Zunächst lag der Fokus der Malteser auf der Soforthilfe. Jetzt besteht vor allem ein hoher Bedarf an humanitärer Hilfe in den betroffenen Hochwassergebieten.
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Zunächst lag der Fokus der Malteser auf der Soforthilfe. Jetzt besteht vor allem ein hoher Bedarf an humanitärer Hilfe in den betroffenen Hochwassergebieten.

Malteser im Krisengebiet unentbehrlich

Usingen

  • Andreas Burger
    VonAndreas Burger
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Nach dem großen Aufräumen rückt die psychosoziale Hilfe in den Fokus.

Usingen -Seit Mitte Juli waren Einsatzteams der Malteser Usingen in Rheinland-Pfalz im Einsatz, um den Menschen in der katastrophalen Lage nach der Flut zu helfen. Sie wühlten sich nicht nur durch die Tonnen von Schutt und Schlamm, sondern bauten auch eine nachhaltige humanitärer Hilfe in den so stark betroffenen Regionen auf.

Bereits am 18. Juli erreichte der Einsatzbefehl die Ehrenamtlichen. Die Malteser aus dem Hochtaunuskreis erhielten den Auftrag, das Einsatzkontingent der Frankfurter Kollegen sowohl logistisch als auch mit Rettungsfahrzeugen zu unterstützen. Bereits eine Woche später erhielten Kräfte des Katastrophenschutzes den Auftrag, die seit Tagen eingesetzten Kräfte anderer Landkreise im Katastrophengebiet abzulösen.

Psychosoziale Hilfe nötig

Parallel hierzu entsendeten die Malteser ehrenamtliche Fachkräfte in die Krisenregion, um Erkundungen für den anstehenden humanitären Einsatz vorzunehmen. Präsident Georg Khevenhüller und Vizepräsident Albrecht Prinz von Croÿ waren ebenfalls zu den Rettern gefahren, um sich über die Lage vor Ort zu informieren. "Unsere Helfer haben Menschenleben gerettet, viele Personen evakuiert und Schlimmeres verhindert, aber leider auch Tote geborgen", so Khevenhüller.

Khevenhüller betonte gegenüber den Einsatzkräften, wie wichtig ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft sei. "Es ist wichtig, dass es Menschen wie sie gibt, die sich rund um die Uhr bereiterklären zu helfen. Diejenigen, denen alles genommen wurde, wissen um den Wert, den Sie alle bringen", so Khevenhüller.

Bei den Sanitäts- und Betreuungsdienst-Einsätzen lagen die Schwerpunkte zunächst auf der Evakuierung, medizinischen Versorgung und Betreuung verunglückter oder kranker Menschen, der Errichtung von Notunterkünften und Versorgung von Einsatzkräften und Betroffenen mit Essen und Getränken. Inzwischen verlagern sich die Aufgaben. "Nach der Soforthilfe besteht jetzt vor allem ein hoher Bedarf an humanitärer Hilfe", sagt Andreas Hett, Beauftragter der Malteser Bad Homburg.

Es zeige sich, so Hett, dass Menschen angesichts der Katastrophe zunehmend psychosoziale Unterstützung brauchen. "Unsere Einsatzkräfte treffen auf traumatisierte Menschen und solche, bei denen die Nerven verständlicherweise blank liegen. Hier sind Empathie und Hilfsangebote - auch für die Seele - gefordert."

Nah an den Menschen dran sein

Die Malteser wollen langfristig in den Hochwassergebieten helfen, daher hat die Hilfsorganisation ein Hilfeprogramm für Betroffene gestartet. Ziel der "Malteser Fluthilfe 2021" ist es unter anderem - auch in Kooperation mit der "Aktion Deutschland hilft" - über Spendenkampagnen Geld zu sammeln, um mit verschiedenen Projekten bedarfsgerechte Hilfe leisten zu können.

"Soforthilfen, Einzelfallhilfen und institutionelle Zuwendungen - die Malteser haben über unser Fluthilfeprogramm zunächst eine erste Bedarfserkundung vorgenommen, erste Soforthilfen sind angelaufen. Vor Ort hat die Projektentwicklung in enger Zusammenarbeit mit kommunalen, kirchlichen und sonstigen relevanten Partnern begonnen", erklärt Ferdinand Steinsberger, Einsatzleiter der Malteser Usingen. Man könne nicht aus der Ferne Hilfe leisten, man müsse ganz nah dran sein an den Menschen.

"Als internationale Hilfsorganisation kennen sich die Malteser mit Katastrophen aus - Begleitdienste, Fahrdienste, psychosoziale Notfallversorgung, Mahlzeitendienst und medizinische Hilfe - auch für Menschen ohne Krankenversicherung." Wer helfen möchte: Ein Kontakt zur "Malteser Fluthilfe 2021" ist per Mail an Wolfgang.Heidinger@malteser.org, (02 41) 9 67 01 11, möglich. von Andreas Burger

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