Guten Appetit: Knapp 60 Prozent der Kinder sind wieder in den Kitas, Tendenz steigend. Denn für Montag, 8. Juni, liegen bereits neue Anmeldungen vor und die Stadt muss eine neue Planung erstellen.
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Guten Appetit: Knapp 60 Prozent der Kinder sind wieder in den Kitas, Tendenz steigend. Denn für Montag, 8. Juni, liegen bereits neue Anmeldungen vor und die Stadt muss eine neue Planung erstellen.

Wiedereröffnung der Kitas

Usingen: Mehr als die Hälfte der Kinder ist wieder da

  • vonAndreas Burger
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Weitere Anmeldungen sind bereits vorhanden - Stadt jongliert mit Räumen.

Usingen - Den Bedarf der Eltern hat die Stadtverwaltung ordentlich eingeschätzt. Denn knapp 60 Prozent der in Kitas angemeldeten Kinder sind nun wieder in den Einrichtungen. Die Stadt hatte, neben dem VzF, als einzige Kommune Hessens beschlossen, seit Dienstag wieder allen Kindern die Chance zu geben, die Einrichtungen zu besuchen. Und exakt 57,6 Prozent, also 332 Kinder, sind seit Dienstag wieder in den Kitas unterwegs - Stand gestern.

Denn vergangene Woche, als der Beschluss fiel, hatten die Eltern wegen der umfangreichen Planung nur einen Tag Zeit für die Anmeldung. Und eine Gruppe Eltern hatte das Schreiben der Stadt respektive die Zeitung nicht gelesen und wollte ihre Kinder "einfach" vorbeibringen, was nicht geht. Aber diese Kinder sind nun ab Montag in den Kitas.

Jugendbereichsleiter Reiner Greve hatte gestern erst einmal Lob an die Eltern zu verteilen: "Es ist einfach toll, wie sich 98 Prozent der Eltern verhalten. Sie zeigen Rücksicht und Verständnis, akzeptieren die Regeln und sind zum Teil auch bei den Betreuungszeiten flexibel. Das hat uns sehr viel geholfen", sagte Greve. Manche Familien hätten auch die Zeiten gekürzt, weil sie privat eine Möglichkeit der Betreuung haben. "Aber alle waren froh, dass wir den Schritt gegangen sind."

Der Schritt könnte noch etwas schwieriger werden, wenn noch mehr Kinder kommen. Denn die Corona-Regeln sind hart: 15 Kinder dürfen maximal in den Gruppen sein, ein Wechseln innerhalb der Gruppen ist nicht möglich. Gegessen, gespielt und geschlafen wird immer nur in einem Raum.

Für Usingen hat dies natürlich ein Platzproblem ergeben, allein schon, weil sich die Kitas Arche Noah und Schlappmühler Pfad in der Vollsanierung befinden, letztere komplett geschlossen ist. "So wird die Sanierung Ende der Sommerferien fertig statt Ende des Jahres. Damit kommen die neuen Kinder nach den Ferien in eine neue Einrichtung", sagte Greve.

Das ist aber auch der Grund, warum in Merzhausen etwa das Bürgerhaus für Vereine noch dicht ist. Denn die Kinder aus dem Schlappmühler Pfad mussten ja auch irgendwo hin. Die Stadt arbeitet zudem mit Waldgruppen. Was auch einigen Erzieherinnen zupass kommt. Denn natürlich gibt es auch Mitarbeiterinnen, die zur Risikogruppe gehören, aber arbeiten wollen. Die können nun die Gruppen im Freien betreuen, was die Ansteckungsgefahr minimiert.

Ansonsten hat die Stadt in den Einrichtungen die Turnräume oder andere Zimmer, die sonst nicht für die Gruppenbetreuung vorgesehen sind, umgestaltet. "Für die Kita-Leitungen und die Mitarbeiter war das ein sehr langes Wochenende mit vielen Stunden", sagte Greve. "Denn wir mussten ja nicht nur die Hygienepläne aufstellen und entsprechend in den Kitas umsetzen, die Neueinteilung der Gruppen war extrem schwierig. Deshalb ist es auch derzeit nicht möglich, Wünsche der Eltern, was Gruppen betrifft, zu berücksichtigen. Möbel mussten gerückt werden und Zimmer komplett umgestaltet. Die Kollegen haben hier ganze Arbeit geleistet."

Kleines Problem in Kransberg

576 Kinder sind normalerweise in diesem Jahr in den Einrichtungen unterwegs. "Ich denke, dass wir noch eine ganze Reihe Nachmeldungen bekommen", ahnt Greve. Und nicht in jeder Einrichtung wäre dies problemlos zu bewältigen. "In Kransberg bei den Schlossgespenstern haben wir sowieso nur eine Gruppe. Mit den nun erfolgten Meldungen wären dann kommende Woche 19 Kinder in der Gruppe. Ich werde mit dem Jugendamt des Kreises telefonieren, damit wir eine Lösung finden." Entweder dürfen dann mehr Kinder in die Gruppe oder man müsste ins Bürgerhaus ausweichen. "Wir finden eine Lösung", ist sich Greve sicher.

Mehr Kinder sind schon jetzt auch für den Riedborn gemeldet, der aber bereits Kinder aus dem Schlappmühler Pfad aufgenommen hat. Zwei Gruppen der drei vorhandenen sind von den Kleinen von dort belegt. "Wir werden dann noch eine Waldgruppe in Merzhausen einrichten." Ist diese Kapazität erschöpft, ist noch Platz in der Rauschpennhalle.

Familienzentrum fast voll

Eng ist es auch im Familienzentrum "Hand in Hand". Dort ist die höchste Meldequote zu verzeichnen. Denn 81 der 105 Mädchen und Jungen sind wieder in der Betreuung. Das wird dann auch für die Ferien eine sportliche Herausforderung, da diese Einrichtung dann geöffnet hat. "Wir werden bei der Urlaubsplanung wahrscheinlich auch Personal anderer Einrichtungen dort einsetzen müssen", hat Greve geplant. Zudem sind dort die längsten Betreuungszeiten eingerichtet.

In den anderen Ortsteilen wie Eschbach oder Wernborn "läuft es super". Einteilung und Pläne hätten keine Probleme gemacht, die Eltern zögen mit dem neuen Corona-Konzept bestens mit.

"Aber natürlich müssen wir sehen, wie es mit den Anmeldungen weitergeht. Denn die Gesamtöffnung mit mehr Gruppen wird ja mit dem gleichen Personal gestemmt. Müssen wir neue Gruppen anlegen, könnte es eng werden", sagte der Jugendbereichsleiter. Man könne natürlich immer noch mit einer Waldkindergruppe jonglieren.

Zugute kam bei der ganzen Planung, dass der Krankenstand derzeit gegen null tendiert, also fast alle Erzieherinnen an Bord sind. "Wir mussten aber bei den Mitarbeiterinnen, die einer Risikogruppe angehören, eine neue Einsatzplanung machen - etwa in einer Waldgruppe. Aber auch das war machbar." Und er betonte noch einmal: "Das Ganze geht derzeit nur so problemlos über die Bühne, weil die Eltern mitziehen und so viel Verständnis zeigen." Von Andreas Burger

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