Illegal entsorgter Abfall kostet die Kommunen Tausende von Euro

Usingen: Eine Stadt jagt ihre Müll-Täter

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Leere Flaschen und Getränkedosen säumten am 1. Mai den Weg vieler Wanderer. An Himmelfahrt wird es nicht anders aussehen. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges. Die Kommunen haben noch viel krassere Fälle von illegaler Müllablagerung und zahlen für die Beseitigung nicht wenig. Die Täter werden nur selten ermittelt. Der Schaden für Umwelt und kommunale Haushalte sind immens.

Immer noch nicht bekannt ist, wer Ende Februar in der Nähe der Kittelhütte illegal Bauschutt entsorgt hat. Der Schmittener Bauhof hat dort 8,27 Tonnen abgefahren. Nur die Entsorgung, ohne die Stunden der Bauhofmitarbeiter, hat die Gemeinde 2477,33 Euro gekostet. Warum das so teuer ist, erläuterte Dieter Moses aus der Schmittener Verwaltung. „Der Bauschutt war mit Glaswolle durchzogen. Wenn die nicht aussortiert werden kann wird die komplette Menge als Sondermüll eingestuft.“

Wie Dieter Moses weiter mitteilte, sind in der Feldberggemeinde im Vorjahr rund 90 Tonnen illegaler Müll angefallen. „Wir bekommen praktisch jede Woche Hinweise über illegal abgelagerten Müll.“ Die jährlichen Mengen seien in etwa konstant. Die reinen Entsorgungskosten betragen monatlich rund 1000 Euro. „Sie dürften durch den Personalaufwand tatsächlich etwa doppelt so hoch liegen“, so Moses. Der oder die Verursacher würden nur selten ermittelt, könnten also nicht zur Kasse gebeten werden.

Sein dringender Appell: Müllfunde auf jeden Fall im Rathaus melden. Die Umweltsünder müssten dann nicht nur die Kosten übernehmen sondern auch mit einem satten Bußgeld rechnen. „Das kann bis zu 50 000 Euro betragen.“

Auch in Usingen wird permanent illegaler Müll gemeldet, in der Regel beim Ordnungsamt, bei der Polizei, im Bürgerbüro oder im Bauhof. „Wenn durch den illegalen Müll schädliche Einwirkungen auf die Umwelt, beispielsweise Menschen, Gewässer, Boden oder Tiere entstehen, handelt es sich um einen Straftatbestand. In diesen Fällen ist auch die Landespolizei involviert“, teilt Bürgermeister Steffen Wernard mit. Der Bauhof werde oft bei der täglichen Arbeit mit illegalem Müll konfrontiert, etwa wenn an Grünecken Bauschutt abgeladen werde. Der Aufwand und die Entsorgung belasteten direkt den städtischen Haushalt. In Usingen kostet das jährlich rund 15 000 Euro. Hier wurde 2016 in vier Fällen und 2017 bisher in zwei Fällen ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

In Grävenwiesbach wurden 2017 zweimal hintereinander illegaler Bauschutt und Altreifen eingesammelt und über den Deponiepark oder Reifenhändler kostenpflichtig entsorgt. Zu den Entsorgungskosten von rund 60 Euro kommen Kosten für den Bauhof. Auch in Grävenwiesbach sind die Verursacher weiterhin unbekannt. Weniger als zehn Mal sind im Vorjahr kleinere Funde beim Ordnungsamt oder im Bauhof angezeigt worden. „Mengen- und kostenmäßig ist das nicht genau zu beziffern“, so Bürgermeister Roland Seel.

Wehrheim führt im Bauhof keine gesonderte Kartei über die Meldungen von illegalem Müll. Der Zeitaufwand für dessen Entsorgung hat sich aber nach Auskunft von Bauamtsleiter Armin Moses in den letzten zehn Jahren etwa verdreifacht. Meldungen kommen mittlerweile fast wöchentlich. Die meisten Ablagerungen werden vom Bauhof entfernt, ohne dass dies jemand mitbekommt. „Wir wollen damit erreichen, dass nicht noch weiterer Müll bei der illegalen Müllablagerung dazu gestellt wird“, so Bürgermeister Gregor Sommer. Die Mitarbeiter des Bauhofes erledigen das mit den beiden Mülltouren am Anfang und am Ende der Woche, so dass der zusätzliche zeitliche Aufwand so gering wie möglich bleibt. Bei diesen Mülltouren werden pro Woche vier bis fünf VW-Bus-Pritschen eingesammelt. Bei diesem Müll sind auch alle Papierkörbe und alle Hundestationen mit dabei.

Der illegale Müllanteil dürfte im Schnitt pro Woche etwa bei0,6 Kubikmeter liegen, schätzt der Rathauschef. Das Wehrheimer Ordnungsamt habe in den vergangenen zwei Jahren keine Verursacher ermitteln können. Im Wehrheimer Rathaus nehmen alle Mitarbeiter Meldungen aus der Bevölkerung entgegen, unter anderem Umweltberater Hartmut Pfaudler und Bauhofleiter Armin Moses.

In Neu-Anspach beobachtet Bauhofleiter Wolfram Päger keine überdurchschnittliche Zunahme illegaler Abfallentsorgung. Im städtischen Haushalt schlage dies mit circa 45 000 Euro und einem Arbeitsaufwand von rund 1100 Stunden zu Buche. Wer Müllablagerungen in der Gemarkung beobachtet, kann diese im Rathaus beim Fachbereich Sicherheit und Ordnung oder dem Fachbereich Technische Dienste und Landschaft/Baubetriebshof melden.

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