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Ab dem Fahrplanwechsel müssen die Schüler in Pfaffenwiesbachs Ortsmitte (Nauheimer Straße) aussteigen und zu Fuß den Berg hinauf laufen.

Eltern von schulpflichtigen Kindern aus Wehrheim üben Kritik

Unzufriedenheit mit RMV-Plan: Garantiert zu spät

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Der neue Bus-Fahrplan fürs Usinger Land wurde gerade vom RMV online gestellt. Natürlich interessieren sich Eltern vor allem dafür, ob und wie ihre Kinder ab Montag, 12. Dezember zur Schule kommen und wieder zurück. Die Fahrplanumstellung ist am Sonntag, 11. Dezember. Nicht alle Eltern sind von den neuen Verbindungen überzeugt.

Das Leben in den ländlichen Orten wie Pfaffenwiesbach wird vor allem wegen der Ruhe und der Schönheit inmitten der Natur geschätzt. Doch wer kein Auto besitzt, ist auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) angewiesen. Ebenso müssen die Kinder mit den Linienbussen zur Schule fahren.

Nicht anders geht es Matthias Franz und seiner Familie in Pfaffenwiesbach. In der TZ hatte er vom neu gestrickten Busfahrplan für das Usinger Land gelesen. Beide Kinder fahren morgens mit dem Bus aus Pfaffenwiesbach nach Wehrheim in die Grundschule sowie zum Bahnhof. Von dort geht’s für das ältere Kind mit der Taunusbahn zur weiterführenden Schule nach Bad Homburg.

Und der Fahrplanwechsel stellt Franz vor gehörige Probleme. „Bisher können unsere Kinder die Haltestelle in der Steinkopfstraße nutzen. Dadurch haben sie einen recht kurzen, verkehrsarmen Weg, der ihnen Sicherheit gibt, da sich die Haltestelle in unmittelbarer Wohnortnähe befindet“, schreibt Matthias Franz in einer E-Mail an den Verkehrsverband Hochtaunus VHT, die auch in Kopie an die TZ-Redaktion geschickt wurde. „Unsere Kinder sind sehr selbstständig und bewältigen den Fußweg oft allein, andere Kinder treffen sie dann an der Haltestelle.“ Ohne Ortskunde muss man wissen, dass die Haltestelle Steinkopfstraße ein ziemlich hoch gelegenes Wohngebiet am Berg erschließt. Diese Haltestelle, die bislang im Schulbusverkehr zusätzlich angefahren wurde, wird ab dem Fahrplanwechsel so gut wie nicht mehr bedient.

Die Schüler, die bislang ab 6.47 Uhr den Bus zum Wehrheimer Bahnhof und dort die Bahn nach Bad Homburg nehmen, haben künftig ein Problem: der Bus wurde ersatzlos gestrichen.

„Der neue Fahrplan bietet einen Bus ab der Steinkopfstraße um 7.06 Uhr an. Doch dieser kommt um 7.17 Uhr am Bahnhof an und der Zug fährt eine Minute später ab“, schreibt Matthias Franz. „Die nächste Bahn um 7.35 Uhr fährt zu spät, um zum Schulbeginn rechtzeitig in Bad Homburg zu sein.“

Nun gut, es gibt für die Schüler der weiterführenden Schulen noch die Alternative, zu Fuß hinunter in den Ortskern zu gehen und in der Nauheimer Straße einen geeigneten Bus zu nehmen. Richtig ärgerlich empfindet der Vater das Schulbusangebot dann für die Grundschüler, die bislang in der Steinkopfstraße entspannt zur Limesschule gefahren sind.

„Der Bus zur Limesschule soll künftig um 7.44 Uhr fahren“, schreibt Franz und weiter: „Wenn der Bus pünktlich ist, wäre er um 7.56 Uhr an der Limesschule, wo um 8 Uhr Schulbeginn ist. Die Kinder brauchen schon beim Aussteigen fünf Minuten, um sich zu sortieren. Dann müssen sie noch in die Schule gehen, sich auszuziehen und in ihre Klasse gehen. Dann kommen sie garantiert zu spät. Auf jeden Fall beginnt der Schulalltag nicht entspannt.“

Auf der Rückfahrt kommt es nach Ansicht der betroffenen Eltern dann noch dicker, weil kein einziger Bus mehr die Steinkopfstraße direkt anfährt. „Erstklässler aber auch andere Schüler, die mit vollen Rucksäcken aus den Schulen kommen, müssen dann an der Haltestelle Nauheimer Straße aussteigen und bei Wind und Wetter den weiten Weg den Berg hinauf gehen“, so die Kritik. „Auch andere Leute ohne Auto haben dann ein Problem.“

Laut dem Kartendienst Google Maps braucht ein Erwachsener Fußgänger rund zehn Minuten, um von der Nauheimer Straße bis zur Steinkopfstraße zu laufen. Eins zu eins auf Kinder übertragen lässt sich diese Berechnung aber natürlich nicht.

Eine Rückmeldung seitens des Verkehrsverband Hochtaunus zu diesen Kritikpunkten des Vaters aus Pfaffenwiesbach war bislang nicht zu erhalten.

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