Im Usinger Familienzentrum Hand in Hand an der Eiskaut lernen die Vorschulkinder-Kinder in der Kita spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr.
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Im Usinger Familienzentrum Hand in Hand an der Eiskaut lernen die Vorschulkinder-Kinder in der Kita spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

Usinger Land

Usinger Land: Bald geht's ab in die Schule

Vorschulkinder werden lange Jahre in der Kita vorbereitet

Usinger Land -Ende Juli wurden 28 Vorschulkinder - und damit rund ein Viertel aller Kinder - aus der Kita im Usinger Familienzentrum "Hand in Hand" rausgeworfen. Klingt ziemlich heftig, ist es aber nicht.

Vielmehr ist der "Rauswurf" ein ganz besonderer Tag für die Kinder und ihre Eltern. Mit ihm endet nämlich die mehrjährige Kindergartenzeit. Gemeinsam mit den Erzieherinnen feiern sie den letzten Tag im Familienzentrum und alle können sich nochmals voneinander verabschieden.

Am Dienstag, den 18. August werden sie - wie hunderte anderer Kinder im Usinger Land - eingeschult. Neben einem ganz anderen Tagesablauf steht mit dem Schulweg eine weitere Hürde bevor. Statt von den Eltern zur Kita gebracht zu werden, gehen die Kinder dann alleine zur Schule oder sie nehmen den Schulbus. Auch zur Bushaltestelle werden die I-Dotze dann zu Fuß gehen.

Auf den Schulweg sind sie bestens vorbereitet. "Die Verkehrserziehung beginnt für jedes Kind bereits ab dem ersten Tag in unserer Einrichtung. Verkehrserziehung ist nicht ein abstraktes Lernfeld, sondern ist in das pädagogische Konzept der Kita an der Eiskaut eingebettet", sagt Kita-Leiterin Christel Berschet, die in diesem Jahr in den Ruhestand verabschiedet wird. "Regeln gibt es im Zusammenleben viele, sie sind in unserem Alltag eine Selbstverständlichkeit."

Zusehen und aufmerksam sein

Zusehen, zuhören, aufmerksam das eigene Umfeld wahrnehmen, beobachten, wahrnehmen, Regeln beachten und dann das eigene Handeln danach ausrichten - das sei im Straßenverkehr, auf dem Geh- oder Radweg ebenso wichtig, wie beim gemeinsamen Frühstück in der Kita, beim Spielen - und natürlich auch ganz aktuell beim Tragen von Mund- und Gesichtsschutz beim Einkaufen.

"Wir spielen mit den Kindern während ihrer gesamten Kita-Zeit Spiele, mit denen Auge, Gehör und andere Sinne, sowie ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit ausgebildet werden", erläutert die Kita-Leiterin. "Das sind alles ganz wichtige Voraussetzungen, die auch für die Verkehrserziehung von Bedeutung sind."

Ausflüge als Training

Während viele Basiselemente bereits vor dem letzten Kita-Jahr ganz spielerisch erlernt werden, kommt für die Vorschulkinder dann eine gezielte Vorbereitung für den Schulweg und die Teilnahme am Straßenverkehr dazu. Bei gemeinsamen Ausflügen in die Stadtbücherei oder dem täglichen Gang in den Wald legen alle Erzieherinnen großen Wert auf das Erlernen von Eigenverantwortung; auch im Straßenverkehr.

Dazu gehören so elementare Dinge, wie das Stehenbleiben am Zebrastreifen und das Herausstrecken der Hand, um Autofahrer auf sich aufmerksam zu machen. "Kinder sollen lernen, dass sie mit bewussten Handeln im Straßenverkehr vor allem auf sich alleine aufpassen können", erläutert Berschet. "Genauso gilt es, auch auf Freunde aufzupassen.

Gerade beim Einsteigen in den Schulbus, heißt es: nicht Schubsen, nicht drängeln und auf andere wartende Kinder achtgeben. Kinder dürfen sich natürlich auf dem Schulweg unterhalten. Doch beim Queren der Straße heißt es "Anhalten". Kinder müssen wissen, dass die Geschwindigkeit von Autos nur schwer einzuschätzen ist. "Bei der Verkehrserziehung in der Kita werden wir durch Frau Bregulla und die anderen Mitglieder der Verkehrswacht Usinger Land ganz wunderbar unterstützt", dankt Berschet.

Regeln nebenbei lernen

"Die Erzieherinnen werden zur Verkehrserziehung geschult. Die Mitglieder der Verkehrswacht unterstützen uns zudem mit jährlichen Elternabenden und bei den Sommerfesten in der Kita. Zudem haben die Kitas in Usingen viele Lern- und Spielmaterialien zum Thema erhalten."

Einen großen Dank richtet die Leiterin auch an den Förderverein der Kita, der für die Arbeit in der Einrichtung Helme und anderen Fahrgerätschaften angeschafft habe. Bestens ausgestattet erlernen die Kinder auf den im Freigelände eingezeichneten Straßen ganz nebenbei im Freispiel die Verkehrsregeln."

Auch für Eltern ein großer Schritt

Der Sohn von Christine Bornemann hat es genossen, morgens gemeinsam mit der Mutter zu Fuß, später dann mit dem Fahrrad zur Kita an die Eiskaut zu fahren. "Mein Sohn ist immer schon ein vorsichtiges Kind gewesen", sagt Bornemann. "Er hat immer geschaut, wenn wir eine Straße queren mussten."

Das wird sich nun ändern: Auf dem Weg zur Bushaltestelle wird der Junge alleine unterwegs sein, um von dort aus mit dem Schulbus in die Astrid-Lindgren-Schule zu fahren. "Wir haben mit den Jahren ein wachsendes Vertrauen entwickelt. Er fährt mit dem Fahrrad bereits zu Freunden im Wohngebiet oder ist mit Freunden an die Usa zum Spielen gegangen", sagt Christine Bornemann.

Dabei hätte er ein Gespür entwickelt, was geht und was nicht. Nun werden die Kreise eben größer. "Wir sind den Weg zur Schule bereits mit ihm gegangen. Da geht es auch über eine Hauptstraße. Er weiß jetzt, wie er sich am Zebrastreifen verhalten muss", sagt die Mutter Christine Bornemann.

Kirsten Oehme ist froh und dankbar, dass ihre Kinder in der Kita Hand in Hand eine gute Verkehrserziehung erfahren durften. "Das gibt mir ein gutes Gefühl. Die Erzieherinnen haben eine gewissenhafte Arbeit gemacht", sagt die Mutter zweier Töchter. "Doch die Vorbereitung der Kinder auf den Schulweg ist ebenso Aufgabe der Eltern. Wir tragen dafür die Verantwortung."

Durch die intensive Zusammenarbeit der Kita mit der Verkehrswacht sei sie als Mutter auch bei Elternabenden und bei den Sommerfesten mit der Verkehrswacht für die Verkehrserziehung sensibilisiert worden. Der Name der Kita an der Eiskaut ist offensichtlich Programm. Bei der Verkehrserziehung lief alles "Hand in Hand".

Von Matthias Pieren

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