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Entgegen der ursprünglichen Planung entstehen an der Stelle der alten Polizeistation nun zwei Häuser statt einem Querriegel. Damit ist die Forderung des Kreisbauamts vom Bauherrn erfüllt worden, spätestens im Juni sollte die Baugenehmigung vorliegen.Grafik: Privat

Umplanungen verzögern Neubau

Usingen: An der alten Polizei entstehen 24 Wohnungen

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Die alte Wache ist zwar schon 2018 verschwunden, aber die Baustelle selbst ruht seitdem. Denn der Bauherr musste einiges umplanen, die erste Version gefiel nicht.

Usingen - Green-Vesting-Geschäftsführer Dirk Völker nimmt nicht gerade ein Blatt vor den Mund. Sein Unternehmen ist die Muttergesellschaft von Green-Living, eben jenem Unternehmen, das zusammen mit dem Usinger Massivhaus-Bauer Sander an der B 456 am Ortsausgang in Richtung Grävenwiesbach Wohnungen errichten will.

Bereits 2018 im März hatten sich sowohl Völker als auch Uwe Sander hoffnungsvoll gezeigt, dass nach dem Abriss der alten Polizeiwache noch im Sommer der Wohnblock entstehen kann. Die alte Polizeistation ist längst abgerissen, doch dann tat sich nichts mehr.

Neue Wohnungen auf dem Polizei-Areal in Usingen: Kreisbauamt sagte Nein

„Entgegen anderslautender Mitteilungen seitens des Bauamtes war unsere erste Planung plötzlich nicht mehr im Sinn der Stadt“, sagt Völker. Bei der Bauvoranfrage habe man noch das Okay bekommen, als der Bauantrag dann eingereicht worden sei, habe die Stadt plötzlich zwei statt einem Gebäude haben wollen. „Diese Umplanungen nehmen natürlich viel Zeit in Anspruch. Auch der zweite Entwurf musste dann wieder abgeändert werden“, sagt Völker.

Was so stimmt, aber nicht die Usinger Verwaltung hat die Umplanung gefordert, sondern das Kreisbauamt. „Wir hatten bei der ersten Planung nur um kleine Änderungen bei Stellflächen und der Außengestaltung gebeten. Der neue Entwurf wurde dann aber von Usingen nach Bad Homburg weitergeleitet, mit einer positiven Stellungnahme von uns“, sagt Bürgermeister Steffen Wernard (CDU).

Zu aller Überraschung habe sich dann das Kreisbauamt quergestellt und zwei Baukörper gefordert. Damit sei die positive Stellungnahme der Stadt überstimmt worden.

Doch nun habe man den von der Stadt abgesegneten Bauantrag eingereicht – am 22. Februar habe die Stadt die Unterlagen erhalten. „Damit laufen die gesetzlich vorgeschriebenen drei Monate, in denen ein Bauantrag genehmigt werden muss“, so Völker. Und dann könne man mit dem Bau endlich beginnen – spätestens also im Sommer.

Damit ist also die ursprüngliche Planung eines großen Hausriegels passé, es werden zwei Mehrfamilienwohnhäuser gebaut. Insgesamt sind es 24 Wohnungen und eine Tiefgarage, die in „einer zeitgemäß modernen Optik, mit großzügiger Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt und automatischem Tor, abgesetzter Einhausung der Müllgefäße und mit stufenlosem Zugang zu beiden Hauszugängen gestaltet ist“, so lautet die Beschreibung Sanders.

Es sollen 24 neue Wohnungen in Usingen entstehen

Und was den Standard betrifft, sieht die Bauweise gehobene Ausstattung vor. Denn die Fenster der Wohnungen werden alle dreifach verglast und haben elektrische Rollläden. Die Gebäude werden nach den neuesten Erkenntnissen der Energietechnik errichtet, Wärmeverluste der Gebäudehülle werden durch eine Optimierung der Transmissions-Wärmeverluste, den Einbau von 24 Komfortlüftungsanlagen mit 80-prozentiger Wärmerückgewinnung aus der Abluft und Luftfilterung in Klasse G4, also auch für Allergiker geeignet, erreicht.

Ein separates Zentralgerät je Wohneinheit wird montiert, dadurch wird kein zusätzlicher Schall aus anderen Wohneinheiten übertragen. Ein Filterwechsel oder die Filterreinigung kann selbst und einfach durchgeführt werden.

Die Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung erfolgt durch die großzügig dimensionierte solarthermische Kollektoranlage. Die erforderliche restliche Wärme wird mit Holzpellets erzeugt, die aus nachwachsenden Rohstoffen stammen. Die Stromerzeugung wird durch eine eigene Photovoltaikanlage mit 75 Kilowatt Höchstleistung gesichert. Die Stromspeicherung wird über ein Batteriesystem gesichert, das für eine autarke Gebäudeversorgung von bis zu einer Stunde ausgelegt ist. Dazu gehört auch das Mieterstrommodell, die Bewohner nutzen also vorrangig den selbst produzierten Strom für den Eigenverbrauch. Erst dann wird Strom vom Netz nachgespeist.

Bau der neuen Wohnungen verzögern sich 

Vorgesehen sind auch Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in der Tiefgarage. Im Außenbereich wird eine Schnellladesäule errichtet. Geplant sind barrierefreie Wohnungen, ein Teil der Wohnungen wird durchgängig für Behinderte und Senioren gebaut. Sie erreichen ab Tiefgaragenstellplatz ihre Wohnung über zwei Aufzüge und stufenlose Türen und Flure. Dazu wird auch die Wohnungsaufteilung entsprechend ausgelegt. Auch die Keller und Nebenräume sind gut zu erreichen.

Die hochwertige Ausstattung der Treppenhäuser, mit Briefkastenanlage im Haus, langlebigen Granitbelägen der Treppen und Innentreppen-Geländern mit haltbarem und poliertem Edelstahlhandlauf, runden die Ausstattung ab. Im Außenbereich gibt’s viel Grün, da keine Stellflächen für Autos Platz verbrauchen.

Für die beteiligten Unternehmen sind damit einige Kosten entstanden. Zum einen schrumpft die verwertbare Wohnfläche von 2400 auf 1800 Quadratmeter, ein halbes Jahr Zeitverlust stehen weiterhin auf der Soll-Seite, hinzu kommen die ganzen Umplanungsarbeiten. Uwe Sander schätzt, dass es sich um rund 30 000 Euro handelt, die so verloren gingen.

Seitdem die Tankstelle in der Bahnhofstraße geschlossen hat, liegt das Gelände weitgehend brach. Jetzt gibt es Pläne, und diese dürften alle Menschen, die in Neu-Anspach eine Wohnung suchen, freuen. Wer in Neu-Anspach eine Wohnung sucht, braucht Geduld, denn der Markt ist leer gefegt. Jetzt ist ein neues Projekt geplant, das 48 Wohneinheiten vorsieht. Allerdings muss die Politik erst einmal ihr Okay dazu geben.

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