Im Waschpark in Neu-Anspach wollte gestern niemand auf den Eisflächen waschen.
+
Im Waschpark in Neu-Anspach wollte gestern niemand auf den Eisflächen waschen.

Minustemperaturen

Trotz Eiseskälte: Waschstraßen sind gefragt

  • vonTatjana Seibt
    schließen

Für den Autofahrer im Usinger Land gilt offenbar: Es ist nie zu kalt, um den Wagen waschen zu lassen. Die Waschstraßen haben trotz Minusgraden geöffnet – für die Autos besteht jedoch eine Gefahr bei der Reinigung.

Der Himmel ist blau, die Sonne lacht, da fällt das dreckverschmierte Auto ganz besonders auf. Und es ist überhaupt keine Frage, dass des Deutschen liebstes Spielzeug so nicht durch die Welt fahren darf. Könnte ja einer sehen. Also, ab in die Waschstraße! Dass das Thermometer dieser Tage Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt anzeigt, scheint dabei den Autofahrer nicht sonderlich zu stören.

„Die Leute kommen und wollen trotzdem ihr Auto waschen“, sagte Stephan Orlopp von der Esso Tankstelle in Brombach. Seine Waschstraße hatte auch in den vergangenen Tagen geöffnet, wie übrigens viele andere auch. Lediglich beim Waschpark in Neu-Anspach zeigten kleine Hindernisse auf dem vereisten Untergrund in der Waschbox an, dass der Betrieb gestern zumindest eingestellt war.

„Unsere Waschstraße ist heute geschlossen“, sagte Ralf Neuroth von der Usinger Total-Tankstelle in der Weilburger Straße. Bei Temperaturen jenseits der Minus 5 Grad bleiben die Türen geschlossen, „obwohl wir auch immer noch Kunden haben, die gerne ihr Auto waschen wollen“, sagte Neuroth im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Grund dafür, dass Neuroth die Waschstraße bei Minus 7 Grad lieber geschlossen hält, ist nicht das Wasser selbst, das in einer Rückgewinnungsanlage zirkuliert. Auch darüber hinaus wäre es in der Halle eigentlich warm genug. Gemeint ist die abschüssige Lage und das Wasser, das auch in kleinen Mengen vor die Einfahrt läuft. „Da müssten wir ständig Salz streuen und die Einfahrt von Eis befreien.“ Das will er keinem zumuten, und sinnvoll sei es auch nicht.

Bei Stephan Orlopp müssen es schon Temperaturen im zweistelligen Minusbereich sein, dass er die Waschstraße zu lässt. „Sicherlich gibt es auch von uns den freundlichen Hinweis, dass das nun nicht die besten Temperaturen zum Autowaschen sind“, sagte er. Zwar werden die Autos getrocknet, aber so trocken könne ein Fahrzeug die Halle gar nicht verlassen, dass im Anschluss die Dichtungen bei den kalten Temperaturen nicht leiden. „Dann haben die Leute zwar ein sauberes Auto, können aber am nächsten Tag nicht mehr einsteigen, weil die Türen und Schlösser über Nacht vereist sind.“

Auch bei Otfried Mohr läuft die Waschanlage an der ED Tankstelle nur eingeschränkt. Die Wassertanks für die Anlage liegen unterirdisch, „da muss man sich um das Einfrieren keine Sorgen machen“, sagte er. Doch für die Türdichtungen an der Waschstraße selbst sei das Wasser auch nicht gerade von Vorteil. Dennoch, täglich kommen Autofahrer und wollen ihre Fahrzeuge wieder glänzen lassen.

Zu kalt? Offenbar nicht. In Wehrheim schon, wie Sabine Fey von der Avira Tankstelle berichtete. „Bei uns bleibt die Waschstraße heute zu. Es ist einfach zu kalt.“ Schließlich frieren die Wassertropfen auch in der Waschstraße und davor, „und auch wenn die Waschstraße beheizt ist, irgendwann reicht das nicht mehr aus“.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare