Organisieren und bieten die neue Beratung (von links): Ulrich Sprandel, Ute Harmel, Bertold Horn, Bürgermeister Steffen Wernard und Helmut Schröder.
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Organisieren und bieten die neue Beratung (von links): Ulrich Sprandel, Ute Harmel, Bertold Horn, Bürgermeister Steffen Wernard und Helmut Schröder.

Usingen bietet kompetente Hilfe für Unternehmer und Existenzgründer

Verein der Wirtschaftspaten setzt auf kostenfreie Beratung

  • vonAndreas Burger
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Nach der Corona-Pause hat das Usinger Rathaus seine Beratungsangebote wieder aufgenommen. Unter anderem wurde eine Kooperation mit dem Verein Wirtschaftspaten eingegangen, die nun ein Mal im Monat im Rathaus bei Problemen und Fragen Unternehmern zur Seite stehen.

Dass sich in der momentanen Zeit nur wenige Menschen auf eine Existenzgründung einlassen, ist verständlich. Viele Unternehmer sind mit der Rettung eines Betriebes beschäftigt, Neugründungen stellen durch die Einschränkungen der Pandemie ein großes Risiko dar. Dennoch: Wer eine Geschäftsidee hat, muss sie nicht hinterm Berg halten. Und: Er steht nicht alleine im Raum. Denn nach der Corona-Pause hat die Stadt ihre Beratungsangebote wieder aufgenommen. Und dies in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftspaten.

Der Verein - sein formeller Sitz ist in Bruchköbel, aber die rund 40 Berater sind in ganz Rhein-Main verteilt - ist ehrenamtlich unterwegs. Sowohl die angebotenen Seminare für Gruppen als auch die Beratungsgespräche sind kostenfrei. Mit der kleinen Einschränkung: "Wenn wir einen Firmen-Neugründer beraten haben und er auf längere Sicht unsere Unterstützung benötigt, nehmen wir ein kleines Honorar", sagte der Vorsitzende Bertold Horn gestern in der Vorstellung des Vereins, der von Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) als wertvolle Ergänzung bezeichnet wurde.

Für Usingen sind Helmut Schröder und Ulrich Sprandel am Start. An jedem ersten Mittwoch im Monat sitzen sie im Rathaus (9 bis 12 Uhr) und klopfen Ideen ab, helfen bei großen und kleinen Problemen - oder sagen auch mal klar, dass ein Unternehmen nicht zu retten oder die Idee nichts taugt. Klare Worte helfen vor klaren Konkursen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei an erster Stelle. Sie nehmen Firmen-Gründern keine Arbeit ab, sondern helfen mit Rat und Tipps, diese abzuarbeiten. Aber auch bei Problemen bereits bestehender Firmen sind sie ansprechbar, um Gründe für eine Schieflage genau auszuloten und mögliche Lösungen zu bieten.

Alle Mitarbeiter sind ehrenamtlich unterwegs und dürfen auch nicht mehr im Berufsleben stehen. Horn kommt aus Friedrichsdorf und hat in einer großen Firma ein riesige Abteilung gemanagt, Sprandel kam aus der Lebensmittelbranche über Polaroid zu einer eigenen Unternehmensberatung, Schröder als Versicherungskaufmann war bei IBM im Management und hat sich später mit einer Dienstleistungsfirma selbstständig gemacht. Das zeigt: Alle Berater kommen aus der Praxis und sind im Ruhestand. So werden mögliche Konflikte durch private Firmenkontakte der Berater vermieden.

Das Spektrum der Beratung ist groß. Es reicht von der anfänglichen Geschäftsidee bis zur möglichen Rettung eines Unternehmens. Und auch die Nachfrage zeigt, dass in den Sprechstunden alles vertreten ist. Nach der ersten Kontaktaufnahme und einem Gespräch wird vereinbart, ob die Beratung weitergeführt werden soll. "Wir wären aber froh, wenn die Betreffenden nicht erst kämen, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht", sagte Schröder.

Eng arbeiten die Herrn mit der Wirtschaftsförderung der Stadt, namentlich Ute Harmel zusammen. Denn sie kann auch im heimischen Gewerbe Werbung machen und bei möglichen Schieflagen darauf verweisen, dass es diese Beratung und Hilfe gibt.

Berater werden noch gesucht

Auch mit der IHK hat der Verein Kontakte, damit die angebotene Hilfe breit aufgestellt werden kann. Zugleich bieten die Helfer auch Seminare oder sind an beruflichen Schulen mit gymnasialer Oberstufe unterwegs, um dort mögliche Unternehmer-Aspiranten auf Probleme und Möglichkeiten hinzuweisen. Der Verein sucht gerade im Hochtaunuskreis noch ehrenamtliche Berater.

Wer die Beratung in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter (0 60 81) 10 24 10 11 einen Termin bei Ute Harmel geben lassen - oder per Mail an: wirtschaftsfoerderung@usingen.de. bur

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