Viel Wind um Vorrangflächen am Limes

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Windkraft am Sandplacken statt am Pferdskopf? Die Feldberginitiative sagt Nein und will gegen die Ausweisung neuer Vorrangflächen vorgehen.

Kaum hat Abo-Wind die Planungen für Windkraft am Pferdskopf beendet, kommt mit dem neuen Entwurf für Windvorranggebiete in der Region Frankfurt-Rhein-Main ein Standort in der Nähe des Sandplackens ins Gespräch. Die Feldberginitiative will auch dort die inakzeptable Beeinträchtigung von Natur und Umwelt nicht hinnehmen zumal auch das Welterbe Limes in Mitleidenschaft gezogen würde.

„Die Ausweisung des Vorranggebiets 5401 für über 200 Meter hohe Windräder in einem Abstand von nur 200 Metern zum Welterbe Limes und großteils mitten in der Pufferzone des Limes ist skandalös“, schrieb Dr. Olaf Gierke vom Vorstand der Feldberginitiative in einer Presseerklärung. Völlig überraschend und im Vorentwurf nicht enthalten, solle nahe dem Sandplacken am nördlichen Ende der Elisabethenschneise in der Gemarkung von Bad Homburg ein neues Windvorranggebiet entstehen.

„Die Windräder würden auch von Frankfurt aus sichtbar den Taunus verschandeln“, befürchtet Gierke. Schon im sich seit mehr als zwei Jahren dahinschleppenden Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen in Neu-Anspach habe das Regierungspräsidium Darmstadt die Einschätzung der Fachexperten vom Denkmalschutz und bei Hessen-Archäologie übergangen.

Sogar bei der 1,2 Kilometer vom Limes entfernten Anlage 5 an den Polnischen Köpfe im Limes-Bereich Klingenkopf gebe es nach Erkenntnis der Experten erhebliche negative Auswirkungen auf das Denkmal.

„Nachdem bislang ein Abstand von 1000 Metern als Planungskriterium galt, sind nun offenbar beim Regierungspräsidium Darmstadt alle Hemmungen gefallen, um den Schutz der Königsetappe des Unesco Welterbes Limes zugunsten der ökonomisch fragwürdigen Errichtung industrieller Windkraftanlagen zu unterminieren“, kritisiert Gierke.

Die Feldberginitiative fordert daher: „Die Verbandskammer des Regionalverbandes, die Ende Juni und Mitte Oktober über den Entwurf beschließt und die zweite Offenlegung vorbereitet, sollte diese ungeeignete Vorrangfläche schnellstmöglich aus dem Entwurf herausnehmen.“ Diese Fläche stelle die Akzeptanz des sachlichen „Teilplanes Erneuerbare Energien“ insgesamt in Frage. Die Feldberginitiative werde die inakzeptable Beeinträchtigung von Natur und Umwelt aufzeigen und gegebenenfalls mit rechtlichen Mitteln durch alle Instanzen gegen die Ausweisung dieser Vorrangfläche und dortiger Errichtung von Windkraftanlagen vorgehen, kündigte Gierke an.

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