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Damit Feuerwerk nur Freude verbreitet, ist einiges zu beachten.

Raketen ängstigen Katze, Hund und Co.

Tiere und die Silvesternacht: Die Nacht des großen Zitterns

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Während Menschen das alte Jahr mit reichlich Getöse verabschieden und das neue mit ebenso viel Pomp begrüßen, erleben Tiere den Lärm und Gestank der Silvesterballerei als höchst bedrohlich. Man kann seine Lieblinge aber auch vor dem Schlimmsten bewahren.

Bislang war Bello ein fröhlicher und pflegeleichter Zeitgenosse. Seinem Herrchen gehorchte der Mischlingsrüde aufs Wort, Freunde und Bekannte begrüßte der Hund mit freudigem Schwanzwedeln, und Fremden gegenüber verhielt er sich stets anständig.

Das änderte sich Knall auf Fall, und zwar mit einem tatsächlichen Knall: Als eines Tages ein Silvesterknaller neben Bellos Kopf explodierte, war es mit der Pflegeleichtigkeit des Hundes vorbei. Das Tier verwandelte sich in eine dauerhaft ängstliche Kreatur, die seitdem an jeder Hausecke nur noch Gefahr wittert, in jedem Fremden einen Feind vermutet und entsprechend argwöhnisch reagiert – sehr zum Leidwesen seines Herrchens.

Hunde und Katzen verfügen über ein sehr viel feineres Gehör als Menschen. Der Knall eines Silvesterböllers oder das schrille Heulen mancher Feuerwerkskörper lösen bei so manchem Vierbeiner regelrechte Schmerzen aus. Kein Wunder also, dass sie derartigen Lärm extrem fürchten.

Wie Hund und Katze ergeht es übrigens allen Tieren, also auch Wildtieren und Vögeln sowie kleineren Haustieren. Es sollen schon Hamster, Kaninchen und Wellensittiche vor Schreck gestorben sein, heißt es im Ratgeber eines Hamburger Tierklinik-Portals ().

Aber nicht nur der Krach verschreckt die Tiere, sie erleben auch den beim Abbrennen von Feuerwerk entstehenden Geruch als Bedrohung, was ihren Fluchtinstinkt auslöst.

Wie aber kann man sein geliebtes Haustier vor dem großen Leid an Silvester schützen? Dazu hat Susanne Orlopp einen ganz wichtigen Tipp zur Hand: „Lassen Sie Ihren Liebling an Silvester auf keinen Fall allein“, appelliert das Vorstandsmitglied der Tierschützer Hochtaunus.

Freigängerkatzen sollte schon relativ früh am Nachmittag der Ausgang verwehrt werden. „Nachhaltig“, empfiehlt Orlopp, denn aus eigener Erfahrung weiß sie, dass eine in Panik geratene Katze sogar schwere Absperrungen bewältigen könne, wenn sie unbedingt fliehen wolle. „Wenn sie erst einmal weg ist, kommt sie nicht mehr wieder“, warnt die Tierschützerin.

Das Tier auf den Schoß nehmen und beruhigend mit ihm sprechen, helfe bis zu einem gewissen Grad, seine Angst zu minimieren, weiß Orlopp. Mit einem abgedunkelten und ruhig gelegenen Raum lasse sich manchem Haustier vielleicht ein Refugium anbieten, in das es sich zurückziehen kann. Moderate Hintergrundmusik oder Fernsehgeräusche helfen ebenfalls, dem Haustier die übliche Normalität zu vermitteln.

Das Gassigehen mit dem Hund sollte möglichst früh geschehen, um unliebsame Begegnungen mit Böllern zu vermeiden. „Halten Sie Ausschau nach möglichen Feuerwerkern und machen Sie einen Bogen um sie“, rät die Tierschützerin zudem. Den Hund unbedingt an der Leine zu führen, damit er im Ernstfall nicht vor Schreck davon läuft, verstehe sich von selbst.

Übrigens: Auch Kleintiere sollten in der prekären Zeit weit weg von Fenstern in möglichst ruhigen Räumen und abgedeckten Käfigen untergebracht werden.

„Schenken Sie Ihren vierbeinigen Familienmitgliedern zwischen den Jahren viel Aufmerksamkeit, damit die Feiertage für sie nicht allzu stressig ausfallen“, lautet das wichtigste Plädoyer von Susanne Orlopp an alle Tierhalter.

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