+
Aus einer Stunde werden zwei Stunden freies Parken (von links): Bürgermeister Steffen Wernard, Petra Reuter von der Wirtschaftsförderung der Stadt sowie Sljezana Marosch vom Gewerbeverein stellen den neuen Parkplatzflyer vor. Foto/Grafik: Kopp/Taunus Zeitung

Parken in Usingen

Reaktion auf Anfeindungen im Netz: Stadt will mit neuen Parkplatzflyer Kritik entkräften

Die Stadt Usingen geht in die Offensive: Mit einem neuen Parkplatzflyer wirbt sie für die Innenstadt-Geschäfte und begegnet so teilweise unsäglichen Anfeindungen über die sozialen Medien.

Usingen - Die Gewerbetreibenden in der Innenstadt haben es derzeit schwer. Durch die Baustelle rund um den Alten Marktplatz gibt es weniger Durchgangsverkehr, Geschäftsaufgaben in den vergangenen Jahren haben das Warensortiment eingeschränkt. Doch die Behauptung, dass man in der Innenstadt kaum kostenfreie Parkplätze finden kann, dem widerspricht Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) entschieden. Mit einem Parkplatzflyer will er aufkommende Kritik entkräften.

Dass es derzeit etwas unbequemer ist, „das hat schon mit den umfangreichen Bauarbeiten zu tun“, räumt Wernard ein. Doch er erklärt, dass das Land Hessen den Umbau vornimmt, die Stadt Usingen habe sich nur angeschlossen und erneuere die Kanäle unterhalb der Teerdecke. „Die Bürger hätten sich an den Kopf gefasst, wenn wir das nicht gemacht hätten und die Straße dann in zwei Jahren erneut hätten aufreißen müssen“, sagt er.

Lesen Sie auch: Die teuersten Knöllchen in der Stadt

Doch nicht gelten lassen will er die Kritik – vor allem im Internet – dass man kaum noch kostenfreie Parkplätze findet. Gemeinsam mit Petra Reuter von der Wirtschaftsförderung der Stadt und Snjezana Maros vom Gewerbeverein stellt er eine Auflistung vor, wo und wie viele freie Parkplätze es in und um die Innenstadt gibt. Den Parkplatzflyer der Stadt Usingen gibt es im Rathaus sowie in den Geschäften der Innenstadt.

575 Plätze sind insgesamt herausgekommen. Auch wenn wegen der Baustelle nicht alle verfügbar seien, dann aber doch ein Großteil, so Wernard. „Wegen Parkplatzmangels zum Boykott aufzurufen wird aber nur zu weiteren Schließungen führen“, ist er sich sicher.

Parkplatzflyer

Hinzu kommen in etwa gleich viele Parkplätze des Gewerbes, hier allerdings seien die Vorgaben der jeweiligen Besitzer zu beachten. So etwa das korrekte Auslegen der Parkscheibe. Sonst kann es Geld kosten. „An dieser Tatsache können wir nichts ändern“, verweist Wernard auf das Recht der Eigentümer.

Schilder austauschen

Doch hat die Stadt selbst einen Schritt nach vorne gemacht, um längeres Parken zu ermöglichen. Nach und nach werden nämlich die bisher einstündigen Beschränkungen auf zwei Stunden erweitert. „Alle Schilder sind bestellt, sie müssen nur noch angebracht werden“, freut sich Reuter.

Wer keine Parkscheibe habe, könne sich zudem kostenlos eine im Bürgerbüro abholen. Und zudem sei auch die Ordnungsbehörde angewiesen, derzeit Fingerspitzengefühl walten zu lassen, wenn es um das Thema Parkscheibe geht.

Auch sonst will die Stadt nichts unversucht lassen, die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen. Neue Altstadtpflaster gehören dazu, ein Testballon sollte in der Zitzergasse starten. Die Straßenverkehrsbehörde habe dies aber wegen eines zu hohen Verkehraufkommens abgelehnt. Deswegen werden nur die Parkplätze neu bepflastert, die Straße selbst nicht.

Leerstand erfassen

Doch mit der Nordostumgehung können wichtige Durchgangsstraßen in Usingen zurückgebaut werden. Atmosphäre und Aufenthaltsqualität sollen dann wesentliche Kriterien sein. „Wir wollen die Rahmenbedingungen verbessern, auch wenn wir damit nicht die leerstehenden Geschäfte automatisch füllen können“, sagt Wernard. Doch immerhin habe Usingen noch „fünf bis sechs gewerbliche Leuchttürme, das haben andere Kommunen nicht mehr“.

Kurzfristig gedacht wird an eine Baustellenparty, auch das Foodtruck-Festival im Juni, das Stadtfest und die Laurentius-Kerb sollen die Stadt mit verkaufsoffenen Sonntagen beleben. Ein Leerstands-Management und Förderprogramme sollen da helfen. „Wir ziehen da mit und wollen unseren Beitrag leisten“, sagt Maros, die ein Schuh-Geschäft betreibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare