AfD verliert Mitglieder, will bei den Wahlen aber Flagge zeigen

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Es ist ruhig geworden um die AfD. Nichtsdestotrotz denkt sie darüber nach, bei der Kommunalwahl im Usinger Land anzutreten.

Nein, über Zahlen möchte Wolfgang Strubel nicht reden. Die aktuelle Mitgliederzahl des AfD-Ortsverbands Hintertaunus, dessen Sprecher er ist, will er nicht verraten: „Das ist ein kleines Betriebsgeheimnis.“ Preis gibt er ebenso wenig, wie viele Mitglieder nach dem Parteitag in Essen, bei dem Parteigründer Bernd Lucke in der Wahl um den Vorsitz Frauke Petry unterlag und in der Folge austrat, der AfD den Rücken kehrten. Nur so viel sagt er dazu: „Bundesweit ist die Mitgliederzahl von 20 000 auf 16 000 zurückgegangen. Ungefähr in der gleichen Größenordnung lagen auch die Rücktritte bei uns.“ Sprich der Mitgliederschwund betrug rund 20 Prozent.

Noch sei nicht ganz klar, ob die AfD im Usinger Land bei der Kommunalwahl in der ein oder anderen Kommune antreten wird. Möglich hält er dies in Neu-Anspach, wo er selbst wohnt, oder auch in Weilrod. Er wolle darüber noch einmal mit dem Kreis der Aktiven sprechen Sollte die AfD antreten, werde man auch Parteilosen die Möglichkeit geben, auf der Liste zu stehen. „Noch nicht geklärt ist, welche Kriterien sie erfüllen müssten“, erklärt Strubel. Fest steht bereits, dass die AfD auf Kreisebene antreten wird. „Die Liste wird demnächst aufgestellt“, sagt Kreis-Vorsitzender Peter Münch, der wohl den Spitzenplatz übernehmen wird. „Sicher sei auch, dass sie in Bad Homburg und Oberursel antritt. Über Steinbach habe man ebenfalls nachgedacht, sich aber dagegen entschieden. In Friedrichsdorf sei es noch offen.

Wolfgang Strubel kann sich vorstellen, gegebenenfalls in Neu-Anspach zu kandidieren, sollte die AfD dort antreten.: Zwar sei er niemand, der nach Ämtern strebe, aber: „Ich denke, dass man das von mir erwarten würde.“ Auch auf Kreisebene würde er für ein Mandat zur Verfügung stehen, gibt er zu verstehen. Als kommunale Themen liegen ihm persönlich etwa die Finanzierung der Kommunen, Windkraft, die Müllentsorgung und die Asylpolitik am Herzen. Bei der Asylpolitik gibt er selbst zu bedenken, dass der Einfluss der Stadtverordnetenversammlung begrenzt ist. Nichtsdestotrotz werde sie im Wahlkampf zur Sprache kommen. Während die AfD auf Bundesebene rechtspopulistische Äußerungen von sich gibt und so weit geht Grenzkontrollen, Einreiseverbote und sogar eine Aufhebung des Asylrechts zu fordern, gibt sich Strubel moderater. Für ihn sei klar, dass Flüchtlingen, die unter die Genfer Konvention fallen, zu helfen ist. Dennoch fordert er, dass der Zustrom begrenzt werden müsse. Und auch er hält sich mit harschen und dramatisierenden Worten nicht zurück: Die Kanzlerin könne sich nicht hinstellen und in „gottesgleicher Selbstherrlichkeit sagen, kommt alle zu uns“. Das führe zu einer Destabilisierung und gefährde die Sicherheit der Bevölkerung.

Inwieweit die AfD mit ihren Parolen im Wahlkampf im Usinger Land mitmischen wird, ist derzeit noch offen. Eine Entscheidung solle bis Ende Oktober fallen, sagt Strubel.

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