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Beim Laurentiusmarkt in Usingen hat die Kreisjugend des BUND Hochtaunus

Neue Gruppe

Usinger Jugendliche engagieren sich im Bund für Umwelt und Naturschutz

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Ob sich die schwedische Umweltschutz-Aktivistin Greta Thunberg auch mal in der heimischen Umweltgruppe engagiert hat? Jedenfalls gibt es ein gutes Angebot für Kinder und Jugendliche im Usinger Land, die sich für die Natur einsetzen möchten.

Im Usinger Land gibt es viele Vereinsangebote für Kinder und Jugendliche, auch die Naturschutzgruppen, allen voran der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), können da mithalten. Denn das Interesse ist da – das war es auch schon vor dem Hype um die 16-jährige schwedische Umweltschutz-Aktivistin Greta Thunberg.

Neu gegründet haben sich vor rund einem Jahr die BUND-Jugend Usinger Becken und eine BUND-Ortsgruppe für Jugendliche in Kronberg. Zum Gründungstreffen der Gruppe „Usinger Becken“ kamen bereits zehn Jugendliche aus Neu-Anspach, Usingen, Wehrheim, Schmitten, Friedrichsdorf und anderen Orten der Region, wie auf der Internetseite bundjugend.de nachzulesen ist.

Ansprechpartnerinnen für die Jugendlichen sind Claudia Berg und Friederike Schulze, die auch den Kinder-BUND für Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren in Usingen und Neu-Anspach betreuen (siehe Info-Box).

Demo in Berlin

Auch der BUND-Ortsverband Usingen/Neu-Anspach hat eine eigene Jugendgruppe mit in der Regel acht Teilnehmern, die sich weitestgehend autonom organisiert, also auch die Termine eigenständig festlegt, sagt Friederike Schulze, Vorsitzende des Ortsverbandes und Vorsitzende des Kreisverbands Hochtaunus. Die Teilnehmer sind im Alter zwischen 13 und 27 Jahren.

Ältere BUND-Jugendliche haben zum Beispiel im Januar an der Demo „Wir haben es satt!“ mit 35 000 Teilnehmern anlässlich der „Grünen Woche“ in Berlin teilgenommen. Demonstriert wurde „für eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für Klimagerechtigkeit und gutes Essen“. Im vergangenen Jahr verkleideten sich Jugendliche auf dem Laurentiusmarkt als Schweine und Hühnchen, um mit Kerb-Besuchern über das Thema Fleischkonsum zu sprechen.

Ziemlich üppig ist das Angebot für jüngere Kinder, die im Usinger Land leben. Denn sie können sich bei den BUNDiten (Ortsverband Wehrheim) und beim Kinder-BUND (Ortsverband Usingen/Neu-Anspach) einbringen – also selbst herausfinden, wie ein Gänseblümchen schmeckt, wie es auf der BUNDiten-Internetseite heißt.

Die Teilnahme an den Angeboten ist rege. Doch auch bei den jüngeren Kindern gibt es eine gewisse Fluktuation. „Mal kommen drei, mal kommen 20 Kinder zu unseren Treffen, die immer am ersten Freitag im Monat stattfinden“, sagt Schulze. Bei den Terminen, an denen Kartoffeln geerntet oder Äpfel gekeltert werden, sei das Interesse meistens groß, „aber man kann das nicht abschätzen“, so Schulze. Treffpunkt ist einmal im Monat immer um 15 Uhr in der Milchhalle in Westerfeld und die Exkursionen gehen in der Regel bis etwa 16.30 Uhr.

Kinder, die an den regelmäßigen Treffen teilnehmen, müssen kein BUND-Mitglied sein, es sei jedoch gerne gesehen, dass regelmäßige Teilnehmer auch in den Verein eintreten. Der Mitgliedsbeitrag liege bei 72 Euro im Jahr, bei Menschen, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind, sind es 27 Euro, so Schulze.

20 Euro im Jahr

Anders als beim Sportverein oder beim Unterricht in der Musikschule steht nicht der Wettkampf beziehungsweise der Wettbewerb im Vordergrund, sondern das Motto ist: „Nur, was man kennt, kann man auch schützen“, sagt Schulze. „Wir fragen also keine Vogelstimmen ab.“ Bei den BUNDiten in Wehrheim können Kinder ab sechs Jahren mitmachen. Für die Teilnahme wird ein Jahresbeitrag von 20 Euro erbeten. Geschwisterkinder sind frei. In Wehrheim gibt es zurzeit keine eigene BUND-Jugend. „Falls Du Interesse hast, eine Gruppe ins Leben zu rufen, helfen wir Dir gerne“, heißt es auf der Internetseite der BUNDiten.

Mangelndes Interesse

Es kommt auch vor, dass ehemals aktive Kinder- und Jugendgruppen stillgelegt werden. Das ist sowohl beim BUND-Ortsverband in Schmitten als auch bei der Vogel- und Naturschutzgruppe Grävenwiesbach der Fall. „Die Gruppe wurde vor drei bis vier Jahren mangels Interesse aufgelöst“, sagt Hermann Schlanke, erster Vorsitzender des Schmittener BUND-Ortsverbandes. Er ergänzt, dass die Jugendlichen, die die Gruppe damals betreuten, zum Studieren weggezogen seien. „Wir haben schon ins Auge gefasst, eine neue Gruppe zu gründen. Doch wir suchen noch zwei Jugendliche, die die Gruppe langfristig betreuen wollen.“

Ähnlich sieht es in Grävenwiesbach aus, wo die Jugendgruppe der Vogel- und Naturschutzgruppe über 15 Jahre vom ersten Vorsitzenden Sebastian Budig geleitet wurde. „Ich werde 70“, erklärt er, warum er das nun nicht mehr tut, und ergänzt, dass die Gruppe sich vor ein paar Jahren in Ermangelung eines Nachfolgers aufgelöst habe. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es mit der Wiesbachschule eine große Grundschule in der Gemeinde gibt, seien Umwelt- und Naturschutz-Themen eigentlich gefragt. „Leider haben wir derzeit niemanden, der sich zu Kinder kompatiblen Zeiten engagieren könnte.“

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