Corona in Hessen: Impfzentzrum Frankfurt
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In der Frankfurter Messehalle beginnen bereits die Corona-Impfungen.

Kommunen fordern Unterstützung

Chaos um Corona-Impfung: Ältere Bürger sollen nach Frankfurt fahren

  • vonAndreas Burger
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Die Kommunen können den Transport ins zentrale Impfzentrum in Frankfurt nicht organisieren. Bürgermeister aus dem Usinger Land fordern die Öffnung der Einrichtung im Hochtaunuskreis.

Usingen – Wenn sich alle Bürgermeister des Usinger Landes entschließen, gemeinsam eine Presseerklärung zu formulieren, muss es was wichtiges sein. Und in der gestern herausgegebenen Information geht es um das Thema Impfzentren und der schnellstmöglichen Öffnung. Und vor allem darum, wie Senioren dorthin kommen sollen.

Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden des Usinger Landes fordern vom Land Hessen eine schnellstmögliche Öffnung des bereits eingerichteten und derzeit nicht genutzten lokalen Corona-Impfzentrums in Bad Homburg. Aktuell ist nach den Plänen des Landes vorgesehen, die Corona-Impfungen zunächst in zentralen Impfzentren vorzunehmen, für den Hochtaunuskreis ist das Impfzentrum in Frankfurt am Main zuständig.

Anstehende Corona-Impfung im Hochtaunuskreis: Unmut im Usinger Land

Die Bürgermeister im Usinger Land sind sich einig, dass es den heimischen Senioren nicht zuzumuten sei, aufwendige Fahrten auf sich nehmen zu müssen, um die ersehnte Impfung zu erhalten. Es dürfe nicht sein, dass der Hochtaunuskreis und seine älteren Bewohner das Nachsehen gegenüber Bewohnern der Mainmetropole haben.

Die Öffnung des lokalen Impfzentrums in Bad Homburg würde hinsichtlich der Fahrstrecke zu einer wesentlichen Entlastung für die Menschen führen. Im nächsten Schritt solle auch geprüft werden, ob es sinnvoll und umsetzbar sei, eine zentrale Impfstelle im Usinger Land für die Menschen direkt hier vor Ort einzurichten, so die Forderung aus den Rathäusern des Usinger Landes.

Corona im Hochtaunuskreis: Aus dem Usinger Land zur Impfung nach Frankfurt?

Darüber hinaus sei es durch die Kommunen aus organisatorischen Gründen nicht leistbar, Fahrdienste zum Frankfurter Impfzentrum bereitzustellen. Aufgrund der zentralen Terminvergabe und der Infektionsgefahr in den Fahrzeugen könnten nur Einzelfahrten nach Frankfurt erfolgen und keine (Klein-)Busse eingesetzt werden.

"Wir appellieren und bitten daher dringend Familienangehörige, Freunde und Bekannte, die betreffenden Personen in das regionale Impfzentrum nach Frankfurt zu begleiten", heißt es. "Zudem wird derzeit auf Landesebene geprüft, inwieweit für nicht-mobile Senioren, die keinen Anspruch auf Fahrtkostenerstattung über die Krankenkasse haben, eine Fahrtkostenübernahme möglich ist."

Die Verwaltungen der Rathäuser im Usinger Land bitten darum, bei weiteren Fragen von Anrufen vor Ort in den Rathäusern abzusehen und sich stattdessen direkt an die Telefonnummer 11 61 17 zu wenden oder über die Homepage zu informieren.

Chaos zum Impfstart im Hochtaunuskreis: Kommunen im Usinger Land fordern Unterstützung

Die Bitte kommt nicht von ungefähr, denn die Landesregierung hatte in einem Schreiben die Bürgermeister um Initiativen gebeten, immobile Personen, die auch mit Unterstützung aus dem Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis keine Möglichkeit hätten, ins Impfzentrum zu gelangen. So seien "alle Initiativen vor Ort sehr willkommen, um diese zu ihrem Termin in das Impfzentrum bringen zu können, damit an den erfolgreichen Impfstart in Hessen anzuknüpfen und die Covid-19-Pandemie möglichst bald überwinden zu können. Ein von einigen Kommunen bereits erwogener Transport der Betroffenen zu den jeweiligen Impfzentren ist daher sehr zu begrüßen. Wir bitten Sie bei der Organisation zu berücksichtigen, dass sich eine Vergabe zeitgleicher Impftermine in den regionalen Impfzentren zur Ermöglichung des Transports mehrerer Impfberechtigter aus organisatorischen Gründen nicht ermöglichen lässt", heißt es.

Und hier liegt auch die Krux für die Bürgermeister. Den würden die Kommunen dann jeweils Taxis bezahlen, um die Einzelpersonen nach Frankfurt zu bringen, kämen schnell Millionenbeträge zusammen, hieß es im Gespräch. "Wie sollen wir das bezahlen, wen nicht einmal sichergestellt werden kann, dass Senioren aus einem Ortsteil gemeinsam fahren können und am gleichen Tag einen Termin bekommen", sagten die Bürgermeister. (Andreas Burger)

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