Zusammenschluus freut sich über neue Helfer und Sponsoren

Umwelpaten in Schmitten: Sie kämpfen gegen den Müll

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Ohne die Umweltpaten (Umpas) wäre Schmitten nur halb so sauber. Seit 2002 funktioniert der Zusammenschluss der Freiwilligen, die eine gemeinsame Aufgabe haben: den Kampf gegen die Vermüllung. Die Taunus Zeitung hat sich mit Günter Schwemmlein und Hans Kilb getroffen, die nicht nur selbst sammeln, sondern auch im Hintergrund aktiv sind, damit alles funktioniert.

Papiertaschentücher, Zigarettenkippen, leere Flaschen, prall gefüllte Müllsäcke und sogar Bauschutt. Kleine und große Umweltsünder tragen täglich dazu bei, öffentliche Plätze, Straßen und Wanderwege zu verschandeln. Gäbe es in der Gemeinde nicht die derzeit 108 Umweltpaten, wäre Schmitten vielleicht längst schon eine große Müllhalde. Die Bauhof-Mitarbeiter haben nämlich noch viele andere Aufgaben und sind froh über so viel ehrenamtliche Unterstützung beim Müllsammeln.

So aber sind das ganze Jahr über die guten Geister unterwegs und machen das, was andere sonst nur vor der eigenen Haustür tun: für Ordnung sorgen. Das Prinzip ist relativ einfach: Man wählt sich ein Gebiet, einen Platz, ein Denkmal, eine Straße oder einen Straßenabschnitt, einen Parkplatz oder einen Sportplatz, den man allein oder mit Helfern regelmäßig von Müll befreit.

Damit das flächendeckend funktioniert, ist ganz Schmitten in verschiedene Reviere eingeteilt. Weil die Umpas kein Verein mit einem festen Vorstand sind, teilen sich die sieben im Gemeindeparlament vertretenen Parteien die Federführung. Derzeit ist das die CDU, für die Hans Kilb die Strippen in Sachen Koordination und Öffentlichkeitsarbeit zieht. Dass er auch permanent als Müllsammler unterwegs ist, versteht sich für ihn von selbst. Sein Revier ist das Umfeld der Familienferienstätte in Dorfweil. „Weil die Gäste hier jeweils immer nur kurze Zeit sind, ist es besonders schwer, sie darum zu bitten, den Müll nicht achtlos in die Gegend zu werfen“, erzählt Kilb. Auffallend seien in seinem Gebiet vor allem viele Flaschen, auch Pfandflaschen. „Unglaublich, das ist doch bares Geld“, stellt er kopfschüttelnd fest.

Weil die Federführung jedes halbe Jahr wechselt, ist Kilb froh, dass es im Hintergrund Menschen wie Günter Schwemmlein gibt. Der hält mit seiner Frau Ingrid nicht nur den Promilleweg zwischen Arnoldshain und der Hegewiese sauber, sondern betreut auch seit vier Jahren die Homepage der Umpas. Die ist immer topaktuell. Sobald es einen Wechsel in einem der Reviere gibt, ist die Änderung auch schon im Netz eingegeben. Wie die Schwemmleins zu den Umpas kamen, ist schnell erzählt. Als Nachbar von Horst Siegemund, dem im Frühjahr verstorbenen Initiator, blieb den Schwemmleins nichts anderes übrig, als mitzumachen. „Und mal ehrlich, es ist doch eine tolle Sache, wenn sich so viele Leute um den Umweltschutz bemühen“, ist Schwemmlein überzeugt. Der Erfolg sei ja auch schnell sichtbar geworden. „Wo kein Müll in der Gegend herumliegt, trauen sich die meisten nicht, etwas hinzuwerfen“, weiß er aus Erfahrung. Und er ist froh, dass Dieter Moses aus der Verwaltung auch Anzeigen von illegaler Müllablagerung gezielt nachgeht. „Das ist eben kein Kavaliersdelikt, sondern ein echter Straftatbestand.“

Schön wäre es, wenn das am Parkplatz an der L3025 von Dorfweil Richtung Neu-Anspach auch Erfolg hätte. Obwohl Roland Hilbert dort regelmäßig den Müll wegräumt, erdreisten sich immer wieder neue Umweltfrevler und hinterlassen dort Unrat aller Art. Jetzt ist dieses Revier doppelt besetzt. Denn Lothar Dreißigacker von den Grünen konnte Carin Utermühle als zusätzliche Gebietspatin gewinnen. Er hatte die Schmittenerin dort beim Müllaufsammeln beobachtet und gleich zur jüngsten Sitzung eingeladen. Neue Umweltpaten sind auch Philip Liening und Sohnemann Oskar für den Parkplatz Stockborn. Simone Müller kümmert sich künftig um das Umfeld der Firma Müller & Co. in Brombach und Jörg Diergarten und Ralph Bibo von der b-now um den Parkplatz Weißer Berg.

Die Umpas werden niemals müde, neue Helfer und Sponsoren anzuwerben. Derzeit sind Teilstücke zwischen Schmitten und Niederreifenberg nicht besetzt. Außerdem müssen regelmäßig Müllsäcke und Beutel für die zwölf Hundetoiletten im Gemeindegebiet finanziert werden, und Mitgliedsgebühren gibt es bei den Umpas nicht. Wer mitmachen will, findet weitere Informationen unter . Das nächste Treffen ist am Freitag, 20. Januar 2017, um 18 Uhr.

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