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Mark Steinheimer vom Wasserbeschaffungsverband Usingen ruft zum Wassersparen auf. Foto: Kreutz

Langsam wird's trocken

Versorgung mit Trinkwasser ist noch nicht gefährdet

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In Wehrheim wurde bereits eine Wasserzapfstelle wegen Trockenheit geschlossen. In Italien wird das Wasser knapp. Droht nach dem extrem trockenen Frühjahr auch im Usinger Land ein Wassernotstand?

Wir haben uns dran gewöhnt: Wasser kommt aus der Leitung. Doch im gar nicht so weit entfernten Italien herrscht derzeit eine der schlimmsten Dürren seit Jahrzehnten. In der vergangenen Woche wurde in der Po-Ebene der Notstand ausgerufen. Könnte das Wasser auch bei uns knapp werden?

Erste Anzeichen gibt es in Wehrheim. Dort hat die Gemeinde wegen der anhaltenden Trockenheit die Wasserzapfstelle am Wehrheimer Friedhof vorübergehend abgestellt. Hobbygärtner und Landwirte, die sich dort kostenlos mit dem kostbaren Nass versorgt haben, müssen jetzt auf Wasser aus der eigenen Zisterne oder der öffentlichen Leitung zurückgreifen bis der Hochbehälter am „Löwenhain“ wieder ausreichend Wasser für die Zapfstelle liefert.

Zum Glück kommt aus diesem Hochbehälter nur Brauchwasser, das nicht untersucht werden muss, und kein Trinkwasser. „Die Trinkwasserversorgung ist im Moment nicht gefährdet“, aber was noch kommt, wissen wir alle nicht“, sagte Oliver Bratrich vom Wehrheimer Bauamt.

Ähnlich sieht es in Usingen und Neu-Anspach aus. Diese drei Kommunen werden komplett vom Wasserbeschaffungsverband (WBV) Usingen mit Trinkwasser bevorratet. Wassermeister und technischer Betriebsleiter Mark Steinheimer ist auch zuständig für den Wasserbeschaffungsverband Wilhelmsdorf, der Teile von Grävenwiesbach, Schmitten und Weilrod versorgt.

Wie Steinheimer versichert, sind die eigenen Schürfungen und Stollen seit 2016 unverändert gut im Wasserzulauf. „Bei den Brunnen merkt man aber schon, wie der Höhenstand absackt“, sagte er. Rund 15 Prozent macht das aus. Weil das im Sommer immer passieren kann, ist der Zukauf von Fremdwasser vom 1. Juni bis 31. Oktober von 2250 Kubikmeter pro Tag auf 2850 Kubikmeter angehoben. Die Eigengewinnung am 27. Juni lag bei rund 3000 Kubikmeter.

Das reicht gerade so für Tage mit Spitzenverbrauchswerten wie am 20. Juni, als in den drei Kommunen 5800 Kubikmeter und damit rund 1000 Kubikmeter mehr als im Jahresdurchschnitt abgerufen wurden.

Für Steinheimer ist das noch kein Grund zur Beunruhigung und auch nicht dafür, den Bezug von Fremdwasser zu erhöhen. Das müsste er sowieso vier Wochen vorher bei der Hessenwasser GmbH anmelden.

Das Wasser fürs Usinger Land kommt aus dem Vogelsberg, und der sei anders als der Taunus besser aufgestellt.

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