Schwimmbad-Eröffnung in Schmitten

Verspäteter Start hat sich gelohnt

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Im höchstgelegenen Schwimmbad Hessens wurde mit einer Woche Verspätung die Badesaison eröffnet. Der verlängerte Kartenvorverkauf hat den Absatz des Vorjahres geknackt. Jetzt hoffen alle auf einen schönen Sommer.

Am 1. Mai war die Eröffnung des Schmittener Schwimmbades wegen der Kälte ins Wasser gefallen. Knapp eine Woche später kamen die ersten Stammgäste bei strahlendem Sonnenschein endlich auf ihre Kosten. Auf deutlich über 20 Grad kletterte die Lufttemperatur am Samstag in der Feldberggemeinde. „Mit 16 Grad war das Wasser im großen Becken schon am frühen Morgen für die Stammgäste warm genug“, berichteten die Schwimmmeister Gregor Wortmann und Oliver Rühl.

Die Ersten rückten bereits um 8.30 Uhr an, um zügig ihre Runden zu drehen. „Charly“ Wiemer und seine Tochter Sandra konnten die Saisoneröffnung wie immer kaum erwarten und ließen sich von Mutter Martina beim „Anschwimmen“ stolz fotografieren. Viel Spaß hatten auch zahlreiche Kinder und Jugendliche. Der 14-jährige Jan Wienhold ging auf Nummer sicher und in voller Montur ins Nass. Er hatte seinen Anzug vom Kitesurfen angezogen und durfte sogar mit Flossen ins Wasser, weil noch nicht so viel Betrieb war.

Nur mit der Badehose bekleidet stürzte sich der elfjährige Tom Schieler in die Schmittener Fluten. „Beim Reingehen ist es eisig kalt, dann wird es einem schnell warm“, berichtete er. Mit über 20 Grad Wassertemperatur war das kleine Becken für ausgelassene Wasserspiele bei den jüngeren Besuchern beliebt. Damit einige Flüchtlingskinder, die zwar Eintritt bezahlt hatten, aber keine Badeanzüge dabei hatten, schwimmen konnten, statteten die Schwimmmeister sie mit Fundsachen vom Vorjahr, die nicht abgeholt worden waren, aus. „Mit Shorts und Shirts sollte keiner ins Wasser“, so Wortmann.

FWG-Politikerin Christel Kinkel hat wieder über Bannerwerbung Sponsoren für Verbesserungsmaßnahmen im Bad gefunden. Sie hofft, dass einige von ihnen nicht nur für Flüchtlingskinder, sondern auch für Kinder und Jugendliche aus Familien, die sich Dauerkarten fürs Freibad nicht leisten können, noch etwas übrig haben. „Das Schwimmbad sollte vor allem auch von der Jugend genutzt werden können“, fordert Kinkel. Sie will die Attraktivität des Bades weiter steigern und sammelt auch Spenden für eine leistungsstärkere Solaranlage.

Für Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) haben sich die politisch zum Teil umstrittenen Investitionen – wie das neue Kinderbecken, der Kiosk, der Austausch der Zaunanlage sowie neue Fliesen in den Umkleiden – auf jeden Fall ausgezahlt. Trotz deutlich höherer Dauerkartenpreise als in den Nachbarkommunen wurde der Rekord beim Verkauf von Dauerkarten erneut gebrochen. „Mehr als 300 Dauerkarten, das gab es noch nie“, hieß es aus dem Rathaus. „Exakt 18 650 Euro haben wir erlöst – ein fantastisches Ergebnis und für mich ein Indiz dafür, dass die Schmittener ihr Schwimmbad zu schätzen wissen.“

Die Zahlen aus dem Vorjahr seien noch einmal um rund 15 Prozent gesteigert worden. Jetzt hoffen alle auf einen schönen Sommer, um auch den Besucherrekord aus dem Jahr 2015 zu knacken. Im vergangenen Sommer tummelten sich insgesamt über 35 000 Besucher im Freibad und spülten knapp 77 000 Euro in die Gemeindekasse. Das Freibad ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist um 19.30 Uhr. Ab 17 Uhr gibt es vergünstigte Abendkarten.

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