Viel Arbeit für die Genossen

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Der SPD-Ortsverein ist 125 Jahre alt. Das zu feiern, lassen sich die Sozialdemokraten natürlich nicht nehmen. Und für jedes dieser Jahre soll die Stadt zudem einen neuen Baum bekommen.

Fast stellte sich die Frage, wer denn im vergangenen Jahr fleißiger gewesen war: die Fraktion oder gleich die ganze Partei. Deutlich wurde jedenfalls in der Jahreshauptversammlung der SPD, dass die Sozialdemokraten ganz schön viel Arbeit bewältigt haben. Oder zumindest, dass sie sich eine Menge Arbeit ans Bein gebunden hatten.

Neben den 16 Vorstandssitzungen wirkten die drei Mitgliederversammlungen 2014 fast schon unbedeutend, doch wurde der Terminkalender noch mit etlichen weiteren Veranstaltungen aufgefüllt. Da gab’s Aktionen zur Europawahl, zur Forderung nach einer Kinderambulanz fürs Usinger Land und eine „Brotdosenaktion“ zu Schulbeginn. Außerdem haben die Sozialdemokraten die Baustelle der Heisterbachstraße in Hausen und die Deponie Brandholz besucht und sich mehrfach mit der Flüchtlingsproblematik auseinandergesetzt.

All diese Aktivitäten listete der Vorsitzende Dr. Jürgen W. Goebel auf. Fraktionsvorsitzende Heike Seifert trug den Versammelten jene Themenbereiche vor, mit denen sich die SPD-Fraktion im vergangenen Jahr im Stadtparlament befasst hatte. Auch die umfassten einen erklecklichen Teil des Arbeitspensums. „Der Aufwand, Politik zu betreiben, hat sich in den vergangenen Jahren erhöht“, stellte die Fraktionschefin denn auch fest. Außerdem machte sie klar, wie wichtig es ist, junge Menschen in die Arbeit einzubeziehen.

Einen jungen Kommunalpolitiker hat die Partei bereits in ihre Vorstandsreihen aufgenommen. Seifert gratulierte Schriftführer Kevin Kulp zu seinem hervorragend bestandenen Abitur. Der junge Sozialdemokrat bereicherte anschließend die Versammlung mit einem historischen Vortrag über die Entstehungsgeschichte der SPD.

Zuvor aber gab es noch reichlich Diskussionen um das ein oder andere brisante Thema in den parlamentarischen Gremien, das Heike Seifert erwähnte. Von Straßenbauprojekten bis zur Flüchtlingsthematik gab und gibt es nach wie vor reichlich Stoff für die Kommunalpolitiker. Diskrepanzen in der Argumentation etwa zur Windenergie erregten die Gemüter. Außerdem wurde noch Informationsbedarf in Sachen Müllabfuhrtermine festgestellt.

Als „politische Unkultur“ bezeichnete es der Parteivorsitzende, von einmal getroffenen Entscheidungen später wieder abzurücken. Für Unmut sorgte bei den SPD-Politikerin in diesem Zusammenhang die Bebauung der Bahnhofstraße 30. Nach Einschätzung von Heike Seifert funktioniert seit der Kontroverse um die Windkraft die Diskussionskultur in Neu-Anspach nicht mehr richtig. „Es gibt nur noch Gut oder Böse“, bedauerte sie, und ein Mitglied drückte es noch deutlicher aus: „Das sind ganz bestimmte Kräfte, die versuchen, andere mundtot zu machen“, sagte er. Das lasse sich auch als Mobbing bezeichnen. Dem Arbeitskreis Flüchtlinge sprach Heike Seifert übrigens ein großes Dankeschön aus.

Abgesehen von einer arbeitsreichen Zukunft, in die die SPD blickt – dies beinhaltet auch die Kommunalwahlen im März kommenden Jahres – hat die Partei ein besonderes Fest vor Augen: Der Ortsverein feiert sein 125-jähriges Bestehen. Zum Auftakt gibt’s am 5. Juli ein Sommerfest auf dem Gelände des Hundevereins am Steinchen. Und im November will der Stadtverband 125 Bäume pflanzen – eines für jedes sozialdemokratische Jahr.

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