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Pfarrerin Kerstin Steinmetz (vorne in der Mitte) nahm im vergangenen Jahr neun Konfirmanden als vollwertige Mitglieder in die Kirchengemeinde Eschbach auf.

Usinger Land

Usinger Land: Konfirmanden müssen bis Herbst warten

14 Gemeinden müssen ein eigenes Hygiene-Konzept erstellen. Ein Überblick über die bisher bekannten Termine.

Usinger Land Ein Jahr lang haben sich evangelische Mädchen und Jungen im Konfirmandenunterricht auf ihren großen Tag vorbereitet. Sie haben sich mit Fragen zum Sinn des Lebens, zur Zukunft und zum Glauben auseinandergesetzt, haben Gemeinschaft erfahren. Ohne die Corona-Pandemie wären überall im Usinger Land Konfirmationen bereits gewesen oder stünden in Kürze an. Die ursprünglichen Termine sind alle abgesagt.

Wann die festlichen Gottesdienste stattfinden entscheiden die einzelnen Kirchengemeinden. Auch wenn die Gotteshäuser nacheinander wieder öffnen, lassen die geltenden Abstandsregeln noch keine großen Besucherzahlen zu. Für viele Jugendliche ist jedoch der Tag, an dem sie als mündige Mitglieder in die christliche Gemeinde aufgenommen werden, von besonderer Bedeutung. Sie wollen mit Paten und Verwandten diesen Tag gemeinsam begehen.

Herbst oder erst nächstes Jahr

Bei den 14 Kirchengemeinden im Usinger Land gibt es nach Auskunft aus dem Dekanat Hochtaunus eine große Bandbreite an Meinungen. "In manchen Gemeinden finden mehrere kleine Gottesdienste statt, um den gebotenen Abstandregelungen nachzukommen", so Pressesprecher Jens-Markus Meier. Manche Gemeinden haben die Konfirmation auf September oder Oktober 2020 verschoben. "Es gibt Stimmen von Eltern, die appellieren auf 2021 zu verschieben", sagt er. Generell sei der Kirchenvorstand für die Erstellung eines "Corona-Sicherheitskonzeptes" für alle Veranstaltungen der Gemeinde verantwortlich und müsse auch die Einhaltung der erstellten Regeln gewährleisten. Dem Dekanat liegt noch nicht aus allen Gemeinden die Vorgehensweise vor. Manche Kirchengemeinden haben die neuen Konfirmations-Termine schon auf ihrer Homepage mitgeteilt, andere sind noch in der Beratung.

In Usingen wurde nach Informationen aus dem Gemeindebrief die Konfirmation vom 9./10. Mai auf das Wochenende vom 19./20. September verschoben. Die Konfirmation in Eschbach soll am 25. Oktober in zwei kleinen Gruppen mit jeweils fünf Konfirmanden stattfinden. Die Kirchengemeinde Merzhausen-Lauken hat die Konfirmation auf Oktober verschoben.

In der Kirchengemeinde Anspach ist noch unklar, wie verfahren wird, derzeit laufen noch Gespräche. Auch in den Kirchengemeinden Hausen-Arnsbach und Westerfeld, wo am 17. Mai sieben Jugendliche konfirmiert werden sollten, steht der Termin für den Gottesdienst noch nicht fest. Laut Pfarrerin Beate Usener-Eichner stellt für die an sich schon kleine Konfirmanden-Gruppe die Corona-Pandemie eine sehr spezielle Situation dar. Bei dem geforderten Mindestabstand hätten in der Westerfelder Kirche 32 Gottesdienstbesucher Platz, in der Hausen-Arnsbacher sogar nur 18. "Das reicht in Hausen nicht einmal für Eltern und Paten", sagt sie. Die Meinungen seien sehr unterschiedlich. Denkbar sei ein kleiner Gottesdienst noch in diesem Jahr und ein zusätzlicher größerer im nächsten Jahr. Gestern fand ein Elternabend statt. Die Kirchengemeinde Rod am Berg hat den für den 17. Mai geplanten Konfirmationsgottesdienst auf den 27. September verlegt.

Keine Termine in Grävenwiesbach

In Wehrheim sind die Konfirmationen verschoben auf den 27. September und 18. Oktober. Die sei unter Vorbehalt, je nachdem, wie die Corona-Krise sich entwickle, teilt Pfarrer Ulrich Jox mit. "Unter Umständen müssen wir die Gruppen nochmal teilen", sagt er. In Arnoldshain sollen die 22 Konfirmanden Ende August/Anfang September in die Gemeinde aufgenommen werden. Die Kirchengemeinde Weilnau hat den neuen Konfirmationstermin für den 25. Oktober festgelegt. Die Konfirmations-Gottesdienste in Rod an der Weil, wo auch Jugendliche aus Gemünden dabei sind, und Emmershausen sind auf September verschoben.

Gänzlich offen ist derzeit das Vorgehen in Grävenwiesbach. "Geht es nach dem Kirchenvorstand, sollte man mit der Konfirmation warten, bis die Situation mit Covid 19 im Griff ist", teilt Pfarrer Klaus Rüb mit. Unter unnormalen Umständen etwas auf Biegen und Brechen durchführen, werde dem besonderen Wert dieses Tages nicht gerecht. "Eine Konfirmation sollte richtig gefeiert werde, nicht nur im kleinsten Kreis." Noch haben nicht alle Eltern geantwortet, aber einige seien einverstanden bis 2021 zu warten. Von Evelyn Kreutz

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