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In der Stichstraße im unteren Bereich der Weilbergstraße haben die Bauarbeiten begonnen.

Anwohner sauer

So viel Geld kostet die Straßensanierung in Oberreifenberg

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Im unteren Teil der Weilbergstraße hat am 2. Mai die geplante Sanierung von Kanal, Wasserleitung und Straße begonnen. Dagegen, dass sie 90 Prozent der Straßenbaukosten tragen sollen, können die Anwohner der Weilbergstraße erst dann vorgehen, wenn die Gebührenbescheide kommen. Zudem wird die Maßnahme teurer als gedacht.

Die Anwohner waren von Anfang an gegen die aufwendige Sanierung, müssen sie doch den größten Batzen, nämlich 90 Prozent, für den Straßenbau übernehmen. Die umlagefähigen Baukosten betragen 228 475,11 Euro für 8629,99 Quadratmeter. Das sind pro Quadratmeter 26,47 Euro. Dr. Werner Templin, parteiloser Gemeindevertreter und Sprecher der Bürgerinitiative gegen die aufwendige Sanierung der Weilberg- und der Altkönigstraße, geht davon aus, dass die Bescheide anfechtbar sind. Er will nachweisen, dass die Ersterschließung längst ausgeführt ist, und hat im April vergeblich bei der Gemeinde „alte“ Erschließungsbeitragssatzungen angefordert.

Jetzt informierte er diese Zeitung darüber, dass in der unteren Stichstraße die Hausanschlüsse für Wasser und Abwasser, die die Anwohner komplett bezahlen müssen, teurer werden. „Es hat sich herausgestellt, dass die alten Wasserleitungen nicht dort liegen, wo sie liegen müssten“, berichtet er. Michael Heuser vom Schmittener Bauamt gab zu, dass in den Plänen Frischwasserleitungen eingezeichnet sind, die tatsächlich nicht vorhanden sind.

Zwei Suchlöcher hatten gezeigt, dass dort gar keine Leitungen liegen. „Die Anwohner hätten gewusst, dass die Frischwasserzufuhr von oben kommt“, sagt Dr. Templin. Für ihn ist es unglaublich, dass die Bauverwaltung einfach festgelegt hat, in der unteren Stichstraße trotz funktionierender Wasserversorgung von oben neue Wasserleitungen zu legen. Denn für drei Anwohner wird es jetzt richtig teuer. Heuser versicherte, dass Gespräche mit den Betroffenen stattgefunden haben.

Laut Dr. Templin kostet es jeden Eigentümer bis 2000 Euro brutto zusätzlich, den Hausanschluss von der Hauptleitung bis einen Meter hinter der Grundstücksgrenze zu erneuern. Den Austausch von dort bis zur Wasseruhr im Haus müssen Eigentümer selbst beauftragen und bezahlen. Ob auch Abwasserleitungen erneuert werden müssen, wird die aktuelle Auswertung der Kanalbefahrung zeigen. Hier können weitere 3000 Euro brutto auf die Anwohner zukommen. Da künftig von Grundstücken kein Regenwasser mehr auf die Straße laufen darf, brauchen manche Anlieger noch Kastenrinnen.

Für die neue Wasserleitung in der unteren Stichstraße führt Heuser mehrere Gründe an. Der bisherige Versorgungsweg sei zwar im Grundbuch mittels Baulasten abgesichert, aber es biete sich die einmalige Gelegenheit, im Zuge der Maßnahme geregelte Verhältnisse zu schaffen. Wenn öffentliche Leitungen über private Grundstücke laufen, sei die Behebung von Rohrbrüchen oft problematisch. Viel wichtiger ist für ihn der Brandschutz. In der unteren Stichstraße gab es keinen Hydranten für die Feuerwehr. Der müsse angeschlossen werden. Und wenn die Leitungen einmal liegen, mache ein regelmäßiger Durchfluss Sinn, damit es nicht zur Verkeimung komme.

Dr. Templin monierte außerdem, dass vor Beginn der Baumaßnahme die alten Straßenleuchten frisch gestrichen und die Leuchtmittel gegen LED ausgetauscht wurden, wo doch eine neue Straßenbeleuchtung, ebenfalls auf Kosten der Anwohner geplant sei. Diese Maßnahme habe die Syna GmbH ausgeführt, die in der Gemeinde alle Lampen austausche, so Heuser.

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