Ausblick 2015

Usinger Land: Wind und Müll im Blick

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Eines ist gewiss: Die 364 verbleibenden Tage des Jahres 2015 werden einige Überraschungen für das Usinger Land bereithalten. Doch einige Ereignisse sind bereits programmiert.

Es wird spannend, wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen: Werden die Biotonnen wirklich zum Himmel stinken und Schädlinge anziehen – oder entpuppt sich die Diskussion als heiße (aber geruchsneutrale) Luft? Eines jedenfalls ist sicher: Die Bürger werden ihre Mülltonnen und die damit verbundenen Gebührenbescheide mit Argusaugen prüfen und genau nachrechnen, was das neue Entsorgungssystem für sie nun genau bedeutet.

Erneuerbare – oder zumindest nicht versiegende – Energie werden auch Befürworter und Gegner der Windräder mobilisieren. Grävenwiesbach, Schmitten, Neu-Anspach – nach den jüngsten Entwicklungen darf kein Projekt als vollkommen gesichert, jedoch auch nicht als komplett gescheitert, angesehen werden. Interessant wird sein, wie die Windräder in Weilrod mit etwas zeitlichem Abstand gesehen werden. Verschandeln die neuen Ungetüme die Taunuslandschaft nachhaltig? Oder fügen sie sich wie andere vom Menschen im Laufe der Jahrhunderte immer wieder hinzugefügte Landmarken in die Umgebung ein?

Während der Bau der Windräder umstritten ist, sind sich beim Thema Straßen (fast) alle einig: Deren Zustand soll sich bessern. In Schmitten wird die Motorradlärm-Diskussion allerdings auch im Jahr nach Marcus Kinkels (FWG) Wiederwahl nicht vollumfänglich gelöst werden, dafür werden die Diskussionen im Sommer (noch) lauter geführt.

Von Herausforderungen in Sachen Infrastruktur ist Usingen gleich doppelt betroffen. Zum einen hofft man nach der Ankündigung von Bürgermeister Steffen Wernard (CDU), dass sich in Sachen Umgehung etwas tut, zum anderen stehen der B 456 im kommenden Jahr Sanierungsarbeiten und vermutlich eine Vollsperrung bevor. Autofahrer müssen sich auf Umleitungen vorbereiten.

Andere Wege muss auch die kommunale Politik beschreiten, will sie die Vorgaben aus Wiesbaden und die näher rückende Schuldenbremse konsequent einhalten und trotzdem handlungsfähig bleiben. Der Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit sollte mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehenden Kommunalwahlen neuen Schub bekommen. Das ließ jüngst Grävenwiesbachs Bürgermeister Roland Seel (CDU) durchblicken.

Mächtig Druck lastet auch in einem anderen Feld auf den Kommunen: In diesem Jahr werden weitere Flüchtlinge unterzubringen sein. Usingen macht vor, wie die Herausforderung bewältigt werden kann. Trotzdem müssen schleunigst weitere Unterkünfte gefunden werden, um später nicht in Zugzwang zu kommen. Der ein oder anderen leerstehenden Immobilie könnte daher 2015 eine neue Nutzung erfahren. Zu überlegen wäre dies vor allem für ehemalige Hotels. Ob die mittlerweile geschlossene Erbismühle eine Möglichkeit wäre? Sicher nicht die schlechteste.

Auf lange Sicht gesichert ist ganz sicherliche die Zukunft des Klinikstandorts Usingen. Aber auch beim intensivsten Blick in die Glaskugel lässt sich dort auf absehbare Zeit keine Kinderstation erkennen. Allerdings scheint es im Zuge der Wiesbadener Gesundheitspolitik möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass die Pläne für (Fach-)Ärztezentren im ländlichen Raum auch im Usinger Land Spuren hinterlassen. Ein Zentrum für Pädiatrie könnte viele Aufgaben einer klinischen Kinderstation auffangen.

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