Seit August ist eine zweite Betreuungsgruppe in der Wiesbachschule aktiviert. Jetzt müssen die Eltern dafür mehr bezahlen.
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Seit August ist eine zweite Betreuungsgruppe in der Wiesbachschule aktiviert. Jetzt müssen die Eltern dafür mehr bezahlen.

Wechselunterricht

Lehrer, Eltern und vor allem Schüler müssen viele Herausforderungen meistern

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Der Wechselunterricht an den Grundschulen ist angelaufen. Von Normalität ist bei geteilten Klassen noch lange keine Rede. Verschiedene Schulen berichten.

Usingen ‒ Es geht wieder los. Die Grundschüler des Usinger Landes dürfen in ihre Klassenräume zurückkehren. Dieses kleine Stück hin zur Normalität beinhaltet für die Schulen großes Organisationstalent. Denn normaler Unterricht ist das noch nicht.

Schulleiterin Hilke Puppe von der Grundschule an der Wiesenau in Neu-Anspach hat den Präsenzunterricht mit ihrem Team genau vorgeplant. „Wir teilen alle 13 Klassen in je zwei Gruppen auf“, berichtet sie. Gruppe eins wird in der Woche A am Montag, am Mittwoch und am Freitag beschult, Gruppe zwei am Dienstag und am Donnerstag. In der darauffolgenden Woche ist es umgekehrt. Alle Schüler, die sich nicht im Präsenzunterricht befinden, lernen zu Hause im Distanzunterricht.

Usingen: Wechselunterricht an den Schulen – Notbetreuung ist möglich

Dabei entfallen täglich auf die Jahrgangsstufen eins und zwei vier Stunden Unterricht und auf die Jahrgangsstufen drei und vier fünf Stunden. „Wenn Eltern vom Arbeitgeber eine Bescheinigung vorlegen, dann können diese Kinder zusätzlich an der Notbetreuung teilnehmen“, fügt die Schulleiterin hinzu.

Masken müssen alle tragen. Es gebe aber kurze Ausnahmen beim Frühstück und in den langen Lüftungspausen, schränkt sie ein. „Die Kinder machen das richtig gut“, lobt Hilke Puppe ihre Schüler. Und das Lob geht auch auf die Eltern über. Denn die hätten bisher den Schulunterricht in den eigenen vier Wänden sehr gut hinbekommen. „Wir freuen uns, alle Kinder wiederzusehen“, so Hilke Puppe zum Neuanfang. Immerhin seien viele Schüler schon seit der Zeit vor den Weihnachtsferien zu Hause im Distanzunterricht. Das Wechselmodell bezeichnet sie als gute Möglichkeit, sich intensiv in kleinen Gruppen um die Kinder zu kümmern. Es bleibe aber dennoch eine Herausforderung, gibt sie zu.

Jan Drumla, Schulleiter der Wiesbachschule in Grävenwiesbach, sehnt sich nach normalem Unterricht. „Das, was uns jetzt bevorsteht, ist ja kein normaler Unterricht mit Motivation und Abwechslung, sondern schlicht und monoton“, beschreibt er den anstehenden Präsenzunterricht. Es werde keine Erzählkreise oder Bewegungsspiele geben. Die Kinder sitzen am Platz, Abstände müssen eingehalten werden. Sie tragen Mund-Nase-Schutz, auch im Unterricht. „Wir überlassen es den Klassenlehrern, wie mit den Maskenpausen umgegangen wird.“

Corona: An den Grundschulen im Usinger Land wird Wechselunterricht angeboten

Da das Team der Wiesbachschule schon früh die Planung für den Präsenzunterricht vorgenommen hat, konnten die Eltern bereits am vergangenen Freitag mit den Erstinformationen versorgt werden. Jan Drumla beschreibt das, was jetzt auf die Lehrer zukommt, als eine personelle Herausforderung, die die Wiesbachschule an ihre Grenzen bringe. „Aber wir kriegen das hin“, bestätigt er und weist darauf hin, dass die Kollegen alle mitziehen. Die Maskenpflicht für die Grundschulkinder bedeute somit auch eine Sicherheit für die Pädagogen, meint Drumla.

Natürlich liefen auch in der Astrid-Lindgren-Schule (ALS) die Vorbereitungen auf Hochtouren. Rektorin Ulla Stadnik bestätigt, dass jetzt innerhalb von zehn Tagen jedem Kind fünf Präsenztage angeboten werden. Dieser tageweise Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 beinhaltet den Unterricht montags und mittwochs sowie jeweils ein Freitag einer Woche oder dienstags und donnerstags plus ein Freitag in der nächsten Woche.

Usingen: Schule und Corona – Wechselunterricht ist für die jüngeren Schüler sehr wichtig

Um zeitnah den Lern- und Entwicklungsprozess begleiten und umgehend Rückmeldungen an die Kinder geben zu können, sei der Wechselunterricht besonders für die jüngeren Schüler sehr wichtig. „Wir bieten natürlich zusätzlich wieder die Einrichtung einer Notbetreuung für berechtigte Eltern an.“ Aber alles mit Maskenpflicht im Unterricht ab Jahrgangsstufe 1. Für ausreichende Maskenpausen werde in der ALS gesorgt.

Die Voraussetzungen dafür seien bei allen, „ihre gute Nerven zu bewahren“, erklärt die Schulleiterin. Die schulinterne Organisation sieht vor, die Klassen in zwei Lerngruppen zu teilen. Das heißt aber für das Lehrerkollegium, sich stets gut abzusprechen, Informationen weiterzugeben, und das möglichst zeitnah. Eventuell jetzt aufkommende Ängste bei Eltern und Kinder, aber auch beim Pädagogenteam, will die Rektorin behutsam ansprechen und ihnen Raum geben. „Ich bin sehr stolz auf den Einsatz und die Leistung der Kinder, der Eltern und schlussendlich auf mein Kollegium“, sagt sie, „wir allesamt versuchen, die Situation seit vielen Wochen und Monaten so gut wie nur möglich zu meistern.“ (Monika Schwarz-Cromm)

Erst kürzlich hagelte es vonseiten der Eltern Kritik an der Christian-Wirth-Schule in Usingen, weil nach einer neuen Verordnung des Kultusministeriums die fünften und sechsten Klassen im Präsenzunterricht deutlich zu verkleinern sind.

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