnhofstraße kann dieser Bereich zukünftig für Fußgängerinnen und Fußgänger genauso wie für Fahrzeugführende sicherer gemacht werden", so Wernard.

Die Anordnung einer vollständigen Tempo 30-Zone sei nur in funktional zusammenhängenden Wohngebieten mit vorherrschender Vorfahrtsregelung Rechts-vor-Links möglich, nicht aber in Gewerbegebieten und Hauptverkehrsstraßen mit Vorfahrt. Somit müssen in der Bahnhofstraße einzelne Tempo 30-Verkehrsschilder installiert werden, erläutert er.

Bestehende 30er-Zone wird gut angenommen

Und wie kommt die schon bestehende 30er-Zone in der Innenstadt an? "Sie wird voll und ganz angenommen", sagt Wernard. "Wir hatten schon Blitzaktionen, da sind viele Autos reingefahren." Gerade in der Obergasse und in der Untergasse hält sich noch nicht jeder Autofahrer an Tempo 30. "Ich merke es an meinem eigenen Verhalten, man merkt den Unterschied zwischen 30 und 50 in diesen modernen Autos nicht so gut. Daher mache ich immer den Tempomat im Auto an." Und er ist sicher: "Je mehr wir das machen, desto eher ist es irgendwann in den Köpfen drin."

Abgesehen davon ist zügiges Autofahrern im Moment auch nicht drin in der Innenstadt, im Gegenteil. Der Verkehr in Usingen staut sich ziemlich. "Freitags stehen die Autos bis zum Wehrheimer Wald", so Wernard. Der Grund sind die Baustellenampeln an der Kreuzung der Bundesstraßen B 456 und B 275. Sie wurden von Hessen Mobil abmontiert und werden modernisiert. "Es gab Beschwerden von Autofahrern, die von Bad Homburg kommend 20 Minuten im Stau standen", sagt Wernard. Er habe darauf reagiert und Hessen Mobil vor rund zwei Wochen darum gebeten zu prüfen, ob sie die Grün-Phasen verlängern könnten. Ob das auch geschehen sei, könne er jedoch nicht sagen, "vielleicht merkt man es auch einfach nicht", so Wernard. Der Rückstau entsteht, weil es durch die Baustelle in Höhe des Seniorenzentrums Kortheuer-Haus nur noch drei statt sechs Ampelschaltungen gibt. Von Nina Fachinger

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare