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Über Usingen zu mehr Fernseh-Qualität

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Von: Matthias Pieren

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Die Erdfunkstelle Usingen wird zentraler Sender-Standort für das neue über Antenne zu empfangende digital-terrestrische Fernsehen in HD-Qualität. Privatsender planen über die neue Technik den endgültigen Einstieg ins Bezahlfernsehen.

Fernsehzuschauer finanzieren derzeit mit ihrer GEZ-Gebühr die öffentlich-rechtlichen Programme von ARD und ZDF. Das Fernsehprogramm der komplett werbefinanzierten privaten Sender gab es bislang kostenlos.

Das wird sich künftig ändern. Weil die Werbeeinnahmen von RTL, Sat.1 oder ProSieben stark schwanken, suchen die privaten Sender nach neuen, besser kalkulierbaren Erlösquellen. Und was hat das alles mit dem Taunus zu tun? Ziemlich viel. Doch der Reihe nach.

Vor zehn Jahren wurde das analog über Zimmerantenne zu empfangene Fernsehen abgeschaltet. Die Ausstrahlung des digitalen Antennenfernsehens (DVB-T Technik) im Rhein-Main-Gebiet erfolgt seit 2004 über den HR-Sendemasten auf dem Großen Feldberg – eine von sieben hessischen Sendestationen.

Doch im Laufe der Jahre geriet der Anteil des DVB-T als Hauptempfangsweg im Vergleich zu den anderen TV-Übertragungswegen immer mehr ins Hintertreffen. Laut Digitalisierungsbericht 2015 der Medienanstalten empfangen jeweils rund 18 Millionen Nutzer ihr Fernsehen über Satelliten oder Kabel.

Lediglich 3,76 Millionen Haushalte nutzen heute noch die DVB-T Technik für den TV-Empfang. Zieht man Laptops und mobile Endgeräte hinzu, wird DVB-T von 7,6 Millionen Nutzern verwendet.

1,87 Millionen Empfänger nutzen bereits die neue IP-Technik (Internet-Fernsehen).

Aus für Antennen-TV?

Dem DVB-T Standard wurde angesichts der Entwicklung bereits das Aus prophezeit. Die technische Überlegenheit der konkurrierenden Übertragungswege wurde so stark, dass die RTL-Gruppe auf die terrestrische Ausstrahlung nach dem DVB-T-Standard verzichten wollte. Nun aber folgt die große Wende. „Um Antennenfernsehen für die Zukunft zu sichern, haben die Landesmedienanstalten unserem Unternehmen die Betreiberlizenz für den Nachfolgestandard DVB-T2 erteilt“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung von Media Broadcast.

Bei den Planspielen der Privatsender zur Einführung von kostenpflichtigen Fernsehangeboten spielt die von Media-Broadcast betriebene Erdfunkstelle in Usingen eine bedeutende Rolle für das neue digital-terrestrische Fernsehen in HD-Qualität.

Dem Otto-Normal-Verbraucher sagt das eigentlich wenig. Viel zu groß die technische Vielfalt, viel zu kompliziert die Technik. Was also steckt dahinter? Dank neuer Technik wird DVB-T2 „eine größere Sendervielfalt und Programme in HD-Qualität ausstrahlen können“, verspricht Media Broadcast in einer Pressemitteilung.

Fußball in HD

Konkret heißt das: Statt wie bisher rund 25 Programme werden künftig bis zu 45 zu empfangen sein. Und das auch in HD-Qualität. Bislang war das nicht der Fall. Media-Broadcast beginnt nach eigenen Angaben im Frühjahr 2016 in den Ballungsgebieten mit der Einführung der zweiten DVB-T-Generation. „Die Spiele der Fußball-EM 2016 in Frankreich können Fans dann über DVB-T2 schon live in HD-Qualität genießen“, versichert das Telekommunikationsunternehmen. „Der reguläre Betrieb startet Anfang 2017.“

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