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„Der Verkehr sucht sich sowieso seinen Weg“

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Von: Matthias Pieren

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Hinter Westerfeld erkennt man die diagonal und bergan verlaufende Zufahrtsstraße von der K 723 zum Deponiepark Brandholz. Die ?Brandholzspange? bezeichnet die Weiterführung am Fuße der Deponie zur B 275 Usingen ? Merzhausen.
Hinter Westerfeld erkennt man die diagonal und bergan verlaufende Zufahrtsstraße von der K 723 zum Deponiepark Brandholz. Die ?Brandholzspange? bezeichnet die Weiterführung am Fuße der Deponie zur B 275 Usingen ? Merzhausen. © Pieren

Nach der Eröffnung des letzten Bauabschnitts der Heisterbach-Umgehung finden immer mehr Autofahrer den Lückenschluss zwischen B 456 und B 275. Die sogenannte Brandholzspange ist heute ein Schleichpfad – einst war sie Teil einer möglichen Umgehungsstraße. Im Kommunalwahlkampf ist sie wieder im Gespräch.

„Lassen Sie bloß die Finger davon“, rieten einst Kreis- und Kommunalpolitiker dem Hausener Ernst Bach, als er damals die Vorteile der sogenannten Brandholzspange als Umgehungsstraße und Lückenschluss zwischen B 456 und B 275 ins Spiel brachte.

Neu-Anspach hatte damals die Landeszuschüsse für die ersten drei Abschnitte der Heisterbach-Umgehung nur für die Verkehrserschließung als Siedlungsschwerpunkt erhalten. Seinerzeit hatte das Hessische Amt für Straßenbau und Verkehrswesen (heute Hessen Mobil) immer wieder unmissverständlich klar gemacht: Neu-Anspach muss alle Zuschüsse zurückzahlen, wenn die Heisterbach-Umgehung über die Deponie Brandholz weiter zur B 275 geführt wird.

Der Grund: „Die Heisterbach“ ist auf dem Papier eine reine Ortsstraße, die einzig als Zubringer und Anschluss der Kleeblattstadt an die B 456 nach Bad Homburg gebaut wurde. „Deshalb wagte kein Lokalpolitiker in Neu-Anspach, eine Weiterführung einzufordern“, so Bach.

Doch plötzlich – nach der Eröffnung des letzten Heisterbach-Abschnitts – wird das Thema in Hausen-Arnsbach heiß diskutiert. Dass die Brandholzspange heute eine weitere Verkehrsentlastung für die Stadt bringen würde, davon ist auch Guntram Löffler überzeugt.

Er wohnt wie Bach in der Hauptstraße, jedoch nicht in Hausen, sondern in Arnsbach. Früher wie heute fahren an seinem Haus reihenweise Lastwagen vorbei, die von den Gewerbegebieten kommend über die K 738 am Grünwiesenweiher vorbei nach Merzhausen ins Weiltal fahren. „Bei einem Ausbau der Brandholzspange könnte man die am Grünwiesenweiher vorbeiführende Kreisstraße dicht machen. Das würde dann auch Arnsbach deutlich entlasten“, sagt Löffler. „Neu-Anspach könnte die Spange bauen und dem Kreis übergeben.“

Wäre die Heisterbach-Umgehung Kreisstraße, würden die Bürger aus Hausen-Arnsbach nicht zur Kasse gebeten, wenn die Straße ausgebessert werden muss. „Stehen Sanierungen zwischen Post-Verteilzentrum und der K 723 an, werden alle Kosten wegen der bestehenden Straßenbeitragssatzung auf die Bürger von Hausen-Arnsbach umgelegt“, sagt auch Roland Stark.

Die Zufahrt von der K 723 zur Deponie wurde bekanntlich für Lkw-Schwerlastverkehr ausgebaut, meint Johann Götz. Auch für die kreisweite Anlieferung mit Bioabfällen sei die Heisterbach-Umgehung eingeplant. Dies hatte auch der Erste Kreisbeigeordnete Uwe Kraft (CDU) bei der Inbetriebnahme der erweiterten Biogasanlage gesagt: „Die Müllwagen aus dem Vordertaunus können jetzt die Deponie direkt über die Saalburg und die Heisterbachstraße ansteuern.“

Nach den Worten der vier Bürger aus Hausen-Arnsbach müsste für eine Brandholzspange einzig die nördliche Verbindung zwischen der Deponie und der B 275 wieder ausgebaut werden. Derzeit ist die enge, einspurige Straße für den Durchgangverkehr gesperrt, nur die Anlieferung zur Deponie ist frei.

Auf Wunsch der Rhein-Main-Deponie wurde seinerzeit die Straße zweigeteilt. Die eine Hälfte dient der Anlieferungen von der B 275 zur Deponie. Mit einem Zaun abgetrennt verläuft der interne Deponieverkehr. „Auch heute sucht sich der Verkehr bereits seinen Weg zur B 275. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“, sagen die vier Männer aus Hausen-Arnsbach unisono.

„Die Idee ist nicht gleich zu verwerfen. Doch sie hat auch viele Fallstricke“, kommentiert Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) auf TZ-Anfrage. „Es muss genau geprüft werden, wie es sich mit den Landeszuschüssen verhält.“

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